Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb für Architekten in Bewerbergemeinschaft mit Landschaftsarchitekten
"Neubau Clay-Schule, Berlin Neukölln"

Ergebnis: 2. Preis


2. Preis:
33.000,- Euro
  AFF Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

Verfasser: Sven Fröhlich, Martin Fröhlich
Mitarbeit: Monic Frahn, Martin Gille, Mari Proll Lien, Sascha Schulz, Katahrina Bolle, Alexander von Lenthe, Charlotte Reh

Landschaftsarchitektur: POLA Landschaftsarchitekten

Verfasser: Jörg Michel
Mitarbeit: Natalie Thao cand. LA

TGA: pin planende ingenieure GmbH, Berlin

Mitarbeit: Dipl.-Ing. Norbert Müller

Bauphysik: BBS Ingenieurbüro, Weimar

Mitarbeit: Dipl.-Ing. Uwe Gronau



Beurteilung durch das Preisgericht:

Mit dem Konzept lässt sich mit einem annähernd symmetrisch-dreigliedrigen Baukörper und dem Süden vorspringendem Mittelbau sowohl für die Freiflächen wie für die Innendisposition eine gut brauchbare Lösung zu erreichen. So entsteht ein großzügiger Raum für Schul- und Sporthofnutzungen, die überwiegend funktional sind, aber das Gefälle des Geländes nicht überall integrieren.

Die Verschiebung des Schul-Zugangshofes wie auch der Sporthalle aus der zentralen Achse nimmt dabei der Grundanordnung den Schematismus. So kann das Schulgebäude funktional sinnfällig in einen Mittelbau, der auf drei Etagen alle Gemeinschaftsfunktionen aufnimmt, und zwei gut angeschlossene Begleitbauten von drei und vier Geschossen mit den gruppenbezogenen Nutzungsbereichen gegliedert werden. In dieser überaus klaren Disposition überrascht, dass der Hauptzugang in den hintersten Bereich des Vorplatzes gerückt ist. Umso mehr überzeugt der Erdgeschossbereich des Mittelbaus, wo sich um eine nach allen Seiten offene Halle zwei Haupttreppen sowie die großen, trennbaren Gemeinschaftsräume gut auffindbar reihen.

Eine herausragende Entwurfsidee, wenn auch ohne direkte Orientierung auf den Vorplatz, ist es, den Gedenkort mit einem separaten Raum in einem großen Holzelement zentral in der Halle zu positionieren und dabei zugleich eine tribünenartige Treppenanlage auszubilden. Diese verbindet großzügig die Halle, die großen Gemeinschaftsräume sowie die Unterrichtsräume im ersten Obergeschoss.

Die Klarheit in der Baukörper- wie Erschließungsdisposition hat bei der Anordnung der Unterrichtscluster um Innenhöfe einen gewissen Schematismus, der dennoch gut brauchbare Einzelräume bietet, zur Folge. In diesen Bereichen werden die Brandschutzanforderungen durch Fluchttreppenhäuser berücksichtigt. Im Mittelbau ist dieses Thema nicht gelöst. Die Obergeschosse sind zu niedrig. Die Sporthallen überzeugen funktional sowohl in ihrer äußeren Erschließung für Schule und Externe als auch in ihrer inneren Raumanordnung.

Konstruktiv sind die Gebäude gut realisierbar. Die Anklänge an benachbarte Industriebauten durch flache Giebeldachreihung, vorgehängte, differenzierte Fassadenplatten und Fensterbänder ist nachvollziehbar, kann aber in der Visualisierung noch nicht überzeugen. Die Ausrichtung der Dachflächen in Ost-West-Richtung wurde kontrovers diskutiert. Trotz der Großflächigkeit kann nur ein mittlerer Grad der Energiebedarfsdeckung erreicht werden.

Der geringe Energiebedarf begründet sich durch den sehr kompakten Baukörper und den moderaten Fensterflächenanteil. Auch das Raumklima lässt vorteilhafte Bedingungen für das Lernumfeld erwarten. Die Umnutzungsfähigkeit ist durch die zu niedrige lichte Raumhöhe von 2,80 m eingeschränkt.

Das Projekt bewegt sich in einem unteren Kostenrahmen und verspricht für den Standort ein überzeugendes und im Detail optimierbares Konzept.

Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Grundriss
Grundriss