link  Aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie auf der Sonderseite der Senatskanzlei.


    Städtebau  
 

Städtebauliches Gutachterverfahren
"Erweiterung Rathaus Zehlendorf, Berlin Steglitz-Zehlendorf"

Ergebnis: Weiteres Team


Weiteres Team:
  ISSS research | architecture | urbanism
GRIEGER HARZER Landschaftsarchitekten


Beurteilung der Jury:

Der Entwurf gliedert die erforderliche Baumasse der Rathauserweiterung in vier neue Baukörper, die um die sogenannte freie Mitte gruppiert werden. Dabei wird Bezug zu der Einzelhaus- bzw. Villenbebauung der Umgebung aufgenommen und für die Rathauserweiterung neu interpretiert. Dieser eigenständige Entwurfsansatz wird positiv beurteilt. Zugleich wirft der Entwurf Fragen zur Funktionalität hinsichtlich der Verwaltungsabläufe und der Bewegungen der Bürger:innen innerhalb des Areals auf, die im Gremium ausführlich diskutiert wurden. Auch wenn eine mögliche Verbindung der Verwaltungsbereiche der einzelnen Baukörper über Brücken möglich erscheint, wird dies wohl durch die großen Abstände zwischen den Bauten erschwert. Lediglich zwischen dem Bestandsgebäude des Rathauses (Bauteil A) und dem südlich angrenzenden Neubau wirkt die bauliche Verbindung plausibel.

Die Positionierung der Neubauten wird weitgehend positiv beurteilt. So wird z.B. das Zurücktreten des Baukörpers im Nordwesten und somit die Schaffung des Rathaus-Vorplatzes begrüßt. Auch die Berücksichtigung einer freien gärtnerischen Vorzone entlang der Martin-Buber-Straße wird positiv bewertet. Kritisch beurteilt wird der Hochpunkt an der Kirchstraße / Ecke Martin-Buber-Straße, der offensichtlich auf die programmatischen Flächen-Anforderungen (Bruttogrundfläche BGF) zurückgeht. Während die Positionierung des 12-geschossigen Bauteils gut gewählt erscheint, wurde in der weiteren Bearbeitung auf die Kritik an die Höhenentwicklung aus dem Zwischenkolloquium nicht weiter eingegangen.

Auch die Ausformulierung von drei der vier Neubauten als Atriumgebäude wurde kontrovers diskutiert. Während der nordöstliche Baukörper mit seinem Atrium den Bezug zum Innenhof des Bestandsgebäudes aufnimmt, bleibt die Frage zur genauen Gestaltung und zum Mehrwert der Atrien (geschlossenes Raumvolumen vs. offen).

Die Wegebeziehungen stellen einen wichtigen Entwurfsansatz dar. So wird auch z.B. der Standort der heutigen Bibliothek (künftig Co-Working und Büros) in das Gesamtkonzept gut eingebunden. Die Gebäudeanordnung am Rathaus unterstützt die Durchwegung und Durchlässigkeit des Areals.

Der Vorschlag für eine zentrale Freifläche als Freie Mitte wird positiv bewertet. Die Dimensionierung und folglich Nutzbarkeit dieser Freifläche wird jedoch kritisch gesehen; zum einen soll die Fläche als Verteiler für die Nutzungen in den vier Neubauten dienen, zum anderen soll sie eine öffentliche Bespielung ermöglichen. Hier bleibt der Entwurf hinter den Erwartungen zurück.

Der Entwurf stellt einen guten Beitrag zur Diskussion über die Erweiterung des Rathauses dar und liefert einen eigenständigen konzeptionellen Ansatz.

Modellfoto © Hans-Joachim Wuthenow
Modellfoto © Hans-Joachim Wuthenow

Lageplan
Lageplan

Lageplan Erdgeschoss
Lageplan Erdgeschoss

Perspektive Gesamtensemble
Perspektive Gesamtensemble

Nutzungskonzept
Nutzungskonzept