Städtebau  
 

Verhandlungsverfahren mit intergriertem nicht offenem Planungswettbewerb
"Informationsstele – Erweiterung des Touristischen Informationssystems Berlin, Berlin-Mitte"


Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung:
2.000,- Euro
  griesvonkamptz design associates, Berlin
Verfasser/in: Christiaan von Kamptz
Mitarbeiter/in: Axel Gries, Richard Buhl, Matthias Buechs



Beurteilung durch das Preisgericht:

Positiv beurteilt wird der vorliegende Beitrag hinsichtlich der deutlichen Widererkennbarkeit der eher konventionell gestalteten Stele und der visuelle Zusammenhang zum vorhandenen touristischen Leitsystem (Blaue Schilder).

Die Stelen sind durch den an der Spitze farblich abgesetzten Aufsatz mit der Ortskennung als Informationssystem gut im Stadtraum erkennbar. Zusätzlich wird durch die Höhe eine sehr gute Fernwirkung erzielt.
Die visuelle Gestaltung und besonders die Farbigkeit der Schrift und Zeichen überzeugt vor allem durch deutliche Kontraste.

Die im oberen Bereich groß als Schriftsatz herausgehobenen wichtigsten touristischen Ziele sind deutlich erkennbar. Die QR-Codes sind gut lesbar. Auch die seitliche Beschriftung „Touristische Information“ ist sehr einfach wahrnehmbar für Besucher. Lage und Ausbildung der Notruftaste und Vorrichtung für die audiovisuelle Information wurden positiv herausgehoben.

Kritisch wird der Körper bezüglich seiner Proportion als zu hoch und im Verhältnis auch zu schmal eingeschätzt. Die Größendimension wird als - zu groß - kritisiert.
Stellt man sich die Stele als serielles Element vor, das in der ganzen Stadt in unterschiedlichen urbanen Situationen funktionieren muss, erscheint die Stele zu sehr als eigenständige Skulptur, die den Stadtraum überfrachtet.

Negativ bewertet wird das seitlich herausgeschobene Element, das als ein Hindernis im öffentlichen Stadtraum gesehen wird, welches z.B. für Kinder, die gegen die Ecken laufen können, hohe Verletzungsgefahr in sich birgt. Die Barrierefreiheit ist darum nicht gegeben. Weiterhin lädt die horizontale Fläche als Müll- oder Flaschenabstellbereich ein.

Bei der Gestaltung der Oberfläche wird kritisch angemerkt, dass diese mit sehr vielen Informationen bestückt ist, welche auch zu gleichmäßig über den verfügbaren Oberflächen verteilt sind. Die Orientierung auf die wichtigen Informationen fällt schwer.
Als Beispiel sind hier die Auflistung der 12 Berliner Bezirke auf jeder Stele in der Legende und als Karte gemeint und die prägnante Darstellung der Minuten der fußläufigen Erreichbarkeit, welche in der Karte übertrieben wirkt.
Bezüglich der Kartographie wird kritisiert, dass die Darstellung der Sehenswürdigkeiten hinter den großen Nummern auf dem Plan untergehen.

Weiterhin wird kontrovers diskutiert, dass - wie auch in anderen Arbeiten - ein runder Planausschnitt von den Sehgewohnheiten her nicht so gut lesbar ist und sich auch nicht zur Einteilung in Rasterfelder zur leichteren Ortbestimmung mit Planquadraten nutzen lässt. Diese Ansicht wird nicht von allen geteilt.

Perspektive
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