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Initiative Verhalten im Brandfall
Verhalten im Brandfall

 

Presse und Aktuelles

Erste Informationen zum Nachhaltigkeitsbericht 2003


09.07.03, Pressemitteilung
Die wichtigsten Einzelergebnisse:

Wohnungsbau und Stadtentwicklung
In den Jahren nach der Wiedervereinigung hat Berlin große Anstrengungen zur Sanierung von Wohnraum unternommen. Dabei wurden Maßnahmen zur Modernisierungs- und Instandsetzung an fast 600.000 Wohnungen durchgeführt, von denen 30 % energetisch relevante Bauvorhaben - insbesondere zur Verbesserung der Wärmedämmung und zum Einbau moderner Heizungssysteme – waren. Diese Maßnahmen sind die entscheidenden Investitionen in eine saubere Luft.
Ende 2000 gab es in Berlin 1.862.766 Wohnungen. Der Anteil des Altbaus betrug mit 800.000 Wohnungen 42,9 %, der des Neubaus lag mit 1.062.766 Wohnungen bei 57,1 %. Dabei ist Berlin weiterhin eine Mieterstadt. Während 89,6 % oder 1.669.000 Wohnungen vermietet werden, betrug der Anteil der Eigentumswohnungen nur 10,4 % (190.000 Wohnungen). Von 1990 bis 2000 hat sich damit der Wohnungsbestand um 157.000 Wohnungen erhöht – und einen Markt geschaffen, in dem sinkende Mieten und wachsende Leerstände ein Umdenken hin zur Eigentumsförderung im Bestand auch wirtschaftlich sinnvoll machen.
Seit Mitte der 90er Jahre gibt es in Berlin keine Wohnungsnot mehr, ein Problem, das die Stadt seit den Gründerjahren stets begleitet hat. Inzwischen gibt es sogar einen erheblichen Wohnungsleerstand. So erfreulich diese Entwicklung hin zum Mietermarkt ist, müssen wir uns auf der anderen Seite mit den damit verbundenen wohnungswirtschaftlichen Problemen auseinander setzen. In einigen Gebieten der Stadt werden wir aus diesen Gründen um den Abriss von Wohnungen und Gemeindebedarfsgebäuden nicht herumkommen. Der Abriss einzelner Gebäude bietet aber auch die Chance zur städtebaulichen Aufwertung des öffentlichen Raums in dicht besiedelten Wohnorten und kann somit Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung des Quartiers sein.

Wohnungsneubau
Von den 1995 bis 2000 fertiggestellten 111.000 Wohnungen wurden rund 22.000 (20 %) im sozialen Wohnungsbau (Erster Förderweg) und rund 36.500 Wohnungen oder 33 % in der vereinbarten Förderung errichtet. Der Anteil der Eigentumsförderung (Eigentumswohnungen, Ein- und Zweifamilienhäuser) lag bei rund 14.000 Wohnungen (13 %), der des freifinanzierten Wohnungsbaus (einschließlich Eigentum) betrug 34 % od. 38.000 Wohnungen. Ein- und Zweifamilienhäuser machten mit 18.221 Wohnungen rund 16 % aller Neubauten aus.
Seit 1996 hat ein grundlegender Wechsel in der Wohnungsbaupolitik stattgefunden. Die veränderten Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung haben eine Förderung entbehrlich gemacht.
Die Zahl der zum Bau genehmigten Wohnungen lag 2000 daher mit 7.719 Wohnungen weit unter dem Niveau der Jahre 1991 mit 11.208 und 1992 mit 10.976 genehmigten Wohnungen. Räumliche Schwerpunkte des Wohnungsneubaus waren Weißensee, Pankow, Köpenick aber auch Spandau. Nach Auslaufen des Fördergebietsgesetzes und in einem grundlegend veränderten Markt sank in den Jahren 1998 bis 2000 die Zahl der Genehmigungen rasch.

Neubau von Wohneigentum
1993 wurden Richtlinien geschaffen, die Bauherren und Erwerbern eine Förderung gewährte, auch wenn deren Einkommen die Einkommensgrenze des sozialen Wohnungsbaus um bis zu 150% überschritten. Freimacher von Mietsozialwohnungen und Mietwohnungen im Ostteil der Stadt erhielten einen besonders günstigen Zinssatz. Dies führte zu einem Anstieg der Bewilligungszahlen 1993 auf 1.370, 1994 auf 2.294 und 1995 auf 2.926 Wohnungen.
Seit Dezember 2000 wurde auch der Erwerb von Beständen durch eigentumsorientierte Wohnungsgenossenschaften mit zinsverbilligten Darlehen von bis zu 400 €€/m² Wohnfläche gefördert. Bisher konnten fünf Genossenschaften ihre Bestände (ca. 4.600 Wohnungen) erwerben. Weiteren sechs Genossenschaften wurden Ende 2001 Fördermittel für den beabsichtigten Erwerb von rund 600 Wohnungen bewilligt. Darunter sind Bestände in den Plattengebieten im Ostteil als auch solche in Altbau- und Sanierungsgebieten.

Modernisierung und Instandsetzung
Stadterneuerung und -sanierung haben in Berlin hohe Priorität. Erhalt und Aufwertung gewachsener Quartiere und die Stärkung vorhandener Zentren sind die Ziele der 1993 bis 1995 förmlich festgelegten 22 Sanierungsgebiete. Im vergangenen Jahrzehnt hat das Land Berlin knapp 4 Milliarden €€ Fördermittel für die Modernisierung und Instandsetzung von Wohnraum bewilligt. Gefördert wurden die Leerstandsbeseitigung und umfassende Sanierung von mehr als 35.000 Altbauwohnungen (Baujahre bis 1918), und die Durchführung einzelner Modernisierungs- oder Instandsetzungsmaßnahmen an fast 600.000 Wohnungen. Die Förderung löste ein Investitionsvolumen von 7,6 Milliarden €€ aus. Rechnerisch wurden so im Jahresdurchschnitt 13.000 bauwirtschaftliche Arbeitsplätze voll ausgelastet. Energetisch relevante Maßnahmen (Verbesserung der Wärmedämmung, Einbau moderner Heizungssysteme) hatten einen Anteil von rund 30% an den geförderten Maßnahmen.

Ökologisches Bauen
Im Berliner Geschosswohnungsbau gibt es knapp 800 Wohnungen mit Niedrigenergie-Standard, die die Werte der Wärmeschutzverordnung um mindestens 20 % unterschreiten. Die wichtigsten Projekte der letzten Jahre, die für den Innovationsanspruch und die städtebauliche Bedeutung des Landesprogramms stehen, sind:
  • Niederschlagswassernutzungsanlage Belß-/Lüdecketraße in Steglitz
  • Ökologische Bewirtschaftung von Genossenschaftswohnungen in Friedrichshain
  • Studie zur Reduzierung der Wasserkosten im öffentlichen Bereich

Revitalisierte Stadtbrachen
Anfang der 90er Jahre wurde eine Reihe städtebaulicher Entwicklungsmaßnahmen konzipiert – Projekte, denen trotz unterschiedlicher Lage am Innenstadtrand (Rummelsburger Bucht, Eldenaer Straße) oder im Außenraum der Stadt (Adlershof, Biesdorf-Zentrum, Wasserstadt Spandau) gemeinsam ist, dass sie Stadtbrachen revitalisierten, anstatt Landschaft zu verbrauchen. In allen fünf Gebieten wurden vollständige neue Stadtteile mit Wohnungen, Arbeitsplätzen und Infrastruktur konzipiert. Vorhandene Gewässerufer, Landschaftsräume und Parks sollten wieder hergestellt werden. Bei den komplexen Projekten galt wegen des langfristigen Realisierungszeitraums von 20 Jahren ein besonderes Entwicklungsrecht. Angesichts der veränderten Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung werden die Realisierungen in diesen Gebieten gestoppt.

Denkmalpflege
Im Denkmalverzeichnis des Landes sind heute rund 8 000 Denkmalpositionen aufgeführt. Über 70 % davon sind Baudenkmale, rund 20 % Denkmalbereiche. Mehr als 500 Gartendenkmale und knapp 50 Bodendenkmale und archäologische Fundstellen komplettieren die Denkmalsliste. Damit stehen knapp 5 % aller Bauwerke Berlins unter Denkmalschutz.

Besonders gelungene Beispiele der letzten Jahre sind
  • das ehemalige Narva-Gelände, die heutige Oberbaum-City in Friedrichshain,
  • das Borsiggelände in Tegel, wo in den alten Hallen Shopping- und Freizeitwelten entstanden,
  • die Lagerung von Beständen der Staatsbibliothek in den Speichern des Westhafens,
  • die Wandlung von Kühlhaus und Speicher am Osthafen zum Büro- und Medienstandort, heute genutzt als Deutschlandzentrale von Universal Music,
  • die „Arena“ in Treptow, die mit einem Photovoltaik-Dach versehen wurde und sich zu einem erfolgreichen Kulturstandort entwickelt hat,
  • die Textilfabrik in Niederschöneweide, die zur privat finanzierten Waldorfschule umgenutzt und deshalb mit der Ferdinand-von-Quast-Medaille ausgezeichnet wurde.

Bei etlichen historischer Plätzen, Parks und Gärten hat die Denkmalpflege in den letzten Jahren Versiegelungen verhindert, teilweise sogar vorhandene beseitigt. Beispiele sind der Südwestbereich des Gendarmenmarkts und die Straße Unter den Linden. Die Erhaltung, Ergänzung und Erneuerung historischer Pflanzungen gelang etwa bei der Nachpflanzung von 10 Bäumen auf dem Senefelder Platz, von 25 Bäumen am Boxhagener Platz, von 220 straßenbegleitenden Bäumen am Luisenstädtischen Kanal und 300 Bäumen an der Ebertstraße.

Quartiersmanagement
Als übergreifendes Thema stellt sich die Frage Lebens- und Aufenthaltsqualität in den Berliner Quartieren. Mit der Einrichtung des Quartiersmanagements hat Berlin seit 1999 ein erstes Instrument geschaffen, das zunächst als Pilotverfahren für die Dauer von drei Jahren, also bis zum 31. März 2002 eingeführt wurde. Die Evaluierung zeigte bald eine so deutliche Stabilisierung und Aufwertung der Gebiete, so dass der Senat im August 2001 die Laufzeit um zwei Jahre verlängerte.
Das Quartiersmanagement hat das Ziel, durch das Vernetzen unterschiedlicher Interessengruppen und lokaler Akteure - Institutionen, Initiativen, Unternehmen, Wohnungsbaugesellschaften sowie die Aktivierung der Bewohner Gebiete mit besonderem Entwicklungsbedarf zu stabilisieren. Die Beschäftigung der Bewohner mit ihrem Quartier kann so helfen, die öffentlichen Räume zu pflegen, Nachbarschaften zu verbessern und damit die Attraktivität der Quartiere insgesamt zu erhöhen.

Stadt-Umland-Kooperation
Die gemeinsame Landesplanung, die als einzige gemeinsame Behörde von den Ländern Berlin und Brandenburg geführt wird hat sich als Koordinierungsinstrument bewährt. In bislang mehr als 5.000 Entscheidungen wurde bisher ein Interessenausgleich erreicht. Das gilt beispielhaft für das schon 1993 ausgehandelte, im LEPeV festgelegte Moratorium für Einkaufszentren auf der grünen Wiese. Damit sind im Berliner Umland 19 ursprünglich beabsichtigte Einkaufszentren mit rund 500.000 m² Verkaufsfläche wieder verworfen, die errichteten 15 größeren Einkaufszentren um rund 164.000 m² reduziert worden. Der gemeinsamen Landesplanung ist es zu danken, dass es im Berliner Umland bei weitem nicht zu jenem Wildwuchs und Übermaß an Einkaufszentren gekommen ist, wie sie in anderen ostdeutschen Großstädten zu beklagen sind. Ein ähnlich restriktives Vorgehen gilt auch für Factory Outlet Centers mit ihren besonders großen Einzugsgebieten und Verkehrsgenerierungspotentialen.

Grünes Berlin
Über 42 Prozent des Berliner Stadtgebiets sind Grün- und Wasserflächen mehr als in jeder anderen Großstadt Deutschlands. Zwischen den Siedlungsachsen führen Landschaftsräume tief in die Stadt. Sie bieten Erholung und Freizeit und erfüllen wichtige Ausgleichsfunktionen – etwa als Frischluftkorridore, die das Stadtklima stabilisieren. Dieses wertvolle Freiraumsystem gilt es zu sichern. Bauprojekte in diesen Räumen sollen auf das Notwendige begrenzt und ökologischen Erfordernissen angepasst werden. In der Innenstadt müssen Parks, Plätze, Grünanlagen, aber auch die vorhandenen 1.782 öffentlichen Spielplätze qualitätsvoll gestaltet werden – mit dem Tiergarten als grüne Lunge des Zentrums und Kernstück des Freiraumsystems. 82.000 Kleingärten stellen eine typische Berliner Form innerstädtischer Erholungsfläche dar. An der Peripherie werden Naherholungsqualitäten schonend ausgebaut.

Landschaftsschutz
Im Juli 2002 verfügte Berlin über 47 Landschaftsschutzgebiete mit 10.877 ha (das sind mehr als 12 % der Landesfläche), 34 Naturschutzgebiete mit 1.853ha (2 %), 21 Geschützten Landschaftsbestandteilen mit fast 35 ha (0,04 %) und 682 Naturdenkmalen auf weiteren 27 ha (0,03 %). Damit stehen mehr als 14 % der Landesfläche unter Schutz.
Die FFH-Richtlinie und die Vogelschutzrichtlinie der EU zielen darauf, durch die Erhaltung der natürlichen Lebensräume wildlebender Tiere und Pflanzen die Artenvielfalt zu sichern. Dazu soll ein zusammenhängendes europäisches Netz besonderer Schutzgebiete mit der Bezeichnung Natura 2000 entstehen. Die Mitgliedsstaaten müssen der EU Listen aller Gebiete vorlegen, die die Kriterien der Richtlinie erfüllen. Im November 1997 hat das Land Berlin seine FFH-Gebiete gegenüber dem Bundesministerium benannt und im Jahr 2000 und 2003 diese Liste um weitere Flächen ergänzt. 17 Berliner Gebiete mit 6211 ha (7 % der Landesfläche) sind so für Natura 2000 gemeldet worden. Welche davon in das Schutzgebietssystem einbezogen werden, muss die EU entscheiden.
Landschaftspläne konkretisieren die Ziele und Maßnahmen des Landschaftsprogramms. Für 11 % des Stadtgebietes sind derzeit 116 Landschaftspläne im Verfahren, 31 davon wurden in den letzten Jahren eingeleitet. Das Instrumentenspektrum der bereits festgesetzten 14 Landschaftspläne reicht vom baulichen Maßnahmen (z. B. am Flughafensee) über Verpflichtungen zum Erhalt und zur Nachpflanzung von Vegetationsbeständen (St.-Jakobi-Friedhof) bis hin zur Sicherung landschaftlicher Reliefstrukturen (Grunewaldseenkette). Zur Beschleunigung der Verfahren wurde das Handbuch der Berliner Landschaftspläne überarbeitet und in der dritten Auflage veröffentlicht. Über Intranet sowie Internet ist es seit Mai 2000 den Bezirken, Naturschutzverbänden, Planungsbüros und der Öffentlichkeit zugänglich.

Artenschutz
Begonnen wurde ein Artenhilfsprogramm für an Wasser gebundene Säugetiere - vor allem Biber und Fischotter. Beide Arten haben im Zuge ihrer natürlichen Wiederausbreitung in Brandenburg das Berliner Stadtgebiet erreicht. Insbesondere die Ansiedlung des Bibers in den durch vielfältige menschliche Nutzung geprägten Berliner Havelseen hätte man vor wenigen Jahren kaum für möglich gehalten.
Im Artenhilfsprogramm Gebäudebrüter erschien im Spätsommer 2000 eine Broschüre Tiere als Nachbarn. Sie enthält ausführliche Hinweise, wie man Vogel- und Fledermausarten durch oft einfache Konstruktionen Brutplätze oder Quartiere schaffen kann. Der Bestand der Dohle (Corvus monedula) etwa ist in den letzen Jahren auf weniger als die Hälfte zusammengeschmolzen und beträgt nur noch rund 130 Paare. Deshalb wurde für diese Vogelart 2001 ein eigenes Hilfsprogramm begonnen.
Erfolgreich waren die im Artenhilfsprogramm Eisvogel ergriffenen Maßnahmen für diese Art. Die in den Vorjahren angelegten Nistmöglichkeiten wurden an verschiedenen Stellen angenommen.
Durch Maßnahmen zur Abwendung von Störungen und durch neue Nistplattformen stabilisierte sich der Bestand an Trauerseeschwalben im EU-Vogelschutzgebiet am Müggelsee. Ein erfreuliches Ergebnis von Landschaftspflegemaßnahmen ist die Ansiedlung des Kranichs, der seit 1997 zu den Brutvögeln Berlins zählt.

Wald in der Großstadt
Der Waldanteil Berlins liegt mit über 16.000 ha bei 18 % der Landesfläche. Rund 3% davon sind im Eigentum des Bundes oder in Privateigentum, der Rest gehört dem Land. Nach der Rückübertragung der Berliner Stadtwälder im Land Brandenburg (ca. 13.000 ha) verfügt Berlin insgesamt über rund 29.000 ha Wald, der überwiegend durch die Berliner Forsten bewirtschaftet wird.
Unter den Baumarten der Wälder innerhalb des Landes Berlin nimmt die Kiefer mit einem Anteil von 63% der Fläche die führende Position ein, gefolgt von der Eiche mit 15%. Durch naturgemäßen Waldbau wird der Anteil der Kiefer zugunsten des Anteils heimischer Laubbaumarten weiter abnehmen.
Erstmals haben Berlin und Brandenburg im Jahr 2001 länderübergreifend und unter Einbeziehung der Fachbehörden für Luftreinhaltung beider Länder einen gemeinsamen Waldzustandsbericht erarbeitet. In Berlin blieben 2001 12 % (im Jahr 2000 21%) der Waldfläche ohne sichtbare Schadsymptome (Stufe 0), 59% (2000 55%) sind leicht geschädigt (Stufe 1) und 29% (2000 24%) weisen deutliche Schäden bis zum Absterben auf (Stufen 2 bis 4). Damit nahmen nach einem Minimum im Jahr 1998 die Anteile deutlicher Schäden in den letzten drei Jahren wieder zu – bedingt vor allem durch die ungünstige Witterung.
Am 16. Juni 2002 wurde der Berliner Wald mit einem internationalen Gütesiegel ausgezeichnet. Das Zertifikat wurde durch den weltweit operierenden unabhängigen Forest Stewardship Council (FSC) überprüft. Gleichzeitig zertifizierte auch der Naturland-Verband den Berliner Wald.
In Brandenburg sind rund 5.090 ha als Vorbehaltsgebiete für Erstaufforstung ausgewiesen, vorrangig in den Kreisen Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming. Es handelt sich vorwiegend um Gebiete, die zur Arrondierung und Vernetzung von Waldgebieten beitragen können. Nach Abstimmungen mit der brandenburgischen Landwirtschaft wurden 1999 geeignete Flächen kartiert. Die dabei ermittelten rund 4.700 ha werden zuerst aufgeforstet.

Verkehr
In der Verkehrsentwicklung schlug Ende der 90er Jahre eine rückläufige Fahrgastentwicklung im ÖPNV zu Buche. Die Erfahrungen haben gezeigt: Eine Verkehrspolitik, die sich auf kostenaufwendige Erweiterungen des Straßen- und Schienennetzes beschränkt, ist zum Scheitern verurteilt. Eine gezielte Tarifpolitik mit innovativen Angeboten dagegen machen die ÖPNV-Nutzung attraktiver. Bestes Beispiel sind die erfolgreichen Tarifangebote für Schüler- , Studenten-, Auszubildende und das Geschwisterticket. So konnten die Fahrgastzahlen im Jahr 2000 stabilisiert werden und sind im Jahr 2001 wieder gestiegen. Der heute ebenfalls vom Senat verabschiedete Stadtentwicklungsplan Verkehr setzt sich mit dieser Problematik auseinander und stellt ebenfalls neue mittel- und langfristige Konzepte unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit vor.
In den 90er Jahren – das hat die Bestandsaufnahme für den StEP Verkehr gezeigt – hat die Verkehrsentwicklung nachhaltige Ziele weder im ökonomischen (Klimagasemissionen, Lärm- und Luftbelastungen) noch im ökonomischen Bereich (steigende Verschuldung durch zu hohe Ausgaben) erfüllen können.
Dabei kann Berlin aufgrund seiner Geschichte auf verkehrsparsame Strukturen bauen. Positiv schlägt die polyzentrale Struktur und die geringe Suburbanisierung zu Buch; nur 20% der Bevölkerung der Region wohnen im Umland. Im Vergleich zu anderen Großstädten liegt die Anzahl der Pendler zwischen Umland und Stadt damit noch immer auf sehr niedrigem Niveau. Mitte 2000 pendelten täglich 118.000 Brandenburger nach Berlin und 51.000 Berliner nach Brandenburg. Ein weiteres Plus ist die bemerkenswert niedrige Motorisierung. Seit 1994 stagniert sie bei rund 330 Pkw je 1000 Einwohnern. In süddeutschen Großstädten liegt dieser Wert bei 600 bis 700 Pkw/1000 Einwohner. Maßnahmen zur Beschleunigung des ÖPNV helfen, die Öffentlichen attraktiver zu machen. Gleichzeitig werden weniger Fahrzeuge pro Umlauf benötigt, was ökonomische und ökologische Ressourcen schont. Die Straßenbahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 6, 8, 15, 21, 26, 50, 52 und 53 wurden bereits u. a. durch Ampelvorrangschaltungen linienbezogen beschleunigt. Sechs Straßenbahnfahrzeuge konnten so eingespart werden. Auf der Linie 6 stieg die Beförderungsgeschwindigkeit von 19,0 km/h auf 21,6 km/h. Die Beschleunigung der restlichen Linien wird derzeit umgesetzt. Die Buslinie 101 ist als erste mit Geräten zur Beeinflussung von Ampelvorrangschaltungen ausgestattet worden. Das Straßenbahnbeschleunigungsprogramm wird in diesem Jahr, das Busbeschleunigungsprogramm bis 2006 abgeschlossen.
Das Busspurnetz in Berlin hat sich auf eine Gesamtlänge von insgesamt 100,4 km ausgeweitet. Seit die komfortablen und bis zu 160 km/h schnellen Doppelstockwagen der Baureihe RE 160 auf inzwischen vier RegionalExpreßlinien verkehren, sind viele Pendler auf die Schiene umgestiegen. Auf den Relationen Brandenburg–Berlin––Frankfurt/Oder und Rathenow–Falkensee–Berlin werden mit den RegionalExpreß-Zügen Fahrzeiten in die Berliner Innenstadt angeboten, die auch gegenüber dem PKW konkurrenzlos niedrig sind.

Klimaschutz
Die aus dem Energieverbrauch errechenbaren realen Kohlendioxid-Emissionen verringerten sich seit 1990 um 15%. Werden die klimabereinigten Daten zugrunde gelegt, ergibt sich eine noch stärkere Minderung. Mit dieser Entwicklung liegt Berlin weltweit im Spitzenfeld vergleichbarer Städte. Die CO2-Emissionen (klimabereinigt und inkl. Stromimport) sollen so – ohne zusätzliche ordnungspolitische Instrumente – auf 25,4 Mio. t im Jahr 2003 sinken –- eine Reduktion um ca. 20 % gegenüber dem Basisjahr 1990.
Im Programm Energie 2000, das im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung zwischen Berlin und der BEWAG beschlossen worden war, förderte die BEWAG von 1997 bis 2000 durch die Solarstrombörse den Bau von Photovoltaikanlagen mit einem Gesamtvolumen von 20,5 Mio €€. Auch 60 Schulen wurden so mit 1 kW-Anlagen ausgestattet. Die Photovoltaikanlagen waren für die Schulen kostenfrei, sie mussten nur für die Installation aufkommen. Eine weitere Vereinbarung wurde 1997 zwischen GASAG und Land geschlossen. Vier Jahre lang lief das Förderprogramm Klimaschutz und Luftreinhaltung, das den verstärkten Einsatz des umweltfreundlichen Energieträgers Erdgas zum Ziele hat. 5,1 Mio €€ flossen so in die Förderung energiesparender Erdgassysteme, Energiesparcontractings, die Kombination von Erdgas und Solarthermie und Erdgas als Kraftstoff.
Damit wird -– quasi auf Erfolgshonorarbasis -– der Weg zu Energieeinsparungen freigemacht, die das Land selbst nicht bezahlen könnte. Ohne Inanspruchnahme von Landesmitteln sind damit bisher mehr als 17 Mio. €€ in die Sanierung und Erneuerung veralteter Heizanlagen geflossen.
Gegenwärtig bewirtschaften Kontraktoren neun Gebäudepools mit mehr als 300 Liegenschaften und einem Umfang von rund 20 Mio. €€ Energiekosten. Zwei weitere Gebäudepools stehen kurz vor Vertragsabschluss. Die dadurch erzielte CO2-Minderung beträgt bisher 70.000 t. An den Landeshaushalt sind Einsparbeteiligungen in Höhe von 2,5 Mio.€€ zurückgeflossen.

Die Berliner Luft
Die Qualität der Berliner Luft ist in den letzten Jahren erheblich sauberer geworden. Erreicht wurde das durch Verbesserungen bei Heizungen und bei Anlagen in Industrie und Gewerbe: Heizungen und gewerbliche Feuerungsanlagen wurden von Kohle auf emissionsarme Brennstoffe wie Gas und leichtes Heizöl umgestellt, in Industrie und Gewerbe verringerten neue Technologien wie die Rauchgasreinigung bei Kraftwerken und die Stilllegung älterer Anlagen die Emissionen.
Der Grad der Luftverschmutzung in Berlin wird anhand der Schadstoffe Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid, Benzol, Ozon, Schwebstaub und Ruß beschrieben. Bei Staub unterscheidet man zwischen Schwebstaub und Feinstaub (PM10), der nur aus Partikeln unter 10 µm besteht. Da diese bis in die Lunge gelangen können, ist ihr Anteil am Schwebstaub gesundheitlich besonders problematisch. Betrachtet wird dabei meist sowohl der Jahresmittelwert (Dauerbelastung), als auch der 98%-Wert der Summenhäufigkeitsverteilung aller Messwerte eines Jahres, der kurzzeitige Spitzenbelastungen abbildet.
Gleichzeitig ist indes die Luftverschmutzung durch den Verkehr immer stärker in den Vordergrund gerückt. Hier haben wir zwar auch eine deutliche Abnahme der Belastung, die durch strenge stufenweise Emissionsbegrenzungen für neue Kraftfahrzeuge und umweltfreundlichere Kraftstoffe erreicht wurde. Dennoch bleibt eine erhebliche Belastung durch den motorisierten Verkehr.
Der Senat kontrolliert den Schadstoffgehalt der Luft über das Berliner Luftgüte-Messnetz (BLUME) Es besteht aus 21 ortsfesten Stationen, zwei Stationen für Schadstoffmessungen in größerer Höhe, zwei meteorologischen Stationen und einem Messbus für den mobilen Einsatz.
Schwefeldioxid entsteht bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, die Schwefelverbindungen enthalten. 1999 sank der Durchschnittswert aller Messstationen auf 7 µg/m³ und liegt damit erneut selbst unter den neuen, verschärften EU-Grenzwerten.
Seit 1987 ist die Stickstoffdioxid-Belastung in Berlin um etwa ein Drittel gesunken. In den Wohngebieten der Innenstadt liegen heute die Werte fast doppelt so hoch wie am Stadtrand. Dies und die deutlich höheren Werte an Straßen verweisen auf die Verursacher: In Berlin resultiert dieser Schadstoff zu zwei Dritteln aus dem Verkehr und zu einem Drittel aus Feuerungsanlagen, vornehmlich von Kraftwerken.
Die Kohlenmonoxidkonzentration ist seit 1980 um 80 % zurückgegangen. Erreicht wurde das durch den Einsatz umweltfreundlicher Brennstoffe und die Ausstattung der Kraftfahrzeuge mit Katalysatoren erreicht.
Die Messreihe der letzten Jahre zeigt indes auch beim Ozon einen leicht abnehmenden Trend.
Schwebstaubbelastung wird durch Feuerungsanlagen, Industrie- und Gewerbebetriebe, Güterumschlag, Bautätigkeit, Verkehr, Staubverwirbelung auf nichtbegrünten Flächen und natürliche Quellen verursacht. Seit 1984 ist sie in Berlin um 65% gesunken – vor allem durch den Wegfall vieler Kohleheizungen.
In Berlin wurde PM10-Staub seit 1998 an zunächst drei, später sechs Stationen gemessen. Für die anderen Stationen wird der Anteil mittels eines Verhältnisfaktors aus den allgemeinen Schwebstaubwerten errechnet. 1999 gab es nur an der Schildhornstraße in Steglitz eine leichte Überschreitung des vorgesehenen Jahresgrenzwertes. Ungünstiger stellt sich die Situation bei der Beurteilung der Tagesmittelwerte dar. Hier lagen die Werte an allen Straßen und an den Wohngebietsmessstellen im Norden und Osten der Innenstadt um bis 30% über dem Grenzwert. Der seit Juli 1998 gültige Grenzwert von 8 µg/m³ wurde 1999 an 38 % der untersuchten Straßen überschritten. 1997 waren es noch 70 %, 1998 noch 48 % der Straßen.
Die Emissionen sind bei Schwefeldioxid, Staub und Kohlenmonoxid seit 1989 besonders stark gesunken, weil viele Kohleheizungen durch Fernwärme, Gas- und Ölheizungen ersetzt wurden. Dieser Trend setzt sich durch neue Gasheizungen bis heute fort.
In Berlin muss in mehr als 3 % der Hauptstraßenabschnitte mit Überschreitungen der Ruß-Prüfwerte gerechnet werden. Bei Benzol gibt es nur noch an sehr wenigen Abschnitten Überschreitungen der Prüfwerte der 23. BimSchV. Auch der strengere EU-Grenzwert von 5 µg/m³ wird nur an etwas mehr als einem Prozent der Straßen nicht erreicht. Beim PM10-Staub (ca. 4 %) und beim Stickstoffdioxid (ca. 20 %) werden die zukünftigen EU-Grenzwerte noch häufiger überschritten.
Bei den Belastungen durch den motorisierten Verkehr sind seit 1994 deutliche Abnahmen zu verzeichnen; den starken Emissionsminderungen durch verbesserte Motor- und Abgasreinigungstechnik wirkt eine geringfügige Zunahme der Fahrleistungen entgegen. Am deutlichsten macht sich die moderne Abgasreinigungstechnik bei den Emissionen der organischen Gase bemerkbar. Dort sind die Werte seit 1994 um zwei Drittel gesunken. Der dieselbetriebene LKW-Verkehr hat in Berlin nach 1994 leicht abgenommen, was zu einer spürbaren Reduktion der Staubemissionen beitrug.
Die letzte Verschärfung der Abgasnormen für Kfz trat 2000 in Kraft. Benzin- und Dieselfahrzeuge müssen seither die strengere EURO III Norm, ab 2005 die nochmals verschärften EURO IV Grenzwerte einhalten. 1994 wurden in Berlin noch 47% der PKW-Fahrten in Fahrzeugen mit geregeltem Katalysator, 16 % in Dieselfahrzeugen zurückgelegt. 1999 war der Katalysator-Anteil auf 73 % angestiegen, der Dieselanteil auf 15 % gesunken.

Gewässer
Die Belastung der Gewässer hat sich spürbar verringert. Die Einleitungen aus Berliner Kläranlagen und aus der Misch- und Trennkanalisation gingen zurück und lagen deutlich unter den Einträgen, die über die natürlichen Zuflüsse nach Berlin fließen. Auch hier haben sich die Frachten indes reduziert.
Doch wir können uns auf diesen Daten keineswegs ausruhen. Berlin ist eine der wenigen großen Städte, die ihre Wasserversorgung aus dem eigenen Gebiet heraus sicherstellen. Dieses ist angesichts der alarmierenden Untersuchungsergebnisse aus Brandenburg kein Automatismus. Wenn der Zufluss aus der Spree auf Dauer hinter den erwarteten Zahlen zurückbleibt, wird auch unser Haupttrinkwasserreservoir – die Wassergewinnung aus Uferfiltrat zurückgehen. Aus diesem Grund wird Berlin auf seine Wasserschutzzonen nicht verzichten. Die Sicherung eines ausreichenden Trinkwasserreservoirs ist daher auch für die Zukunft eine der dringlichsten umweltpolitischen Aufgaben.
Trotz dieses verzweigten Gewässernetzes ist die Region eher wasserarm. Das Wasservolumen aller großen Zuflüsse lag im Mittel der Jahre 1991 bis 2000 bei 42,1 m³/s. Verglichen mit Rhein (am Pegel Rees 2.325 m³/s) und Elbe (Pegel Neu Dachau 646 m³/s) ist das sehr bescheiden. Niedrigwasserzeiten stellen deshalb ein weitaus größeres Problem dar als etwa Hochwassergefahren.
An 53 Messstellen überwacht die Landeshydrologie das Abflussgeschehen. 11 Ultraschallmessanlagen wurden in den letzten zehn Jahren eingerichtet. Sie und neun weitere Messpunkte liefern Werte per Datenfernübertragung direkt in die Messzentrale. An 18 Seen wurden Druckmesssonden mit Messwertsammler installiert. Ihre Messungen zeigen, wie schwerwiegend sich die drastische Abnahme der Braunkohleförderung auswirkt: Seit 1990 werden immer weniger Sümpfungswässer eingeleitet. Flossen in den 80er Jahren von Südosten im Schnitt noch 44,9 m³/s nach Berlin, sank das Volumen 1991 bis 1995 auf 33,0 m³/s, für 1996 bis 2001 auf 25,6 m³/s. 2001 wurde mit 18,2 m³/s der bisherige Tiefststand erreicht. Das hat Folgen nicht nur für den Grundwasserstand sondern auch für die Oberflächengewässer, die nicht mehr ausreichend entwässert und durchspült werden.

Gewässerqualität
Weil das Berliner Hauptgewässersystem extrem langsam fließt, ist es gegenüber Nähstoffeinträgen überaus empfindlich. Eutrophierung wird zu einem großen Problem, zumal die geringe Tiefe der Flüsse dafür sorgt, dass sie aus gewässerökologischer Sicht eine Übergangsform zu Seen und Standgewässern darstellen. So bleiben die vielfältigen Einleitungen der Großstadt besonders lange vor Ort. Weil das Uferfiltrat großen Anteil an der Trinkwasserförderung hat, wird die Qualitätssicherung des Oberflächenwassers zur Hauptaufgabe der Wasserwirtschaft.

Phosphate und Eutrophierung
Eine Untersuchung im Auftrag des Senats über die Phosphor- und Stickstoffeinträge und -frachten in den Jahren 1995 bis 1997 zeigte 1998, dass sich die Belastung der Gewässer spürbar verringert hat. Die Einleitungen aus Berliner Kläranlagen (188 t Phosphor jährlich) und aus der Misch- und Trennkanalisation gingen zurück und lagen deutlich unter den Einträgen, die über die natürlichen Zuflüsse nach Berlin fließen. Auch hier haben sich die Frachten indes reduziert: in der Dahme um 18 %, in der Havel um 43 %. Obwohl der Rückgang der Phosphoreinträge eine geringere Algenbiomasseproduktion zur Folge hatte, hat dies noch nicht zum Sprung in bessere Güteklassen geführt. Bis 1999 wiesen der Tegeler See die Güteklasse II, Müggelspree, Großer Müggelsee und Seddinsee Güteklasse II-III, Dahme, Stadtspree und Havel die Güteklasse III und der Zeuthener See Güteklasse III-IV auf. Während der Zufluss des Tegeler Sees seit 1985 durch die Entphosphatungsanlage Tegel entlastet wird, leidet der Zeuthener See unter Abläufen einstiger Rieselfelder, die über den Nottekanal einfließen.

Fischgewässer
29 Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe betreiben in Berlin gewerblichen Fischfang. Die für sie wichtigen Fischbestände haben sich seit 1995 erkennbar stabilisiert. Gegenüber 1994 lassen sich heute acht Fischarten in die jeweils niedrigere Gefährdungskategorie einstufen. Lediglich die Karausche muss von „nicht gefährdet“ auf „stark gefährdet“ hochgestuft werden. Das Wiedererstarken von Arten wie Karpfen, Schlei und Hecht gegenüber Blei, Güster und Plötze belegt die Wirksamkeit der Mitte der 80er Jahre begonnenen Maßnahmen zum Schutz der Wasserqualität. Die jährlichen Fangergebnisse von Speisefischen haben sich auf ein Niveau von rund 100.000 kg/a eingependelt. Die Entwicklung zeigt aber auch, wie lange es dauert, bis solche Maßnahmen im Naturhaushalt wirken.
Nach Bundesgesetz müssen Amalgamemissionen (50 % Quecksilberanteil) aus Zahnarztpraxen um 95 % verringert werden. Jede der ca. 3.400 Berliner Praxen wurde dazu bis 1996 mit einem Amalgamabscheider ausgerüstet. Damit reduzierte sich die Amalgamemission um 2,8 t/a.

Grundwassermanagement
Zudem wird im Südosten die Grundwasserförderung langfristig von derzeit rund 60 Mio. m³/a auf rund 90 Mio. m³/a gesteigert. Damit wird hier 50% mehr Wasser gefördert, als regional verbraucht wird. Der Überschuss wird an die Verbraucher in der westlichen Stadthälfte geleitet. Dort muss die Förderung, aber auch die Anreicherung entsprechend reduziert werden, um ausgeglichene Pegel zu erreichen.

Wasserschutzgebiete
Insgesamt sind in Berlin rund 230 km² als Schutzgebiet ausgewiesen und rund 25% des Stadtgebietes mit Auflagen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung belegt. Da die unterirdischen Einzugsgebiete der Wasserwerke sich nicht an politische Grenzen halten, verabredeten Berlin und Brandenburg, dass die Federführung zur Ausweisung der Schutzzonen (auch auf dem Gebiet des Nachbarlandes) immer bei dem Partner liegt, auf dessen Fläche das Wasserwerk liegt.

Abfallentwicklung
Auch in der Abfallentwicklung zeigt sich eine positiver Trend. Das Brutto-Siedlungsabfallaufkommen reduzierte sich seit 1994 um ca. 19%. Dazu beigetragen hat neben den sinkenden Einwohnerzahlen, dem wirtschaftlichen Strukturwandel und den daraus resultierenden Veränderungen der Gewerbeabfallentwicklung auch ein verändertes Umweltbewusstsein der Gesellschaft: Die Maßnahmen zur Abfallvermeidung zeigen Wirkung. Die Verwertungsquote stieg auf 36,8 % im Jahr 2001 – gegenüber 1994 ein Quotenzuwachs um 20 %. Der Anteil der beseitigten Siedlungsabfälle reduzierte sich von 1994 bis 2001 um 39,4 %. Mit der veränderten rechtlichen Situation wird eine weitere Reduzierung der Abfallmengen erwartet.

Siedlungsabfälle
Als Siedlungsabfälle werden Hausmüll, Sperrmüll, Geschäftsmüll, Gewerbeabfall und Straßenkehricht betrachtet. In Berlin fielen 2001 rund 1.745.000 t Siedlungsabfälle an. Pro Einwohner und Jahr entspricht das einer Menge von 522,8 kg. Über ein Drittel (642.000 t) dieser Siedlungsabfälle wurde einer Verwertung zugeführt, 1.103.000 t wurden beseitigt. Hausmüll verursacht etwas über die Hälfte der Siedlungsabfälle. Durchschnittlich erzeugte jeder Einwohner Berlins im Jahr 2001 etwa 300 kg Hausmüll. Den Hauptbestandteil davon bildet Bioabfall (Küchen- und Gartenabfälle) mit 38 %, der Verpackungsanteil liegt bei 21 %.
Die verwertbaren Abfälle wurden zum überwiegenden Teil über Recyclingcontainer im öffentlichen Straßenland (Bringsystem) oder über Behälter am Haus (Holsystem) getrennt erfasst. Verwertet wurden so vor allem Papier/Pappe/Karton, Glas und Leichtverpackungen (über die Duale System Deutschland (DSD)) aber auch Bioabfall, Altbatterien und Alttextilien verwertet. Die flächendeckende Einführung der Biotonne, die 1996 begann, führte zu stetigen Steigerungen der Sammelergebnisse. Inzwischen sind 80% der Haushalte an die getrennte Sammlung der Bioabfälle angeschlossen.
Das Brutto-Siedlungsabfallaufkommen reduzierte sich von 1994 bis 2001 um fast 19%. Dazu beigetragen hat neben den sinkenden Einwohnerzahlen, dem wirtschaftlichen Strukturwandel und den daraus resultierenden Veränderungen der Gewerbeabfallentwicklung auch ein verändertes Umweltbewusstsein der Gesellschaft: Die Maßnahmen zur Abfallvermeidung zeigen Wirkung. Die Verwertungsquote stieg auf 36,8 % im Jahr 2001 – gegenüber 1994 ein Quotenzuwachs um 20 %. Der Anteil der beseitigten Siedlungsabfälle reduzierte sich von 1994 bis 2001 um 39,4 %.

Lärm
Lärm ist noch immer eine Kehrseite der an sich nachhaltigen Dichte großer Städte. Ein weiteres Hauptproblem bleibt der Lärm, der durch den Straßenverkehr erzeugt wird, und hierbei wiederum vor allem der motorisierte Individualverkehr. Wenn wir die Lebensqualität in der Stadt erhöhen wollen und damit die Attraktivität der Innenstadt als Wohnort, dann bleiben Maßnahmen gegen den Lärm – wie zum Beispiel durch den Stadtentwicklungsplan Verkehr und den Lärmminderungsplan vordringlich.
In den Wohnungen entlang der 1.480 km langen Randbebauung von Hauptverkehrsstraßen sind damit tags 220.000 Personen (das entspricht 63 % der vom Verkehrslärm betroffenen) und nachts mehr als 280.000 Personen (80%) Lärmbelastungen ausgesetzt, die die genannten Richtwerte übersteigen.




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