Städtebau  
 

Verhandlungsverfahren mit intergriertem nicht offenem Planungswettbewerb
"Informationsstele – Erweiterung des Touristischen Informationssystems Berlin, Berlin-Mitte"


Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
9.000,- Euro
  Beate Kling Architekten, Berlin
Verfasser/in: Beate Kling
Mitarbeiter/in: Katharina Zettl, Thomas Uhlig

Sonderfachleute:
Medientechnische Beratung: ThomNet Media Engineering
Beratung Zielortstele, Erzählmoment: heldstudio GmbH



Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Infostele hat zwei unterschiedliche Stelenformate. Die Proportionen der beiden Stelenformate überzeugen insbesondere auch wegen ihres menschlichen Maßstabs. Bedingt durch die seitliche Verschmälerung auf 10,5 cm im obere Bereich und die insgesamt reduzierte körperliche Erscheinung, nimmt sich die Form zurück und stellt die Information in den Vordergrund. Damit wirkt die Stele modern aber nicht modisch. Die Ausdetaillierung der Gesamtform sowie der Profilierung und der Verankerung ist sehr hochwertig. Positiv sind die taktilen Oberflächen der anschließenden Bereiche im Boden.

Für unterschiedliche Zielgruppen lässt sich eine hohe Benutzbarkeit definieren. Insbesondere die Öffnung in der Stele bietet einen innovativen Ansatz, um die Bedienbarkeit für Audio und W-LAN / Beacons zu optimieren. Die innovative Öffnung als Kreissegment wiederholt sich grafisch in unterschiedlichen Maßstäblichkeiten und Produktdesigns und zeigt verschiedene informative kartographische Oberflächen/Angebote sowie Sehenswürdigkeiten. Das Informationsangebot wird unterstützt durch eine umfangreiche Legende. Auf der Rückseite wiederholen sich die Kreissegmente mit einer gestalterisch Umfeld-betonten Information, ohne dabei zu überfrachten und aufdringlich zu sein.

Die Oberfläche wirkt durch den Verlauf im oberen Bereich, trotz der starken Spannung zwischen den opaken und transluzenten Bereichen der Glasoberfläche, für den Betrachter angenehm und nicht aufdringlich. Die Stele erhält durch das i-Piktogramm eine zielgruppenorientierte Aussage.

Die Karte hat eine gute Fernwirkung. Sie wirkt kreativ und ansprechend. Positiv fällt auf, dass der 8-Minuten-Radius als Luftlinie und nicht als absolute Gehzeit markiert wird. Die Topologie (Anordnung im Raum) der Sehenswürdigkeiten bleibt beim Betrachter unklar. Die Karte enthält redunante Informationen.
Beispielsweise ist das rote Rathaus viermal mit zum Teil gleichen grafischen Variablen kodiert:
- Schrift (Name) (Farbe)
- Gelbe Grundrissfläche (Farbe)
- Orangene Landmarke (Farbe)
- Fotoapparat als Signatur für Sehenswürdigkeiten (Form)

Damit wird die Selektivität der Objekte stark beeinträchtigt. Die Piktogramme sind zu diffizil und verdecken zu viele topographische Informationen. Wenn man weiß, wonach man sucht, funktioniert die Karte. Wenn man sich inspirieren lassen möchte, dann hat man Probleme bei der Differenzierung von Objekten.

Die technische Durcharbeitung ist sehr positiv zu bemerken, insbesondere die Durchleuchtung.

Der untere Abschluss ist hinsichtlich der starken Beanspruchung, die bei der Straßenreinigung entstehen, zu überprüfen.

Perspektive
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