Wohnen  
 

Blankenburger Süden

Aktuelle Entwicklung


Anlass und Beginn des Projektes "Stadt behutsam weiterbauen im Blankenburger Süden"

Als Antwort auf die Wohnungsnot im Land Berlin wurde in der vergangenen Legislaturperiode veranlasst, im gesamten Berliner Stadtgebiet nach geeigneten Standorten für den Wohnungsbau zu suchen. Im Frühjahr 2016 fiel die Wahl neben zehn weiteren Standorten auch auf die landeseigenen Grundstücke im Blankenburger Süden.

Schnell wurde deutlich, dass eine Entwicklung der überwiegend landwirtschaftlich genutzten Kernfläche nicht ohne eine grundlegende Untersuchung und umfassende Eingriffe in die Umgebung erfolgen können wird. Grund dafür sind insbesondere die bereits vorherrschende defizitäre Verkehrssituation und die mangelnde Anbindung der Kernfläche an das S- oder Straßenbahnnetz.

Um den Umfang der für eine Entwicklung erforderlichen Maßnahmen fundiert untersuchen zu können, wurde am 30.08.2016 vom Berliner Senat die Durchführung Vorbereitender Untersuchungen beschlossen. Daraufhin wurde bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (damals noch für Stadtentwicklung und Umwelt) das Projektteam Blankenburger Süden neu gebildet. Dies vergab zwei große Aufträge:

Seit Dezember 2016 sind zwei Ingenieurs- und Planungsbüros (die Deutsche Stadt- und Grundstücks­entwicklungs­gesellschaft DSK sowie das Büro für Stadtplanung, -forschung und –erneuerung PFE) mit der Durchführung der Vorbereitenden Untersuchungen befasst. Im Dezember 2016 wurde außerdem ein Kommunikationsbüro (Zebralog) mit der Entwicklung eines Beteiligungskonzepts beauftragt. Dieses entstand in mehreren Bürgerwerkstätten von Frühjahr bis Herbst 2017 und wird nun verfolgt.

Der Kontakt mit der engagierten Bürgerschaft vor Ort wurde bereits Ende 2016 aufgenommen. Mit dem Forum Blankenburger Süden bildete sich ein gemeinsames Grundverständnis zur Öffentlichkeitsbeteiligung. Seitdem steht das Projektteam Blankenburger Süden im Austausch mit dem Forum Blankenburger Süden sowie auch weiteren Akteurinnen und Akteuren vor Ort, u.a. dem Vorstand der Erholungsanlage Blankenburg.

Projektentwicklung und Zwischenergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen

Seit Beginn der Vorbereitenden Untersuchungen sind zahlreiche Untersuchungen entstanden bzw. in Arbeit. Mittlerweile gibt es z.B.
  • Ergebnisse zum Straßenverkehr (Verkehrliche Untersuchung zum Straßennetz im Nordostraum Berlins),
  • Ergebnisse zur ÖPNV-Anbindung des neuen Stadtquartiers (Verlängerung der Tram M2),
  • eine Untersuchung der Gebäude, in denen ehemals die Fachhochschule für Technik und Wirtschaft war,
  • Ergebnisse zur Medientechnik (u.a. Gas- und Fernwärmeversorgung sowie Trink- und Abwassersystem),
  • ein Energie-Grundkonzept,
  • ein Regenwasser­bewirtschaftungs-Grundkonzept und
  • eine erste Bestandserfassung des Naturhaushalts.
Noch in der Planung bzw. Erarbeitung sind z.B. Untersuchungen
  • zu überörtlichen Straßen (Verkehrserschließung Blankenburg),
  • zur weiteren ÖPNV-Erschließung (Tramverbindung von Pankow nach Weißensee),
  • zu weiteren landschaftsökologischen Aspekten sowie
  • zu Altlasten und Baugrund.


Im Februar 2018 lag ein Zwischenbericht der Vorbereitenden Untersuchungen vor. Einen wesentlichen Teil davon stellten drei Entwicklungsalternativen dar, die aus den Untersuchungen sowie fachlichen Überlegungen und Abstimmungen hervorgegangen sind. Sie sind auch Ergebnis zweier verwaltungs­übergreifender Klausurtagungen, an denen Expertinnen und Experten für diverse Themen – Verkehr, Landschaft und Naturschutz, Wirtschaft und Gewerbe, Planungsrecht und mehr – sowohl von der Bezirks- wie auch von der gesamtstädtischen Ebene teilnahmen. Diese prüften die Alternativen auf ihre grundsätzliche Machbarkeit, diskutierten sie und entwickelten sie weiter.

Nach der ersten öffentlichen Präsentation der Alternativen bei der Auftaktarena am 3. März 2018 wurden diese lebhaft diskutiert, unter anderem im Rahmen einer einmonatigen Online-Beteiligung. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat die geäußerten Sorgen und Anmerkungen zur Kenntnis genommen und im Planungsprozess nachgesteuert. Die Devise bei der zukünftigen, langfristigen Planung des neuen Stadtquartiers lautet: behutsam und sozialverträglich.

Ausblick

Derzeit wird auf eine vierte Entwicklungsalternative "D" hingearbeitet. Diese soll bis Mitte 2019 entwickelt sein. Die Vorbereitenden Untersuchungen werden nach heutiger Einschätzung Mitte 2020 beendet werden.
Das weitere Vorgehen hängt von den Untersuchungsergebnissen und der Grundsatzentscheidung der politischen Gremien ab, die voraussichtlich Ende 2020 über das Projekt "Stadt behutsam weiterbauen im Blankenburger Süden" gefällt wird. Eine bauliche Vorbereitung des neuen Stadtquartiers z.B. in Form von Straßenbaumaßnahmen oder der Errichtung einer Tramtrasse würde erst anschließend mit Planung und Umsetzung in Teilabschnitten beginnen können.