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Diskussionsbeitrag | 31.10.2005 | 11:47 | Wernerchen

Diskussionsbeitrag Generalszug als Brücke?

Plädoyer für eine lange Brücke zwischen Bülow- und Hornstraße.

Eine direkte Fahrrad/Fußgängerverbindung im Generalszug zwischen Bülow- und Hornstraße bedeutet eine Abkürzung um etwa 300 Meter und erspart darüber hinaus den Horror Yorckbrücken. Am einfachsten wäre es gewesen, wenn die Planer der Fernbahntrasse die städtebauliche Bedeutung des Generalszugs erfasst hätten und gleich einen Tunnel unter die Fernbahn gebaut hätten. Leider ist die Fernbahn aber schon gebaut. Es bleibt eine Brücke über die Bahntrasse, die allerdings wegen der Bahnoberleitungen relativ hoch sein müsste. Um steile An- und Abstiege im Bereich der Fernbahn zu vermeiden, plädiere ich für eine langgezogene Fahrradbrücke über den Park, der an dieser Stelle knapp 800 Meter breit sein wird. Der Volkspark Gleisdreieck ist gekennzeichnet durch die Verkehrsschneisen, die Ihn durchpflügen, unterirdisch, zu ebener Erde oder "im ersten Stock". Der Parkbenutzer ist auf die ebene Erde beschränkt. Eine langgezogene Fußgänger/Fahrradbrücke würde auch den Parkbenutzern eine weitere Verkehrsebene bringen.
Mehr dazu im Fahrradblog:
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Kommentare
Gute Idee !
(Kommentar von Rainer Rudolph 31.10.2005 | 14:20)
Der neue Park braucht ein 1-2 leistungsfähige Ost-West und Nord-Süd Wege für den Fahrradverkehr und zur Erschließung der verschiedenen Zonen des Parks. Daneben sollte ein kleineres Wegenetz innerhalb des Parkes für die anderen Nutzungen (Ruhe, Spiel, Sport, Sonnen, Hunde) erhalten. Alle Zugänge (und es sollte viele geben) sollten ein torartiges Aussehen haben um den Park als etwas besonderes herauszuheben. Nicht einfach die Mauern abreißen.
Zuende gedacht?
(Kommentar von Tosch 02.11.2005 | 11:27)
Die Brücke müsste mindestens 10 Meter, evtl. gar 14 Meter hoch werden (S21). Die notwendigen Auffahrten für Fahrrad- und Rollstuhlfahrer wären 180-250 Meter lang! Entweder lang ausgezogen, in Serpentinen oder spiralförmig. Ein ganz schönes Monstrum, dass einem auch noch die einmalige Aussicht verstellt.
Nicht mein Geschmack. Da laufe oder fahre ich lieber etwas weiter und spare mir den langen Anstieg.
Gestaltungsproblem
(Kommentar von Rainer Rudolph 02.11.2005 | 14:33)
Diese Brücke müsste natürlich exzellent Gestaltet sein. Und solche gibt es tatsächlich ! Falls der Weg etwas nach Norden schwenkt liegt die Bahn schon etwas tiefer. Diese Brücke könnte ein ästethisches Highlight werden und es gibt genug Leute die gerne Züge von oben sehen. Ich finde es wäre einen Versuch wert, einen öffentlichen Wettbewerb auszuschreiben und dann zu entscheiden ob ein Ergebnis gut genug ist oder nicht.
Tosch hat Recht - teilweise
(Kommentar von Wernerchen 03.11.2005 | 14:27)
Tosch schreibt, dass die Brücke "mindestens 10 Meter, evtl. gar 14 Meter hoch werden" muss. Ich selbst kann das nicht beurteilen, aber vermutlich hat er Recht. Vielleicht können die Moderatoren dieses Dialogs weitere Fakten dazu beisteuern, denn im "Planwerk Innenstadt, Stand 2005" ist bereits eine direkte Verbindung zwischen Horn und Bülow vorgesehen. Rainer Rudolphs Vorschlag, den Weg etwas nach Norden zu verschwenken, ist deshalb nicht praktikabel, weil er bereits aus dem Park herausführt. Ein solcher Weg würde das Gelände des ehemaligen Postbahnhofes queren und dieser Bereich wird neu bebaut werden.

Es bliebe dann lediglich der Vorschlag von mart.schlegel, der einen Fahrradweg nördlich des Bahntunneleingangs fordert.
Wichtiges Planungsziel
(Kommentar von Moderation (dr) 03.11.2005 | 16:56)
Wir können zwar keine genauen Angaben zu Höhe und Ausmaß solch einer Brücke geben. Jedoch hat die Nachfrage bei der Senatsverwaltung ergeben, dass das Planwerk Innenstadt wichtige Planungsziele vorgibt. Wernerchens Anmerkung ist somit richtig, dass an dieser Stelle eine Brückenverbindung vorgesehen ist. Zur Zeit wird innerhalb der Senatsverwaltung die Machbarkeit und Dimension einer solchen Verbindung geprüft. Sobald wir genaueres wissen, werden wir es in die Diskussion einbringen.
Soweit von der Moderation:-)
Daniela Riedel
Vieviel Parks "Gleisdreieck" ?
(Kommentar von Rainer Rudolph 04.11.2005 | 14:29)
Falls es keine Ost-West Verbindung innerhalb des Parks gibt dann gibt es auch keinen gemeinsamen Park. Niemand wird die Unterführung Yorkbrücken oder das Schöneberger- und Tempelhofer Ufer benutzen um von einem Teil in den anderen zu gelangen. Diese Strassen sind Teil des Problems,das die Bezirke trennt. Wen es keine Verbindung im Park gibt erhalten wir zwei insgesamte weniger wirksame Teilflächen, einen Park Flotwellstr. für Schöneberg und einen Park Möckernstrasse für Kreuzberg. Eine Verbindung ist eine wirliche Chance die es zu nutzen gilt. Und falls die Verbindung nur ein kleiner Weg ist der sich zwischen Brücken und Tunnelmündern schlängelt werden ihn trotzdem sehr viele Leute als Verbindungsweg zwischen den Bezirken nutzen, da die beiden Strassen für Fuß und Rad sehr unwirtlich sind. Das Problem sucht sich seine Lösung schon und dann kann man auch gleich etwas problemgerechtes bauen. Ich stelle mir eine Brücke vor die schlank, hell und filigran ist, so wie Santiago Calatrava sie baut (z.B. am Reichstag) und kein "Autobahnüberführung".
Im Interesse der Radfahrer
(Kommentar von Wernerchen 04.11.2005 | 21:14)
Wie viele Radfahrer mögen wohl werktags zwischen Kreuzberg 61 und der westlichen Innenstadt pendeln? Diese Fahrradpendler wollen den Park im eigentlichen Sinne gar nicht nutzen, sie wollen lediglich schnell zur Arbeit, zur Schule, zur Uni. Eine vier oder fünf Meter hohe Brücke über den Park ist kreuzungsfrei und kann gestalterische Akzente setzen. Die Brücke würde zum Beispiel auch durch das sogenannte Wäldchen führen. Es ist nicht schön, durch den Wald in Gipfelhöhe zu fahren? Außerdem hätte eine lange Brücke den Vorteil, dass der notwendige zusätzliche Anstieg in Höhe der Fernbahn um eben diese vier oder fünf Meter weniger stark ausfällt. Da nach dem Scheitelpunkt der Brücke jeweils lange ebene Strecken liegen, kann man als Radfahrer sehr gut den Schwung der Abfahrt mitnehmen.

Eine lange Brücke über den Park hätte kurz gefasst zwei Vorteile. Sie behindert die eigentlichen Nutzer des Parks nicht oder nur kaum und sie schafft für Radfahrer eine schnelle und grüne Verbindung zwischen den beiden Stadtzentren.


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Von: Wernerchen

31.10.2005 | 11:47
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