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Senatorin stellt Wirkungsanalyse Tempo-30 vor


04.04.07, Pressemitteilung
Die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz die Wirkungen der Einführung von Tempo 30 auf Berliner Hauptverkehrsstraßen vorgestellt.

Im Herbst 2005 wurde in 16 Abschnitten des Berliner Hauptstraßennetzes die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h herabgesetzt. Mit der Einführung sollten für die Anwohner die hohen verkehrsbedingten Luftschadstoff- und Lärmbelastungen gemindert und die Verkehrssicherheit erhöht werden. Zur Überprüfung der Wirksamkeit von Tempo 30 wurden jetzt an beispielhaften Abschnitten ein Jahr nach der Einführung die eingetretenen Wirkungen auf die Geschwindigkeit, die Verkehrsbelastung, die Lärm- und Luftschadstoffbelastung sowie die Unfallsituation analysiert.

Senatorin Junge-Reyer: "Die Ergebnisse nach einem Jahr Tempo-30 auf ausgewählten Hauptverkehrsstraßen sind in der Tendenz eindeutig positiv. Steht an einer Hauptverkehrsstraße ein Tempo-30-Schild, nimmt die mittlere Geschwindigkeit ab. Durch diese Minderung der Geschwindigkeit nimmt auch die Lärmbelastung ab. Ebenso kann die Feinstaub- und Stickoxidbelastung durch Tempo-30 nachweislich reduziert werden. Nach einem Jahr Beobachtung der Unfallzahlen an Tempo-30-Abschnitten kann noch nicht abschließend gesagt werden, ob die Verkehrssicherheit signifikant zunimmt. Die Tendenz ist aber auch hier deutlich: Dort, wo die Geschwindigkeit deutlich gemindert wurde, ging sowohl die Zahl der Unfälle als auch die Schwere der Verkehrsunfälle zurück. Alle diese positiven Wirkungen von Tempo 30 auf Hauptstraßen könnten jedoch sehr viel deutlicher ausfallen. Dies zeigt das Beispiel der Schildhornstraße, wo ein "Starenkasten" Geschwindigkeitsüberschreitungen aufzeichnet. Die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit ist leider an nicht überwachten Stellen weiterhin höher als die erlaubten 30 km/h. Die positiven Wirkungen auf die Umwelt und die Verkehrssicherheit würden verstärkt, wenn sich alle Autofahrer an Tempo-30 hielten. Aus diesen Gründen begrüßen wir es, dass die Polizei die Einhaltung der Tempo-30-Regelung überwacht."

Die Auswertung der Detektordaten für die untersuchten Tempo-30-Abschnitte an der Potsdamer Straße, Beusselstraße, Edisonstraße, Hauptstraße und Wisbyer Straße zeigen noch erhebliche Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit insbesondere in der Nacht und in den frühen Morgenstunden. Die bisher vorliegenden Daten belegen aber trotz dieser Einschränkung eine geschwindigkeitsreduzierende Wirkung der Tempo-30-Anordnung.

In den untersuchten Straßenabschnitten führte Tempo 30 zu einer Senkung der mittleren Geschwindigkeiten um bis zu 15 %. Diese Wirkungen wurden ohne zusätzliche Überwachung erzielt. Negative Verkehrsverlagerungen auf Nachbarstraßen sind nicht eingetreten. Die Lärm-Belastung durch den Kfz-Verkehr konnte in den untersuchten Abschnitten gemindert werden. Die hier festgestellten Entlastungseffekte sind z. T. moderat, können jedoch durch Überwachungsmaßnahmen verstärkt werden. Die Luftschadstoffbelastung kann dort, wo die Einhaltung von Tempo 30 überwacht wird - wie z.B. in der Steglitzer Schildhornstraße - um ca. 5 % beim Feinstaub und um ca. 13 % bei NO2 gemindert werden. Die Unfälle gingen fast um die Hälfte zurück. Aber auch in nicht überwachten Abschnitten mit Tempo 30 sind rückläufige Tendenzen bei der Unfallzahl als auch der Unfallschwere festzustellen. Dabei gehen die Unfälle im Längsverkehr und teilweise die Unfälle mit Personenschäden zurück.




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