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Presse und Aktuelles

Strategien für Tempelhof und City-West vorgestellt


26.03.07, Pressemitteilung
Die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz ihre Leitlinien für die Entwicklung eines tragfähigen Konzepts zur Nachnutzung des ehemaligen Flughafens Tempelhof sowie zur Entwicklung der City-West vorgestellt.

Zum 31.10.2008 wird der Flugbetrieb am Flughafen Tempelhof eingestellt. Nach juristischer Klärung Anfang des Jahres zugunsten einer Beendigung des Flugbetriebs läuft derzeit der nächste notwendige Schritt, nämlich das Verwaltungsverfahren zur Entlassung der Tempelhofer Flughafenflächen aus der luftverkehrsrechtlichen Zweckbestimmung (sog. Planfeststellungsaufhebung), um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Umnutzung des Flughafengeländes zu gewährleisten. Die Planfeststellungsaufhebung wird voraussichtlich bereits Ende 2007 abgeschlossen sein. Eine Senatsvorlage über die Feststellung der außergewöhnlichen stadtpolitischen Bedeu­tung (gemäß § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AGBauGB und § 10 Abs. 1 NatSchG Bln) für die Flächen und die Gebäude des Flug­hafens Tempelhof, die die planerische Zuständigkeit der Senatsverwaltung für Stadtentwick­lung begründet, ist in Vorbereitung.

Senatorin Junge-Reyer: „Der Flughafen Tempelhof ist zweifellos ein Mythos. Was mit diesem Areal geschieht, berührt die Berlinerinnen und Berliner. Es interessiert auch international eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure. Diese besondere Bedeutung des Areals gilt es zu würdigen, ohne dabei außer Acht zu lassen, dass die Zeiten des Flugbetriebs in der eng bebauten Berliner Innenstadt vorbei sind. Die klare Entscheidung für BBI lässt den Flugbetrieb weder in Tegel noch in Tempelhof zu.

Berlin gewinnt nach Beendigung des Flugbetriebs in mehrfacher Hinsicht: Die Innenstadt wird entlastet von Lärm, Emissionen und der potentiellen Gefahr durch die Luftfahrt. Berlin gewinnt darüber hinaus eine einmalige, berühmte und die Phantasie und Kreativität anregende Freifläche. Wir werden diese Fläche weiterentwickeln. Dabei wird ein ökologischer Grundsatz unsere Richtschnur sein: Tempelhof ist der „Kühlschrank Berlins“. Die Freifläche sorgt für den notwendigen Wärmeaustausch und ist unverzichtbar für das Klima in Berlin. Wir werden bei der zukünftigen Nutzung die Geschichte des Ortes sichtbar lassen. Die Freifläche und das Gebäude als ehemaliger Ort der Luftfahrt sollen erkennbar bleiben. Selbstverständlich soll aber trotzdem das Areal für die Berlinerinnen und Berliner so bald wie möglich geöffnet werden. Ein Areal von 386 ha kann nicht sofort einer endgültigen, auf Dauer angelegten Nutzung zugeführt werden. Deshalb werden wir das Tempelhofer Feld zwischennutzen. Keine andere Metropole steht vor einer vergleichbaren Herausforderung, mitten in der Stadt Freiflächen von dieser Größe zu haben, womit sich einmalige Chancen für in die Zukunft gerichtete Investitionen ergeben.“
Mit einer Reihe von Veranstaltungen soll internationales Interesse auf die Potentiale dieses großen innerstädtischen Areals gelenkt werden. Im Sommer wird die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen Internetdialog zum Thema „Zukunft des Tempelhofer Feldes“ starten. Diese Form des öffentlichen Dialogs hatte sich bereits beim Alexanderplatz, Gleisdreieckpark, Kulturforum und der Gestaltung der Mauergedenkstätte bewährt. In weiteren Veranstaltungsrunden sollen insbesondere die Bewohner der angrenzenden Stadtteile Tempelhof, Neukölln, Schöneberg und Kreuzberg über die neuen Entwicklungen informiert und in den Planungsprozess mit einbezogen werden.

Mit dem Widerruf der Betriebsgenehmigung für den Flughafen Tempelhof geht die Verantwortung für das Flugfeld an die Grundstückseigentümer, 49 % gehören dem Land, 51% dem Bund. Deshalb ist in den nächsten Monaten eine Betriebs- und Organisationsstruktur zur Steuerung von Nutzung und Unterhaltung aufzubauen sowohl der Freifläche als auch des Gebäudes. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat in den derzeit laufenden Haushaltsberatungen für das Jahr 2008 insgesamt 500.0000 € für Planungsprozesse, Veranstaltungen mit Anrainern, Aufbau einer Organisationsstruktur für die Nachnutzung sowie Aktivierung und Initiierung von privaten Akteuren für die Zwischennutzung beantragt. Im Jahr 2009 rechnet die Verwaltung mit Kosten i.H. von ca. 3,3 Mio. € für bauliche Sofortmaßnahmen zur stufenweisen Erschließung des Areals, Versetzen von Zäunen, Ergänzung der Wegebeziehungen, Wiesenpflege etc..

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des Senats in der laufenden Legislaturperiode ist die Entwicklung der City-West. Die City-West als einer der beiden großen Zentrumsbereiche der Stadt trägt wesentlich zum Image Berlins bei. Die Potenziale der City-West als Einkaufsstandort auf hohem Niveau, als Standort für Bildung, Kultur, Wissenschaft und Büronutzungen sowie als herausgehobener Wohnstandort sollen gestärkt, die vorhandene historisch geprägte typische Struktur der Nutzungsmischung und -vielfalt soll erhalten und verbessert werden.

Die zentralen Flächen um das künftige Aussichtsrad herum und besonders für den Hardenbergplatz sind für die zukünftige Entwicklung der City-West von außergewöhnlicher stadtpolitischer Bedeutung. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wird deshalb im April einen Beschlussvorschlag in den Senat einbringen, mit dessen Inkrafttreten die planerische Zuständigkeit für das Gebiet vom Bezirk auf den Senat übergeht. Die Stadtentwicklungsverwaltung wird neben der konkreten Zuständigkeit für einzelne Bebauungspläne ein grundsätzliches Leitbild für die City-West - unter Einbeziehung des Bezirkes - erarbeiten. Die Zuständigkeit für die Erstellung des Bebauungsplans „Aussichtsrad am Zoo“ verbleibt beim Bezirk Mitte.

Junge-Reyer: “Die City-West verfügt über die urbanen Qualitäten einer europäischen Metropole. Hier ist die städtische Tradition des 20. Jahrhunderts, nämlich die Kombination aus Kultur, Amüsement und Einkauf, in ein lebendiges Wohngebiet mit hervorragender Verkehrsinfrastruktur eingebettet. Damit dies so bleibt und das Gebiet seine Attraktivität noch steigert, werden wir alle wichtigen Akteure an einen Tisch holen: IHK, AG City, Bezirk, KaDeWe, Theater des Westens und wichtige Grundstückeigentümer. Wir initiieren einen Prozess, dessen Ziel ein von Privaten und Verwaltung getragenes Entwicklungskonzept für dieses einmalige urbane Zentrum ist.“




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