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Die Westtangente

Die städtebauliche Planung für das Gleisdreieck war seit Kriegsende immer auch stark von verkehrsplanerischen Konzepten geprägt. So dominierte in der Nachkriegsdebatte über den Wiederaufbau der Stadt die Frage nach der „autogerechten Verkehrslösung“ für die damals prognostizierten sechs Millionen Einwohner. Dies kommt in verschiedenen Wettbewerben und im Flächennutzungsplan (FNP) von 1965 für Berlin (West) zum Ausdruck. Dieser FNP sah, unter Berücksichtigung einer möglichen Wiedervereinigung, verschiedene Autobahntangenten und den letztlich auch gebauten Autobahnring vor. Geplant waren eine Nord-, Süd-, Ost- und Westtangente um die historische Mitte Berlins.

Gerade der Verlauf der Westtangente über das Gleisdreieck und die dort vorgesehene Kreuzung mit der Südtangente hätte unmittelbare Folgen für das Gebiet gehabt. Galten die Pläne für die Westtangente Ende der 70er Jahren als überholt, so wurden sie doch immer wieder hervorgeholt, je nach politischer Konstellation. Die Funktion der Südtangente ist den Uferstraßen des Landwehrkanals zugefallen, die nach der Zuschüttung des auf die Güterbahnhöfe bezogenen Hafenbeckens als durchgängige Einbahnstraßen ausgebaut wurden. Sie sind inzwischen auch offiziell Teil eines Innenstadtrings um das historische Zentrum geworden.


Lage der Westtangente (rote Autobahn) zum Gleisdreieck (grüne Fläche)
(Quelle: Kartengrundlage Senatsverwaltung für Stadtentwicklung)



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Von: Jähnig

17.10.2005 | 12:50
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