link  Aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie auf der Sonderseite der Senatskanzlei.


    Städtebau  
 

Eingeladener kooperativer Realisierungswettbewerb
"Boulevard der Stars"

Ergebnis: 2. Preis


2. Preis:
3.500,- Euro
  Heri & Salli, Wien

Verfasser: Josef Saller, Heribert Wolfmayr
Sonderfachleute:
Iris Tegtbur - Maßlicht/Büro für Lichtplanung, Berlin
Heiner Wegner, Metallbau, Berlin
Fehmer GmbH - Landschaftsbau, Berlin
Wagenhuberbeton, Henstedt-Ulzburg
Architekturprodunkte, Traiskirchen
Inox-Color, Walldürn


Beurteilung durch das Preisgericht:
Der Entwurf zeichnet sich durch eine starke konzeptionelle und räumliche Idee aus. Thema ist der Rahmen, abgeleitet aus der Annahme, dass jedes Bild für sich eine Grenze besitzt. Jeder Rahmen steht einzeln für einen zu ehrenden Star, womit das Gedenken an den Einzelnen in der Reihung der Elemente zu einer Gedenkstätte wird. Diese strenge Reihung und die starke räumliche Besetzung wird als zu dominant im Stadtraum empfunden und generiert ein etwas übertriebenes Pathos.

Die Massierung, insbesondere im Zustand mit der Straßenbahn, bildet eine starke Grenze und Aufteilung des Straßenraumes in zwei Seiten. Außerdem ist die Sichtbarkeit der Berlinale-Werbeträger im Vollausbau nicht gewährleistet. Das starke Konzept der Konzentration der Bildinhalte auf die Innenseite der Rahmen produziert leider ein stark abweisendes Äußeres. Die Rahmen erscheinen auch bezüglich Vandalismus und Graffiti anfällig. Das Konzept ist in der vorgetragenen Art mit der Straßenbahn kaum umsetzbar. Die Nähe der Rahmen zur Straßenbahn mit einem Abstand von 37 cm ist so im Moment nicht vorstellbar. Die Sicherheit der Passanten wäre nicht gegeben.

Die vielfältigen Möglichkeiten, dem Gedenken Ausdruck zu geben, in Form von Gesichtspiktogramm auf dem Rahmen, Namens- und Informationsschrift ist gut. Die Arbeit hat unbestritten eine starke Tag- und Nachtwirkung, wobei die Wiedererkennbarkeit der Gesichter durch die Punktrasterung angezweifelt wird. Die Arbeit zeichnet sich aus durch eine konsequente räumliche Setzung, welche sicherlich mutig und selbstbewusst ist. Durch die Überarbeitung hat sie an Strenge und Stringenz gewonnen zu ungunsten einer gewissen Leichtigkeit. Dies führt zu einer Monumentalität, die für die Aufgabe und den Ort, welcher ja schlussendlich ein Boulevard und keine Gedenkstätte ist, nicht ganz angemessen erscheint.
Perspektive
Perspektive

Perspektive
Perspektive

Perspektive
Perspektive

Detail
Detail