Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb für Architekt/innen als Generalplaner/innen mit Tragwerksplaner/innen und Planer/innen der Technischen Ausrüstung
"Tower Flughafengebäude Tempelhof, Berlin Tempelhof-Schöneberg"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
24.000.- Euro
  :mlzd, Biel/Schweiz
Mitarbeiter/innen: Pat Tanner, Frederike Kluth, Maren Geiger, Daniele Di Giacinto, Claude Marbach, David Locher, Andreas Frank

Tragwerksplanung: Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich/Schweiz
Mitarbeiter/innen: Daniel Meyer, Philippe Willareth

Technische Ausrüstung: Ingenieurbüro Stefan Graf, Basel/Schweiz
Mitarbeiter/innen: Stefan Graf, Franzisca Marti, Nicolas Schaller

Sonderfachleute: Architekturhistoriker Christoph Schläppi



Beurteilung durch das Preisgericht:

Der Entwurf überzeugt durch die stringente Konzeption von Ausstellungsebene und Dachterrasse. Letztere verspricht in ihrer gestuften Anordnung und durch den vorgeschlagenen Bohlenbelag (so fremd er der Materialität des Bestandes auch sein mag) hohe Aufenthaltsqualität; sie lädt zum Chillen auf dieser herausragenden Berliner Aussichtsplattform förmlich ein. In der Ausstellungsebene beeindruckt das offene Raumkonzept; die flexiblen Paneele bieten gleichwohl die Option, die ursprüngliche Längswand-Struktur des Raumes wieder aufzugreifen.

Die Differenzierung des Raumes in Rohbau-Oberflächen und Ausbauschichten wird als exemplarisch für den Umgang mit dem Bestand anerkannt. Sehr kritisch hingegen wird die die Westansicht dominierende, auskragende Stahltreppen-Anlage gesehen, die den Eingangsbereich mit der ersten Podestebene des Bestandstreppenhauses verbindet. Ihre kraftvolle Zeichenhaftigkeit ist mit der gebotenen Rücksicht auf den Bestandskörper nur schwer verträglich. Auch in statischer und bauphysikalischer Hinsicht lässt die vorgeschlagene Lösung Fragen offen. Ähnliches gilt im Übrigen auch für den auf den ersten Blick sehr bestandsschonenden Umgang mit den Deckentragwerken im oberen Bereich. Die Öffnung der Pohlmann-Decke für eine fast die gesamte Breite einfordernde neue Treppe und zudem zusätzliche Oberlichter werden faktisch zum Verlust des Bestandes führen; die Ersatzträger für die Ackermann- und Stahlbetondecken unter und über dem Ausstellungsbereich wiederum dürften bei genauerer Untersuchung zu größeren Dimensionen und damit veränderten Raumwirkungen führen. Die Arbeit wird in überzeugender Weise den Anforderungen der Nutzung der obersten Ebenen gerecht und zeigt im Umgang mit dem hochkomplexen und vielschichtigen Bestand vielversprechende Lösungswege auf.

Visualisierung Dachterasse
Visualisierung Dachterasse

Visualisierung Eingangsbereich
Visualisierung Eingangsbereich

Visualisierung Ausstellungsbereich
Visualisierung Ausstellungsbereich

Ansicht Süd
Ansicht Süd

Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Erdgeschoss