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    Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb
"Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin Mitte"

Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung:
9.500,- Euro
  KONERMANN SIEGMUND ARCHITEKTEN BDA, Hamburg

Verfasser: Ingo Siegmund, Georg Konermann-Dall
Mitarbeit: Karl Strobel, Horst Meyer, Iris Neuhaus



Beurteilung durch das Preisgericht:

Der klare unprätentiöse Neubauriegel schafft ein dem Bestand gegenüber respektvolles Ensemble, indem er die Baukörperproportionen und orthogonale Anordnung aufnimmt. Durch die Gebäudeanordnung bleibt der Gartenhof erhalten und wird zum öffentlich zugänglichen attraktiven Mittelpunkt des Gesamtensembles. Der Haupteingang zum Museum orientiert sich folgerichtig zu diesem zentralen Freiraum. Kritisch diskutiert werden allerdings folgende Punkte:

- Die Position des Baukörpers wirkt an der Von-der-Heydt-Straße als Straßenrandbebauung und konterkariert damit die Absicht der Ensemblewirkung der Gebäude im Grünraum.

- Der Baukörper prägt sich an seiner Giebelseite, insbesondere zur Straßenkreuzung Von-der-Heydt-Straße / Klingelhöferstraße, mit seiner gestuften Kontur zu schwach aus. Die Volumetrie der Stufung wird generell als schwierig erachtet.

- Der als einfache Tür formulierte Haupteingang ist, auch funktional, zu beengt und weist keine nennenswerte Außenwirkung oder einladendeGeste auf.

- Dem Freiraum fehlt die heute prägende landschaftliche Komponente

Durch Verlängerung des Nordflügels des Bestandsbaus wird das Raumprogramm für den Neubau sinnvoll entlastet. Aus denkmalpflegerischer Sicht ist der Anbau in der vorgestellten Weise vertretbar. Der vergleichsweise kleine oberirdische Baukörper, der im Ensemble stimmig wirkt, wird durch ein großes unterirdisches Volumen erreicht. Das Untergeschoss entwickelt sich auf voller Gebäudelänge entlang des Bestandsbaues und ist bautechnisch mit entsprechendem Aufwand zu lösen. Im Gegenzug ist wird die gute Verknüpfung mit den Nutzungen im Bestandsbau als vorteilhaft angesehen.

Innenräumlich erhält die brückenartig ausgebildete Eingangssituation und Erschließung über das große Oberlicht eine attraktive Belichtung und Raumwirkung, die auch der Orientierbarkeit dient. Ob das so zu betretende und auf zwei Ebenen angeordnete Foyer allerdings zu Interaktion und Kommunikation einlädt, bleibt als Frage offen. Die Symmetrie der Doppeltreppe erscheint in dem Zusammenhang ebenfalls sehr formal. Die Ausstellungsräume befinden sich im Untergeschoss (Dauerausstellung) und Obergeschoss (Wechselausstellung). Gezielt gesetzte Lufträume in der einfachen Baustruktur schaffen Verbindung und Blickbezüge zwischen den Geschossen.

Die gewünschte Flexibilität der Nutzung wird innerhalb der Geschosse durch die teilbaren Raumzuschnitte und Zuordnung zur Erschließung erreicht. Die Möglichkeit der Zusammenschaltung zwischen Dauer- und Wechselausstellung besteht allerdings nicht, da die Bereiche über das Foyer getrennt sind.

Insgesamt ist die Arbeit in ihrer Baukörperdisposition eine stimmige Antwort in der Auseinandersetzung mit der Bestandsbebauung und dem Freiraum, die gerade auch aus denkmalpflegerischer Sicht begrüßt wird. Den Verfassern gelingt es allerdings nicht, dem Haus eine einladende Geste und Ausdruckskraft zu verleihen, die dem Anspruch des ‚Museum für Gestaltung‘, als offenes, einladendes Haus mit einer vielfältigen Bespielbarkeit entsprechen kann.

Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow
Modell © Fotograf Herr H.-J. Wuthenow

Lageplan
Lageplan

Außenperspektive
Außenperspektive

Innenperspektive
Innenperspektive

Grundriss EG
Grundriss EG

Grundriss UG
Grundriss UG

Schnitt
Schnitt