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Senatorin Junge Reyer zur Initiative "Rettet die Museumsinsel"


05.04.07, Pressemitteilung
In der aktuellen Diskussion um die Gestaltung der Museumsinsel und um die Initiative "Rettet die Museumsinsel" nimmt die für den Denkmalschutz in Berlin zuständige Senatorin Ingeborg Junge-Reyer Stellung:

"Obwohl das Projekt eines neuen Eingangsgebäudes für die Museumsinsel seit mehr als 10 Jahren mit allen Verantwortlichen der Denkmalpflege im Grundsatz abgestimmt ist und bei der Konkretisierung jetzt weiter abgestimmt wird, behaupten die Initiatoren des Volksbegehrens, dass die aktuellen Planungen Baudenkmale auf der Museumsinsel und damit auch deren Status als Welterbestätte gefährden würden. Das entspricht nicht den Tatsachen. Die Initiative schadet mit solchen Behauptungen nicht nur dem Ruf Berlins als geschichtsbewusster Metropole der Baukultur, sondern darüber hinaus auch der Kulturpolitik des Bundes, der enorme Investitionen tätigt, um die Welterbestätte Museumsinsel in einen nutzungs- und denkmalgerechten Zustand zu versetzen."

Das Volksbegehren soll ein neu zu errichtendes Eingangsgebäude am Kupfergraben verhindern, das Museums- wie Denkmalexperten für unverzichtbar halten, um wachsende Besuchermassen bewältigen zu können. Der Standort war in Expertenkreisen nie strittig, weil dort schon während der Ausbauphase der Museumsinsel vor 1930 das von Karl Friedrich Schinkel errichtete Verwaltungsgebäude des "Packhofs" stand, der als Lager­haus am Spreeufer diente. Ein ergänzender Neubau zur Vermeidung störender Einbauten für die Besucherabwicklung in den Baudenkmalen wurde deshalb der UNESCO schon im Welterbean­trag angekündigt, wo es heißt:

"Voraussetzung für die Zusammenführung und Neuordnung der Sammlungen ist die denkmalverträgliche Generalsanierung aller Gebäude der Museumsinsel einschließlich der ergänzenden Wiederherstellung des Neuen Museums mit Verbindungs- und Ergän­zungsbauten."

Offensichtliches Ziel des Volksbegehrens ist auch die Verhinderung eines Neubaus in einer heutigen Architektursprache, obwohl die historischen Bauten auf der Museumsinsel stets in den sehr unterschiedlichen Stilen ihrer Entstehungszeit und mit den jeweils neu­esten technischen Standards errichtet wurden. Die Denkmalpflege hat die Fortsetzung dieser Tradition immer begrüßt. Auch die den Schutz der Welterbestätte überwachende UNESCO trägt diese Strategie ausdrücklich mit.

Junge-Reyer: "Die Beauftragung eines qualifizierten Architekten wie David Chipperfield berechtigt zu der Erwartung, dass ein standort- und welterbegerechter Neubau entstehen wird."

Der Vorschlag, zur Vermeidung des Neubaus alternativ den Hof des Pergamonmuseums zu überbauen, wendet sich unmittelbar gegen eines der Hauptziele der Denkmalpflege, die erfolgreich darauf gedrungen hat, diesen charakteristischen Freiraum zu erhalten. Eine gegen die Denkmalpflege durchgesetzte Hofüberdachung würde zudem eine Halle schaffen, die kaum zur Unterbringung der zusätzlichen Besuchereinrichtungen geeignet wäre.

Frau Junge-Reyer begrüßt deshalb aus Sicht des Denkmalschutzes wie auch der Baukultur ausdrücklich, dass nach dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Prof. Lehmann, und dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit jetzt auch eine Institution wie der Bund Deutscher Architekten (BDA) aus fachlicher Sicht sein Unverständnis für die Ziele des Volksbegehrens deutlich ausgesprochen hat.




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