Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb für Architekten in Bewerbergemeinschaft mit Landschaftsarchitekten
"Neubau Clay-Schule, Berlin Neukölln"

Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung:
7.500,- Euro
  Winking.Froh Architekten

Verfasser: Martin Froh
Mitarbeit: David Manjavidze, Thu Phong Nguyen, Besian Nuellari

Landschaftsarchitektur: TOPOS Landschaftsplanung, Berlin

Verfasser: Stephan Buddatsch, Natalija Ravel



Beurteilung durch das Preisgericht:

Mit dem Baukörper wird auf eigenständige Art und Weise auf die Bedingungen des Ortes eingegangen, indem dieser sowohl in der Länge wie in der Höhe dem Geländeverlauf folgend abgestaffelt ist. Damit kann das Grundstück auf relativ sparsame Weise in einen offenen und bebauten Bereich gegliedert werden. Die Sporthalle schließt als zwei- bis dreigeschossiger kompakter Baukörper die Längsbewegung ab wird somit auf selbstverständliche Weise in die Figur integriert.

Die äußere Erschließung ist nicht eindeutig angeordnet. Die Haupterschließung erfolgt zurückgezogen seitlich in der August-Fröhlich-Straße und ist aufgrund der Allseitigkeit des Gebäudes nicht so gut präsent. Die Erschließung der Freiflächen ist weitgehend pauschal dargestellt, die Flächen selbst werden lediglich geometrisch zerteilt und entsprechen nicht der figürlichen Qualität des Schulgebäudes. Zudem ist der Sportplatz zentral am Gebäude platziert. Dadurch wird die Zugänglichkeit in den Pausen erschwert.

Straßenbegleitend entwickelt das Gebäude trotz 200 Meter Länge aufgrund der räumlichen Staffelung eine angemessene, fast „leise“ stadträumliche Präsenz.

Die Fügung aus zwei- und dreigeschossigen winkelförmigen Elementen führt im Inneren zu einer verschachtelten Raumfolge aus langgestreckten Flur- und Hallenräumen. Die Zweibundstruktur der einzelnen Elemente erlaubt keine Hierarchiebildung und erzeugt eine unübersichtliche, labyrinthische Raumanordnung. Damit spiegelt sich die klare und homogene Gebäudefigur innenräumlich nicht wieder. Nord-Süd-Ausrichtung und Anordnung von Verglasungen sind im Hinblick auf Tageslicht positiv. Die engen Höfe lassen keine gute Lichtausbeute erwarten.

Die innere Erschließung ist durch Verschmelzung der einzelnen Baukörper zu stark fragmentiert und verliert sich in einer Vielzahl von Haupt- und Nebenwegen. Treppenräume liegen teilweise offen in Flurbereichen und sind brandschutzrechtlich problematisch.

Die einzelnen Nutzungsbereiche sind nicht ausreichend ablesbar, die fehlende Clusterbildung wird bemängelt. Die Zweibundstruktur mit teilweise engen Mittelfluren ist nicht ausreichend leistungsfähig. Die Funktion des AUB im Durchgangsbereich ohne eigene räumliche Definition wird bemängelt. Dagegen stellt die zentrale Lage des Gedenkorts ein gutes Angebot dar. Die Sporthalle wird den funktionalen Anforderungen gerecht.

Die konventionelle Stahlbeton-Konstruktion mit Sichtmauerwerk entspricht der Gebäudestruktur und fasst diese zu einem homogenen Ganzen zusammen. Die Baukostenprognose liegt im oberen Bereich, Risiken werden aufgrund konventioneller Bauart als relativ gering bewertet.

Trotz eines eher kompakten Gebäudevolumens liegt der Entwurf hinsichtlich des Energiebedarfs über dem Wettbewerbsmittel. Dies resultiert aus der nicht überall optimalen Tageslichtversorgung, wie etwa in den Erschließungsbereichen und einigen Räumen am schmalen Lichthof.

Die Entwicklung eines differenziert gestaffelten Gebäudes erzeugt ein harmonisches sowie dem Ort entsprechendes Gesamtbild, das jedoch aufgrund seiner eklatanten inneren Strukturprobleme letztlich nicht stimmig ist. Aus pädagogischer Sicht erfüllt der Beitrag nicht die räumlich-funktionalen Anforderungen.

Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Grundriss
Grundriss