link  Aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie auf der Sonderseite der Senatskanzlei.
 link Fragen zum Coronavirus? Nutzen Sie auch den Chatbot Bobbi!
download Infoblatt: So reduzieren Sie das Infektionsrisiko / Reduce the risk of infection with the coronavirus! /
    Koronavirüs enfeksiyonu risklerini azaltalım! / Снизить риск заражения коронавирусом! / ! تقليل مخاطر العدوى بفيروس كورونا


    Städtebau  
 

Nichtoffener Realisierungswettbewerb für Architekten/innen als Generalplaner/innen
"Neubau Kindertagesstätte Gudrunstraße, Berlin Lichtenberg"

Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
12.600,- Euro
  Architektur/GP:
W & V Architekten GmbH, Berlin
Verfasser: Ernst Scharf
Mitarbeit: Agathe Schmidt, Dennis Wagner



Beurteilung durch das Preisgericht:

Klar gegliedert in schützenden Rücken zur Bahn und sich in den Freiraum staffelnde Gruppenbereiche findet dieser Entwurf für die wesentlichen Parameter der Aufgabe eine logische Übersetzung: wie sieben Häuser stehen die Gruppen- und Gemeinschaftsräume zum Garten, jeweils gut über Eck belichtet und in der 2-Geschossigkeit ganz selbstverständlich als Kindergarten erlebbar.

Etwas von der Gudrunstraße zurückversetzt, bietet der ruhig gestaltete Neubau eine gut nutzbare Vorzone, die Zugang, Warten, Fahrradstellplätze etc. selbstverständlich aufnimmt und den Erhalt wesentlicher Bestandsbäume ermöglicht. Gleichzeitig wird dieses Zurücksetzen mit Blick auf die städtebauliche Umgebung nicht von allen Preisrichtern gleichermaßen nachvollzogen. Auch die eher schematische Behandlung der östlichen und westlichen Gebäudestirnseiten wird kontrovers diskutiert und bleibt hinter den städtebaulichen Möglichkeiten zurück.

Im Innern findet die sich aus dem Schallschutzthema ableitende Gliederung eine schlüssige konstruktive und räumliche Entsprechung: der massive Rücken mit überwiegend dienenden Funktionen bildet den Halt für die sich leicht, regelmäßig und nur über die Sanitärkerne dauerhaft gegliederten Raumstruktur der pädagogischen Nutzungen. Dieser Raum ist geprägt von Durchlässigkeit und verspricht ein hohes Maß an Wandelbarkeit und damit Nachhaltigkeit im besten Sinne. Dass z. B. die Sanitärräume hier etwas zu klein ausgewiesen sind, wird durch die weiche Haltung zu den Flächenwidmungen relativiert.

Die Haupterschließung liegt sinnvoll mittig im Gebäude und lenkt Nutzer und Besucher über Blickbezüge ganz selbstverständlich in alle wesentlichen Bereiche.

Der Freiraum als den Gebäudeteilen folgend gegliedertem Garten erhält eine angenehme Ausgewogenheit zwischen Differenzierung und Offenheit. Die Anbindung des öffentlichen Spielplatzes in der östlichen Grundstücksspitze bleibt jedoch unbefriedigend, weil dieser durch die Entsorgungseinrichtung der Kita verstellt wird. Die Möglichkeit des erweiterten Zusammenspiels zwischen Kitaeingang und Spielplatzzugang bleibt so ungenutzt.

Gute Durcharbeitung im Detail und angemessen dauerhafte Materialisierung versprechen einen langzeitig unaufwändigen Gebäudebetrieb und eine angenehme Aufenthalts- und Gebrauchsqualität. Die Tauglichkeit der sehr großen Fensteröffnungen im Kitabetrieb müsste allerdings einer weiteren Überprüfung standhalten.

Insgesamt ein Entwurf, der die Erwartungen erfüllt und eine maßvolle und wirtschaftliche Umsetzung verspricht.

Modell © H.-J. Wuthenow
Modellfoto
© Fotograf H.-J. Wuthenow

Perspektive
Perspektive

Ansicht
Ansicht

Schnitt
Schnitt

Grundriss EG
Grundriss EG