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Tag des offenen Denkmals am 10./11. September im Zeichen von "Krieg und Frieden"


05.09.05, Pressemitteilung
Die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, stellte heute zusammen mit Landeskonservator Prof. Dr. Jörg Haspel in einem ehemaligen Militär-Speicher in Tempelhof, heute Depot des Museums für Kommunikation, das Programm zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals vor.

60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges steht der Tag des offenen Denkmals 2005 bundesweit unter dem Motto „Krieg und Frieden“. In Berlin gehören auch Monumente zum Programm, die an die jahrhundertealte militärische Tradition der Hauptstadt erinnern. So verleihen in diesem Jahr Bunker und Kasernen, Friedhöfe und Ruinen, Gedenk- und Mahnstätten der Veranstaltung besondere Akzente.

„Das Thema interessiert viele Menschen“, unterstrich die Senatorin: „So werden in diesem Jahr über 300 Führungen und Besichtigungen von Ehrenamtlichen meist kostenfrei angeboten, erheblich mehr als in den vergangenen Jahren. Dieses bürgerschaftliche Engagement ist eine Ermutigung auch für Politik und Verwaltung. Erneut ist es der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zu danken, dass wir das beliebte Programmheft wieder heraus geben konnten.“

Die Programmhefte sind bei den Bürgerämtern der Bezirke erhältlich oder im Landesdenkmalamt Berlin, dort auch am nächsten Wochenende. Wer noch kein Programmheft hat, kann sich im Internet orientieren, wo auch ständig neue Angebote veröffentlicht werden.

Zu den Neuheiten im Programm gehört eine vom Evangelischen Kirchenkreis Stadtmitte organisierte „Kirchen-Rallye“, eine Sternfahrt mit eigenen Fahrrädern oder Skates von drei Standorten aus in die Innenstadt. Unterwegs lernen die Teilnehmer denkmalgeschützte Gotteshäuser kennen, erfahren auch etwas über die Geschichte zerstörter Kirchen und Synagogen. Alle Rallyeteilnehmer treffen sich nach drei Stunden in dem von Krieg und Wiederaufbau gezeichneten Innenraum der barocken Parochialkirche, wo sie ein großes Gospelkonzert erwartet.

Neu ist auch ein entdeckungsreicher Kiezspaziergang durch den Wedding, initiiert vom Quartiersmanagement Soldiner Straße. „Zu meiner großen Freude“, sagte Senatorin Junge-Reyer,“ beteiligen sich zunehmend Quartiersmanagement-Büros am Tag des offenen Denkmals, entweder direkt als Veranstalter oder als Initiatoren im Hintergrund, so auch in Oberschöneweide, Schöneberg-Nord, in der High-Deck-Siedlung und im Reuter-Kiez in Neukölln. Gerade in den mit mannigfaltigen sozialen Problemen belasteten Stadtteilen kann die Beschäftigung mit den baulichen Zeugnissen der Vergangenheit die Identifikation mit dem Stadtteil fördern und so zur Stabilisierung und Aufwertung des Kiezes beitragen.“

Speziell Kinder und Jugendliche für Denkmale zu begeistern und dabei für das Thema „Krieg und Frieden“ zu sensibilisieren, haben sich in diesem Jahr in bewährter Zusammenarbeit der Verein Denk mal an Berlin e.V. und der Arbeitskreis Berliner Regionalmuseen vorgenommen. Sechs „Jugendprojekte“ wurden von Kindern und Jugendlichen zum Tag des offenen Denkmals erarbeitet, u.a. eine szenische Lesung im Flakbunker Humboldthain oder eine Präsentation „Trümmerfrauen in Berlin“.

„Der Tag des offenen Denkmals steht eigentlich immer unter der Maxime ‘Denkmale für den Frieden’“, betonte die Senatorin. „Denn Menschen und Denkmale sind unbedingt auf Frieden angewiesen. Wir verstehen den Tag des offenen Denkmals als Erziehung zum Frieden, als Appell zur Völkerverständigung. Wir führen die Tradition der European Heritage Days weiter, die der Europarat 1991 ins Leben gerufen hat und die heute in fast 50 Ländern begangen werden, von Aserbeidschan bis Zypern.“

Der Tag des offenen Denkmals in Berlin
am 10. und 11. September


Hotline für aktuelle Auskünfte:
Nur 9.9. - 11.9., 8 - 18 Uhr, Tel. 25 79 67 71 oder 25 79 67 72

Programmhefte:
In allen Bürgerämtern und im Landesdenkmalamt Berlin (Klosterstr. 47 in Berlin-Mitte, 6.30 - 19 Uhr, auch am Wochenende geöffnet)

Eröffnungsveranstaltung -
Berliner Denkmaltag am Freitag, 9.9.:

Vorträge zum Thema ”Kriegsverluste – Nachkriegsschichten. Berliner Schlösser und Gärten”; Altes Stadthaus, Klosterstr. 47 in Berlin-Mitte, 10 - 19 Uhr. Eintritt frei

Abschlussveranstaltung - Berliner Denkmal-Salon am Sonntag, 11.9.:
Vortrag zum Thema „Die Mariä-Entschlafenskirche in Wolotowo bei Nowgorod“; Berliner Rathaus, 18 - 20 Uhr. Eintritt frei



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