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Presse und Aktuelles

Begrenzt offener Realisierungswettbewerb für Architekten Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen entschieden


19.06.08, Pressemitteilung
Das Wettbewerbsverfahren Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen wurde nach eintägiger Sitzung des Preisgerichts am 18.06.2008 entschieden.

Anlass und Ziel des Verfahrens:
Gegenstand des Wettbewerbs war der partielle Umbau der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen zur Schaffung eines zentralen Ausstellungsbereichs sowie zur Unterbringung ergänzender besucherorientierter Nutzungen.

Bei der Anlage handelt es sich um die ehemalige Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR.


Der Gesamtkostenrahmen für das Bauvorhaben Hauptgebäude beträgt ca. 13,1 Mio. Euro einschließlich Mehrwertsteuer.

Auf dem Gelände der früheren zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit wurde 1994 die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen für Besucher eröffnet. Da große Teile der Gebäude und der Einrichtung erhalten geblieben sind, vermittelt die Gedenkstätte ein sehr authentisches Bild des Haftregimes in der früheren DDR. Nicht zuletzt wegen ihrer geographischen Lage in der Bundeshauptstadt gilt sie als einer der wichtigsten Orte der Erinnerung für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland, als Mahnmal von nationaler Bedeutung.

Ziel des Wettbewerbs war es, einen realisierbaren Entwurf für einen zentralen Ausstellungsbereich mit ergänzenden Nutzungen wie Cafeteria und Bibliothek zu erhalten. Vorgesehene Nutzung im Ausstellungsbereich sind eine Dauerausstellung und Wechselausstellungen der Gedenkstätte. Der Entwurf soll die funktionalen und wirtschaftlichen Anforderungen eines modernen und gleichermaßen gedenkstättenspezifischen Ausstellungsortes berücksichtigen. Die geplanten baulichen Maßnahmen dürfen dabei die Authentizität des Ortes, insbesondere den düsteren und gewalttätigen Charakter der ehemaligen Haftanstalt, weder gefährden noch beeinträchtigen. Historisch wertvolle oder charakteristische Bausubstanz darf nicht zerstört werden.

Die Auslobung erfolgte als begrenzt offener einstufiger Realisierungswettbewerb mit 20 Teilnehmern. Die Teilnehmer wurden in einem vorangegangenen Teilnahmewettbewerb ausgewählt. Für Preise standen insgesamt 52.000 € (netto) zur Verfügung.


Entscheidung:

Unter dem Vorsitz des Architekten Regine Leibinger, Architektin, Berlin entschied das Preisgericht nach ausführlicher Diskussion wie folgt:
 
  • 2. Preis 14.000,- Euro
    Dipl. Ing. Klaus Block, Architekt BDA
  • 3. Preis 11.000,- Euro
    Prof. Bernhard Winking, Architekten BDB mit Martin Froh
  • 4. Preis 8.000,- Euro
    THOMAS MÜLLER IVAN REIMANN
    Gesellschaft von Architekten mbH
  • Sonderpreis 19.000,- Euro
    hg merz gmbH, architekten, museumsgestalter
Die Jury empfahl die mit dem Sonderpreis ausgezeichnete Arbeit zur weiteren Ausarbeitung und Realisierung.

Auszug aus der Beschreibung des Preisgerichts Sonderpreis:

Der Entwurf besticht durch klare Haltung und dem archetektonisch formulierten Respekt vor der Geschichte des Ortes. Deshalb verbieten sich für den Verfasser schlüssig der Einbau vom Funktionen wie Garderoben, WC und Cafeteria im Hauptgebäude. Er trennt Funktionsräume und Ausstellungsräume voneinander.

So wird mit der Einbeziehung des ehemaligen Garagentraktes für Foyer, Veranstaltungsräume, Café, Bibliothek und die dazugehörenden Nebenräume nicht nur dem Hauptgebäude eine angemessene Nutzung vorbehalten, es wird gleichzeitig der Hof, das Freigelände als wichtiger authentischer Raum zwischen den Funktionen instrumentiert. Der architektonische Umgang mit der Garagensubstanz überzeugt, die Anlage und Größe des Foyers allerdings ist zumindest nachzubessern.

Das Hauptgebäude bleibt in seiner labyrinthischen Kleinteiligkeit erhalten. Keine architektonischen Gewaltakte sind notwendig, die Ausstellung zu ermöglichen. Das vorgeschlagene System von Steg-, Themeninseln und Ausstellungswand kann allerdings nicht überzeugen, im Gegensatz zur vorgeschlagenen Präsentation von Bildern und Texten als Lichtprojektion an den Bestandswänden und Böden.

Insgesamt ist dies ein sehr mutiger Beitrag der sich über die vorgegebenen Grenzen bewegt; ein Beitrag, der in sich schlüssig und konsequent die Geschichte des Ortes aufs Beste zu bewahren vermag, ohne die neue „Dokumentationsebene“ des Ortes zu vernachlässigen.


Ausstellung:

Die Wettbewerbsarbeiten werden vom 08. 07.2008 bis 18.07.2008 (täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr) in den Räumen der Gedenkstätte Hohenschönhausen, Genslerstraße 66, 13055 Berlin ausgestellt. Die Ausstellung wird am 07.07.2008 um 19:00 Uhr eröffnet.




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