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    Städtebau  
 

Eingeladener kooperativer Realisierungswettbewerb
"Boulevard der Stars"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
10.500,- Euro
  Graft Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
ART+COM AG, Berlin

Verfasser: Lars Krückeberg, Wolfram Putz, Thomas Willemeit (Graft Architekten) / Joachim Sauter, Petra Trefzger, Hermann Klöckner, Eva Offenberg, Markus Dilger, Jürgen Pietruska, Monika Hoinkis, Britta Denzin (ART+COM AG)
Mitarbeiter: Justyna Mintus, Leonard Clemens, Rasa Urnieziute, Arvid Woelfel (Graft Architekten)


Beurteilung durch das Preisgericht:
Die im Grunde schlichte Überlegung, die "gelernten" Symbole festlicher Inszenierungen des Filmschaffens - den roten Teppich, Scheinwerferlicht, Sterne für die Stars - zu einem Ort des permanenten Auftritts im Stadtraum zu bündeln, hat dem vorliegenden Entwurf in bemerkenswerter Weise beides ermöglicht: die große urbane Geste und die direkte, geradezu selbstverständliche Umsetzung des Themas "Boulevard der Stars".

Es ist gelungen, einen von den Jurymitgliedern übereinstimmend als "Unort" charakterisierten Platz zwischen den zwei stark frequentierten Fahrbahnen der Potsdamer Straße zu einem attraktiven Ort der Ehrung für die herausragenden Protagonisten des Film- und Fernsehschaffens zu qualifizieren. Dabei wird den Besuchern über die Ehrenplaketten ein Blick auf die Vielfalt der Kreativleistungen in dieser modernen Kunstform ermöglicht, ohne durch die absehbar große Menge der Geehrten die Aufnahmekapazität des Ortes wie die auch des Publikums zu erschlagen.

Die Installationen auf diesem "roten Stadt-Teppich" laden aber nicht nur dazu ein, zu erinnern und wiederzuerkennen, sondern eröffnen durch die Installation von "Pepper’s Ghost Camera" einen neuen interaktiven Erlebnisraum: Das verblüffend einfach funktionierende low-tech-Abenteuer, sich neben "seinem" Star mit dem eigenen Fotoapparat fotografieren zu lassen, dürfte generationsübergreifende Nutzer finden und ist dazu angetan, bisher nur Star-begeisterte, aber nicht Film-affine Menschen neugierig auf die Gesamt-Branche zu machen - hier erwartet die Jury einen echten interaktiven Mehrwert und durchaus auch intellektuellen Erkenntnisgewinn.

Die Weiterführung des "Roten Teppichs" bis auf Teile der Gehwege markiert nicht nur die Eingangsbereiche der beiden großen Filminstitutionen "Berlinale" und "Film- und Fernsehmuseum". In letzterem bieten permanente und temporäre Ausstellungen ein ideales, die "Boulevard"-Informationen vertiefendes Informationsangebot. Für die Vernetzung der weiteren, auf dem Potsdamer Platz vorhandenen Film-spezifischen Angebote kann der Entwurf mit seinem populären Ansatz und der gleichzeitig angemessenen, nicht pathetischen Ehrung von Protagonisten aus 120 Jahren deutschsprachigen Filmschaffens Katalysatoren-Funktion entwickeln.

Die Umsetzung der projektierten Straßenbahnplanung hält die Jury mit der offenen Konzeption des Entwurfs erfüllbar. Die Integration der zukünftigen Haltestellen ermöglicht es den Besuchern, direkt auf dem "Roten Teppich" auszusteigen - und damit sofort im Erinnerungs- und Erlebnisraum "Boulevard der Stars" anzukommen.

Der Entwurf hat Landmark-Charakter - und das weit über die unmittelbare Umgebung hinaus: Die markante Farbgebung gibt dem "Boulevard der Stars" eine deutliche Sichtbarkeit sogar im digitalen Ortungssystem von google earth. Hier könnte bei Tag wie Nacht und ganzjährig wahrnehmbar ein neues Zeichen für die Filmstadt Berlin entstehen.
Perspektive
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Konzept
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Luftperspektive
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Perspektive
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Perspektive
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Perspektive
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Perspektive
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