Städtebau  
 

Nichtoffener Ideen- und Realisierungswettbewerb für Landschaftsarchitekten oder
Bewerbergemeinschaften aus Landschaftsarchitekten und Stadtplanern nach
Vergabeverordnung (VgV 2016)
"Freiraum am Schäfersee, Berlin-Reinickendorf"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
18.000,- Euro
  Levin Monsigny Landschaftsarchitekten GmbH, Berlin
Verfasser: Nicolai Levin
Mitarbeiter/in: Tibor Hartmann, Elena Ferrari,
Christiane Wetzel, Felia Hauß, Carla Bruckmann



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Idee eines „Upgrade“ des Schäfersees verknüpfen die Verfassenden insbesondere mit einer Überarbeitung der Eingänge. Mit einer barrierefreien Materialauswahl werden alle Zugänge gleich gestaltet und sind für die Besucher*innen sofort erkennbar.

Die Eingänge Residenzstraße und Stargardstraße sind mit Wiesenbändern bzw. -flächen versehen. Im Haupteingang sind die vorhandenen Großbäume nachhaltig darin aufgenommen und im Bestand somit erhalten. Das Eingangsband des Durchgangs Café am See weitetet sich ebenso wie die beiden anderen Zugänge zum See hin auf.

Die nördlichen Platzflächen am See, d.h. am Ende des Zugangs Stargardtstraße und des Zuganges am Café am See, wirken überdimensioniert, die Flächen selbst wenig untergliedert bzw. gestaltet.

Insgesamt werden die fünf in den See hineinragenden Stege bzw. Plattformen als zu zahlreich und überdimensioniert für den Schäfersee bewertet.

Die Gestaltung des Zugangs am U-Bahnhof Franz-Neumann-Platz mit seiner Gliederung in drei Teilflächen bzw. -bereiche wird vorwiegend positiv gesehen. Die Trennung des Fußgängerbereichs im Norden von der befahrbaren Fläche im Süden durch die mittig angeordnete, baumbestandene Grünfläche ist funktional sinnvoll und wirkt einladend von der Residenzstraße aus.

Der Rundweg passiert diesen Bereich auf unaufgeregte Art und Weise. Es fehlt jedoch an dieser Stelle eine Wendemöglichkeit. Das Auslaufbauwerk der Berliner Wasserbetriebe wäre beim jetzigen Entwurf nicht realisierbar, da es nahezu mittig auf der Treppenanlage am Ufer angeordnet würde.

Der Rundweg – bestehend aus dem mittigen Asphaltstreifen und beidseitigen Streifen als wassergebundener Decke – bündelt die schnellen Verkehre, kann jedoch zu Nutzungskonflikten zwischen zu Fuß gehendenden und Radfahrenden führen. Der Rundweg wird von einem außenliegenden Streifen aus Charlottenburger Gehwegplatten begleitet, der das Mobiliar, insbesondere Sitzbänke, aufnimmt.

Im westlichen Ideenteil der Parkanlage wird der Rundweg in leicht veränderter Lage geführt. Zugleich wird der Verlauf des historischen Weges nach Nordwesten (nach Lesser) aufgenommen und durch Baumneupflanzungen betont. Zwischen diesem neuen Weg und dem Rundweg werden Aktivitätsfelder (Spielfläche, Planschbecken, Kletterwald) eingelagert, die in ihrer Gesamtheit als ein Überangebot bewertet werden.

Der neue ufernahe Weg im Westen führt sehr nah an dem Biotop (Schilfbereich) entlang. Hier wäre das Material zu überprüfen. Positiv bewertet werden die Naturstationen.


Beurteilung der Überarbeitung durch das Preisgericht:

Die Verfasser sind auf alle Bearbeitungshinweise des Preisgerichts mit guten Lösungsvorschlägen eingegangen.

Das Grundprinzip des Entwurfes, Aufenthaltsqualität am Wasser zu schaffen, ist beibehalten worden.

Der Eingangsbereich an der Residenzstraße wurde funktional und gestalterisch gut gelöst. Der Platz überzeugt durch eine klare Aufteilung zwischen Verkehrsfläche und Erholungsfläche, die in den Erholungsraum des Schäfersees hineinführt. Die Übersichtlichkeit der Verbindung zu den anschließenden urbanen Nutzungen der Residenzstraße überzeugt. Die Erreichbarkeit des Auslaufbauwerkes ist durch die Neuordnung gut gelöst.

An der Stargardtstraße ist die Dimensionierung des Zugangs dem Ort entsprechend reduziert worden, dabei wurde der Anteil der Grünfläche deutlich vergrößert.

Alle vorgenannten Seezugänge stellen eine gute Lösung dar, den Schäfersee mit dem Quartier an der Residenzstraße zu verknüpfen. Und auch an den anderen Zugängen zum Park schafft die Arbeit interessante Anbindungspunkte.

Der Rundweg mit seinen Unterbrechungen an den Zugängen zum See wird überwiegend als die richtige Lösung angesehen.

Die im Ideenteil geschaffenen Angebote für Sport, Spiel und Bewegung sind dem Ort angemessen reduziert worden und stellen in ihrer jetzigen Platzierung im westlichen Teil des Parks eine gute Möglichkeit dar, in weiteren Planungsschritten zur Konkretisierung zu kommen.

Perspektive
Perspektive

Entwurfsplan
Entwurfsplan

Perspektive nach Überarbeitung
Perspektive nach Überarbeitung

Entwurfsplan nach Überarbeitung
Entwurfsplan nach Überarbeitung