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Presse und Aktuelles

Senatsverwaltung eröffnet öffentlichen Dialog zur Entwicklung des Klosterviertels


27.06.08, Pressemitteilung
1. Gespräch zur Stadtentwicklung an Berlins mittelalterlichem Gründungsort

Am 25.06.2008 eröffnete die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung den Dialog mit den Berlinern zur Wiederbelebung des mittelalterlichen Kerns von Berlin im Rahmen der Gesprächreihe zur Stadtentwicklung im Klosterviertel.


Senatsbaudirektorin Regula Lüscher begrüßte und würdigte die rund 120 interessierten Besucher, die trotz der zeitlichen Konkurrenz mit dem EM-Halbfinalspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gekommen waren, um sich über den Stand der Planung zu informieren und in die Diskussion einzubringen.

In den einleitenden Vorträgen referierten der Berliner Historiker Prof. Dr. Laurenz Demps, Manfred Kühne, Abteilungsleiter für Städtebau und Projekte in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und die Senatsbaudirektorin Regula Lüscher über die historischen Zusammenhänge, den bisherigen Planungsprozess sowie die weiteren Pläne zur Entwicklung des Klosterviertels.

Prof. Dr. Demps stellte aus Sicht des Historikers das Gebiet um den Molkenmarkt als den mittelalterlichen Siedlungskern Berlins vor, der durch die Jahrhunderte ein politisches und wirtschaftliches Zentrum mit veränderten Funktionen war, jedoch spätestens im 20. Jahrhundert vollständig durch Verwaltungsgebäude geprägt wurde und als Wohnort verloren ging.

In Anknüpfung an die Stadtplanung des 20. Jahrhunderts verwies Manfred Kühne in seinem Vortrag auf das Planwerk Innenstadt von 1999, in dem die Entwicklung des Klosterviertels bereits vorgesehen wurde. Er skizzierte das von der Senatsverwaltung mit sechs Gutachterteams durchgeführte Workshop-Verfahren, aus dem der Masterplan für das Gebiet um Molkenmarkt und Klosterviertel hervorgegangen ist. Die Herausforderungen an die Planung seien der aus historischer Sicht gerechte Umgang mit dem Stadtgrundriss, die Fragen der Parzellierung und Maßstäblichkeit der Bebauung sowie die Entscheidung bezüglich der Gebäudetypologien. Die zentralen Punkte der weiteren Diskussion werden laut Manfred Kühne die Verkehrsführung und die Frage des Vorplatzes vor dem Neuen Stadthaus sein.

Ausgehend von den Ergebnissen des Workshops-Verfahrens legte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher den Fokus ihres Vortrags auf die Frage nach dem weiteren Vorgehen, insbesondere vor dem Hintergrund der historischen Bedeutung des Viertels. "Berlin hat viele historische Orte und die Wiederherstellung des mittelalterlichen Teils hat ganz große Bedeutung für die Zukunft Berlins", so Frau Lüscher. Jedoch seien diese Orte durch Zerstörung nicht mehr erlebbar und insbesondere am Molkenmarkt sei mangels vorhandener historischer Strukturen eine Rekonstruktion historischer Gebäude kaum möglich, so dass sich die Frage nach Wiederherstellung oder Interpretation in zeitgemäßer Form stelle. Frau Lüscher rief zu einem Dialog zwischen den Bewahrern und Modernisten auf, zu dem auch die Gesprächsreihe beitragen könne. Als Basis für die weitere Planung nannte Sie den Masterplan. Ziel sei die "Schaffung von attraktiven Stadträumen und Wohnungstypen". Hierzu wurden die im Auftrag der Senatverwaltung erstellten Konzepte von drei Architektenbüros vorgestellt. Grundsätzlich fungiere der Masterplan als Definition von Grobstrukturen und der B-Plan solle zukünftig Raum für nutzungsorientierte Planung und Bebauung lassen.

Im Anschluss an das Vortragsprogramm diskutierten die Teilnehmer der geladenen Expertenrunde über die Herausforderungen an die weitere Planung. Neben den Vortragenden gehörten auch der Architekt Prof. Adolf Krischanitz und Pfarrer Gregor Hohberg von der Evangelischen Gemeinde St. Petri-St. Marien dazu.

In der anschließenden angeregten Diskussion mit dem Publikum meldeten sich verschiedene Fachleute und Vertreter von Interessensgruppen mit ihren Fragen und Einschätzungen zu Wort, die von der Expertenrunde kommentiert wurden. Die Senatsbaudirektorin Regula Lüscher zeigte sich für weitere Vorschläge offen. Sie betonte, dass die weitere Planung "nicht Top-down" sondern im Austausch mit Investoren und Nutzern erfolgen müsse und werde.

Zum Abschluss zog die Moderatorin Prof. Elke Pahl-Weber ein positives Fazit des ersten Gesprächs und lud zur Fortsetzung des Dialogs zum 2. Teil der Veranstaltungsreihe ein. Das 2. Gespräch mit dem Themenschwerpunkt "Straßen und Plätze" findet am 09.07.2008, um 19.00 Uhr ebenfalls im Neuen Stadthaus in der Parochialstraße 3 statt.




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