Städtebau  
 

Verhandlungsverfahren mit intergriertem nicht offenem Planungswettbewerb
"Informationsstele – Erweiterung des Touristischen Informationssystems Berlin, Berlin-Mitte"


Ergebnis: 3. Preis


3. Preis:
5.000,- Euro
  Moniteurs GmbH, Berlin
Verfasser/in: Sibylle Schlaich
Mitarbeiter/in: Jenny Janssen, Anita Meier, Anne von Borries, Daniel Büche



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Arbeit 1211 ist eine Informationsstele, welche als Betonkorpus in Kombination mit Glaselementen für das Karten- und Informationselement konzipiert ist.

Durch die Kombination unterschiedlicher Materialien und Haptiken stellt dieser Vorschlag im Feld der eingereichten Vorschläge eine eigene Typologie dar. Dabei unterstreicht die Fassung in einem Körper aus Beton seine starke physische Präsenz, ohne dabei in der Anmutung zu mächtig zu wirken.
Die Proportionen und formalen Details, etwa in den Umrandungen und Rundungen, tragen zu einer angenehmen Gesamterscheinung bei. Diese ist im städtischen Umfeld gut vorstellbar und dürfte sich in unterschiedlichen Bebauungskontexten gut integrieren lassen.
Seine insgesamt helle Erscheinung wirkt möglichen Hemmschwellen entgegen und lädt zur Nutzung durch die Passanten ein.

Die Funktion als Informationsträger, sei es in der statisch-gedruckten oder in der dynamischen, Bildschirm-basierten Form, sieht das Preisgericht in den geforderten Ausführungsvarianten als gut gelöst.
Ebenso sind die Anforderungen an die Barrierefreiheit in befriedigender Form umgesetzt.

Die visuelle Kommunikation im Karten- und Informationselement ist in klassischer Weise ausgeführt und vermittelt einen vertrauten Eindruck.
Die wichtigen Sehenswürdigkeiten sind schnell erfassbar und die Landmarken sind deutlich, individuell und mit einem hohen Wiedererkennungswert dargestellt.

Ausserdem wurde die Anbindung an den ÖPNV gut gelöst. Die Karte ist mit einem Suchgitter versehen, welches die Orientierung und das Auffinden von Orten vereinfacht.

In Bezug auf die Kontraste in den visuellen Darstellungen und der typografischen Auszeichnung der Straßen werden Schwächen gesehen.
Die Piktogramme wirken etwas zu diffizil und die Vielzahl von Pfeilen erschwert die Lesbarkeit. In diesen Punkten liegt deutliches Optimierungspotential.

Trotz guter Einzellösungen besitzt der Vorschlag 1211 jedoch einen sehr kontrovers diskutierten Punkt:
die Sachpreisrichter sind nicht überzeugt, dass die Betonkonstruktion in erforderlicher Weise gegen Vandalismus zu schützen ist.

Hierzu werden umfassende Erfahrungen ins Feld geführt, die leider das Gegenteil nahe legen. Der helle, etwas rau wirkende Betonkorpus wurde als Einladung zu Graffiti und anderen Verschmutzungen eingeschätzt – welche weithin sichtbar sein dürften.
Auch eine Versiegelung der Oberflächen dürfte kaum vorbeugend wirken; bestenfalls würde diese die regelmäßige Reinigung vereinfachen.

Andererseits wurde in der Materialwahl Beton auch ein sehr starker Bezug zu Berlin gesehen.

Sollte im Verhandlungsverfahren über den Vorschlag 1211 weiter verhandelt werden, wäre darüber nachzudenken auf eine alternative technische Umsetzungen hinzuwirken.

Perspektive
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