Wohnen  

 

Neue Stadtquartiere

Evaluierung der 1990er Jahre Wohnsiedlungen in Berlin und Umgebung


Schrägluftbild von der Wohnsiedlung Falkenhöh; Fotograf Dirk Laubner
Wohnsiedlung Falkenhöh;  Foto: Dirk Laubner / SenStadtWohn

1. Anlass und Ziel


Als Vorbereitung für die anstehenden Wohnungsneubauprojekte in Berlin, hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt im Dezember 2015 die Fachtagung "Gartenstadt des 21. Jahrhunderts" veranstaltet.

Als Ergebnis der Fachtagung bilden die auf dieser Grundlage entwickelten 10 Leitlinien der Gartenstadt des 21. Jahrhunderts eine wesentliche Grundlage der Zielvorgaben für die Planung der Neuen Stadtquartiere in Berlin. Als weiterer Baustein für das Anforderungsprofil für die Neuen Stadtquartiere wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen eine systematische Untersuchung der Wohnungsbauprojekte der 1990er Jahre in Berlin und Umgebung in Auftrag gegeben.

In dieser sollten die jeweiligen Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken von vergleichbaren Wohnungsbauprojekten nach der Wende untersucht und bewertet werden. Die allgemein übertragbaren Erkenntnisse hieraus sollen künftig das Anforderungsprofil verdichten und zu einer "guten" Vorbereitung, Planung sowie nachhaltigen erfolgreichen Umsetzung der Projekte beitragen.

2. Projektaufbau


Der Aufbau des Projekts erfolgte in zwei Schritten. Auf Grundlage einer profunden Analyse und Bewertung der Projekte wurden die gewonnenen Erkenntnisse zusammenfassend aufbereitet und reflektiert.

Analyse: Jedes der Wohnungsbauprojekte ist im Hinblick auf seine Entwicklungsgeschichte und seine Zielsetzung im jeweiligen zeitlichen Kontext hinsichtlich der Rahmenbedingungen, der Konzeption, des Realisierungsprozesses, und des heutigen Entwicklungsstands analysiert und bewertet worden. Die Bewertung erfolgte systematisch anhand von vorab definierten Qualitätskriterien.

Durch mehrere Steuerungsrunden und Ortsbegehungen sowie eine Fachtagung unter Beteiligung damaliger Akteure wurde die Beurteilung und Bewertung der spezifischen Qualitätskriterien auf eine breite Wissensbasis gestellt.

Durch die profunde Analyse der spezifischen Rahmenbedingungen, Zielvorstellungen und möglicher Veränderungen im Umsetzungsprozess der einzelnen Projekte wurden Hinweise für bewährte bzw. problematische Ansätze gewonnen. Die qualitativen Elemente der städtebaulichen Struktur und Frei-raumkonzeption in Bezug auf soziale, funktionale und ökologische Anforderungen wurden herausge-arbeitet und die Wirksamkeit der jeweiligen Instrumente der Planung und Realisierung analysiert und im Ergebnis bewertet.

Reflektion: Auf der Grundlage der Analyse wurden die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst und die Besonderheiten, die das entsprechende Projekt auch aus heutiger Sicht noch auszeichnen, herausgearbeitet. Die Ergebnisse wurden als übertragbares Wissen so aufbereitet, dass sie für die anstehenden Entwicklungsprozesse der Neuen Stadtquartiere verwendet werden können.

3. Auswahl der Wohnungsbauprojekte


Das Hauptkriterium für die Auswahl war, neben dem Planungs- und Realisierungszeitraum insbesondere die substantielle Größe des Projektes von mindestens 1.000 Wohnungen. Wegen der speziellen Rahmenbedingungen und ihrer Komplexität wurden die ehemaligen Entwicklungsbereiche Wasserstadt Oberhavel, und Johannisthal-Adlershof bewusst nicht in diese Auswahl aufgenommen.

Weitere Auswahlkriterien waren:
  • Wesentliche Merkmale des Städtebaus und der Freiraumgestaltung
  • Zeitraum der Planung und Umsetzung in den 1990er Jahren
  • Lage und Anbindung
  • Wohnanteil und Dichte
  • Instrumente bei der Umsetzung (Planungsrechtliche Instrumente, Wohnungsbauförderung)