Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb für Architekten in Bewerbergemeinschaft mit Landschaftsarchitekten
"Neubau Clay-Schule, Berlin Neukölln"

Ergebnis: 4. Preis


4. Preis:
15.000,- Euro
  alexa zahn architekten, Wien / Österreich

Verfasser: Architekt D MSc. Alexa Zahn
Mitarbeit: Julia Eizinger, Hannes Schober

Landschaftsarchitektur: Carla Lo Landschaftsarchitektur, Wien / Österreich

Verfasser: DI Carla Lo
Mitarbeit: Samuel Bucher, Lilla Kovacsz

Haustechnik: TB Käferhaus GmbH, Wien

Verfasser: Wieland Moser



Beurteilung durch das Preisgericht:

Der viergeschossige Baukörper orientiert sich klar mit einer prominenten Eingangssituation zum Neudecker Weg hin. Der großzügig befestigte und eher nüchtern wirkende Vorplatz bietet sehr viel Raum für ankommende Schüler und die notwendigen Fahrradstellplätze. Dasselbe gilt auch für die von Westen erschlossene Sporthalle.

Durch die kompakte Bauform und die Positionierung nahe der südlichen Baugrenze verbleiben große zusammenhängende Freiräume, die ausreichend Raum für die Sport- und Pausenflächen bieten. Das neue Schulgebäude wie auch die Sporthalle bilden eindeutige und gut ablesbare Baukörper.

Die Freiflächen erschließen sich entlang zweier Wegeachsen und bieten quasi mit einem Rundweg vielfältige Aufenthaltsqualitäten. Durch einen starken Rahmen mit Gehölzen wird das Schulgelände räumlich gut gefasst. Das Erdgeschoss stellt durch seine hohe Transparenz eine gute Verbindung zwischen Innen und Außen her. Aufenthaltsqualität und die Lichtsituation erscheinen so sehr angenehm.

Im Eingangsbereich sind die allgemeinen Nutzungen wie Mensa, Mehrzwecksaal und Tanzraum angemessen positioniert und können auch den Außenraum, zum Beispiel über eine Pausenterrasse, nutzen. Dies gilt auch für den Musikbereich im Erdgeschoss und eine Pausenarena mit Tribüne. Der Erinnerungsort ist eher beiläufig an den Wänden im Eingangsbereich vorgesehen. Die Raumhöhe des Mehrzweckraums ist nicht ausreichend. Die Räume sind über alle Stockwerke sehr logisch und sparsam erschlossen. Es befinden sich je zwei Cluster, die gut einander zugeordnet sind, auf einer Etage. Die Schulräume sind nach außen orientiert, so dass sich gute Belichtungssituationen ergeben.

Das Gebäude wird in einer Stahlbetonskelett-Konstruktion erstellt und kann deshalb aufgrund seiner Kompaktheit wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig erstellt und bewirtschaftet werden.

Die Fassade lässt in ihrer Materialität eher auf eine gewerbliche Nutzung schließen. Das Konzept für den außen liegenden elektrisch betriebenen Sonnenschutz mit Alulamellen wird in seinem gestalterischen Ausdruck und bezüglich des Betriebs kritisch gesehen.

Die zweigeschossige kompakte Sporthalle erfüllt im Wesentlichen die geforderten Funktionen. Allerdings entspricht die fehlende Anbindung des Lehrerumkleideraums und des Schiedsrichterraums nicht den Anforderungen an die Aufsichtspflicht. In der Dreifachhalle sind die Geräteräume nicht an die Halle angebunden. Die Toiletten sind nur sparsam nachgewiesen.

Der Beitrag weist die geringste Flächenversiegelung und zudem einen geringen Energiebedarf auf. Tageslicht und Raumklima liegen im mittleren Bereich. Der Ressourcenverbrauch ist infolge des sehr vorteilhaften Bruttorauminhaltes und Hüllflächenanteils sowie der Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen als Holz-Fassadenkonstruktion vorbildlich.

Das vorgestellte Projekt erfüllt die wesentlichen Anforderungen. Die Qualitäten des Entwurfs mit seinen Innen- und Außenräumen zeigen in ihrer Gesamtheit eine gelungene Arbeit.

Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Grundriss
Grundriss