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Stadterneuerungsgebiete - Bezirk Mitte - Aufgehobene Gebiete
Sanierungsgebiet Mitte - Spandauer Vorstadt

Die Neue Synagoge in der Oranienburger Straße
Das Gebiet
Die Spandauer Vorstadt ist die größte der planmäßig angelegten Vorstädte von Berlin. Die Hauptstraßen zu den Vororten im Norden Berlins sowie das unregelmäßige Straßensystem, das im Wesentlichen 1716 abgesteckt war, bestimmen die städtebauliche Eigenart des Gebiets noch heute. Als ältester erhaltener Stadtgrundriss der Vorstädte dokumentiert er geschichtlich und stadträumlich eindrucksvoll die Charakteristik der Vorstadtentwicklung.
Die Bebauung der Spandauer Vorstadt entstand und erneuerte sich auf dem Stadtgrundriss des 18. Jahrhunderts und repräsentiert fast 300 Jahre kontinuierliche Stadtentwicklung.
Das Nebeneinander von Wohn- und Gewerbebauten aus unterschiedlichster Entstehungszeit und qualitätsvollen öffentlichen Gebäuden des 19. Jahrhunderts prägen das Stadtbild. Herausragende Baudenkmale wie die Sophienkirche, das ehemalige Postfuhramt, das St. Hedwig-Krankenhaus, die Hackeschen Höfe und das ehemalige Kaufhaus Wertheim (Rosenthaler Straße / Sophienstraße; hier ist 2008 die AOK Bundeszentrale mit über 400 Arbeitsplätzen eingezogen) sind von gesamtstädtischer Bedeutung.
Daten (Stand: 31.12.2007)
| Fläche |
67,6 ha |
| Grundstücke |
632 |
| Baudenkmale |
108 |
| Wohnungen |
6.293 |
| Einwohner |
8.771 |
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Sanierungsziele
Wesentliches Sanierungsziel war die Stärkung und Entwicklung als innerstädtisches Wohnquartier. Die Altbauten waren auf einen zeitgemäßen Ausstattungsstandard im weitest möglichen Einvernehmen mit den Mietern zu erneuern.
Die Stadtgestalt war so zu erhalten oder wiederherzustellen, dass die einmalige und unverwechselbare städtebauliche Eigenart des Gebiets gesichert wird. Hohe Priorität hatten die Sicherung, der Ausbau und die Ergänzung der Gemeinbedarfseinrichtungen. Bei den Grünflächen und Spielplätzen wurde sowohl eine Erweiterung des Angebots durch Neuanlagen als auch eine Qualitätsverbesserung des vorhandenen Bestands angestrebt. Der öffentliche Raum, die Straßen und Plätze waren so zu gestalten, dass sie eine hohe Nutzungs- bzw. Aufenthaltsqualität erreichen.
Die Spandauer Vorstadt sollte für alle Bewohnergruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, insbesondere für Haushalte mit Kindern attraktiv bleiben. Die Sanierungsziele sollten mit einer möglichst breiten Beteiligung der Bewohner, Gewerbetreibenden und Hauseigentümer konkretisiert und mit adäquaten Maßnahmen realisiert werden.
Ergebnisse der Sanierung
Zum Abschluss der Sanierung im Februar 2008 waren 87,9 % des zu erneuernden Wohnungsbestands in Altbauten durchgreifend erneuert. Bei den im Zeitraum der Sanierung zu errichtenden Neubauten ist das zu Beginn der Sanierung vorhandene hohe Potenzial von 1.627 Wohnungen zu 73,0 % ausgeschöpft; 1.187 Wohnungen wurden neu gebaut. In dem zusätzlichen Wohnungspotenzial in Dachgeschossen des Altbaubestands entstanden weitere 428 neue Wohnungen.
Im Jahr 2001 wurde ein Strategiewechsel vollzogen, mit dem die für die Sanierungsgebiete verfügbaren öffentlichen Mittel vorrangig zur Verbesserung der öffentlichen Einrichtungen und des öffentlichen Raums eingesetzt wurden. Dadurch konnte eine erhebliche Aufwertung des öffentlichen Raums und eine zeitgemäße Erneuerung der öffentlichen Gebäude erreicht werden.
Zum Zeitpunkt des Sanierungsabschlusses sind die infrastrukturell genutzten Gebäude erneuert: Die Schulen Gipsstraße 23a, Große Hamburger Straße 27 und Weinmeisterstraße 16 wurden umfassend modernisiert, ebenso das Schülerfreizeitzentrum Weinmeisterstraße 15, die Sporthalle Gormannstraße 13, das Kulturhaus Mitte Auguststraße 21 und das Theaterprobenhaus Koppenplatz 12. Die Kita Rückerstraße hat ein neues Gebäude bezogen und die Kita Kleine Auguststraße ist auch erneuert.
Zahlreiche Spielplätze, Grünflächen und Stadtplätze sind neu geschaffen oder neu gestaltet und Teilflächen des öffentlichen Straßenraums erneuert worden. Hervorzuheben sind der große Stadtplatz Am Zwirngraben, der mit hoher Passantenfrequenz und guten Aufenthaltsmöglichkeiten das Eingangstor zur Spandauer Vorstadt am Hackeschen Markt bildet, der neu gestaltete Koppenplatz, der nach historischem Vorbild wiederhergestellte Monbijouplatz, der Schendelpark, der Spielplatz Mulackstraße 9-10, sowie die völlig neu jeweils mit Spielplätzen gestalteten und erweiterten Grünflächen Gipsdreieck und Gormanndreieck (Rosenthaler Straße, Gormann-, Steinstraße). Seit Anfang 2007 steht mit dem Park im Krausnickblock (Eingang Oranienburger Straße 20) eine weitere, von den Bewohnern sehr gut angenommene Grünanlage zur Verfügung.
Ein deutliches Zeichen des Sanierungserfolgs ist das dynamische Wachstum der Einwohnerzahl. Während sich die Einwohnerzahl im gesamten Ortsteil Berlin-Mitte seit 1991 nicht erhöht hat, leben in den Sanierungsgebieten heute wieder deutlich mehr Menschen als zur Wendezeit. In der Spandauer Vorstadt wurde 1996 der niedrigste Stand mit 7.040 Einwohnern verzeichnet. Seitdem erfolgte ein kontinuierlicher Einwohnerzuwachs. Ende 2007 waren bereits 8.771 Einwohner gemeldet. Dies entspricht einer Steigerung um fast 25 %.
Das Sanierungsgebiet ist nicht nur allgemein wieder ein beliebter Wohnort, sondern insbesondere für junge Familien mit kleinen Kindern attraktiv. Der Indikator, der dies am besten anzeigt, ist die stark überproportionale Entwicklung der Anzahl an Kleinkindern im Alter von bis zu 6 Jahren (Steigerung um 67 % im Vergleich zu 1998).
Nicht erreichte Sanierungsziele:
Von den insgesamt vorhandenen 686 Wohnungen in den Plattenbauten sind nur 20 erneuert worden. Dagegen gibt es nur rund 492 (= 12,1 %) nicht erneuerte Wohnungen in den Altbauten des Gebiets.
Zwei große Schlüsselprojekte wie das Postfuhramt und die denkmalpflegerisch sehr bedeutenden Anlagen der jüdischen Gemeinde in der Auguststraße (Nr. 11-16) konnten bisher nicht den Sanierungszielen gemäß entwickelt werden.
Fortführung begonnener Maßnahmen
Seit 2008 werden insgesamt fünf Straßenabschnitte mit teilweise noch extrem schadhaften Gehweg- und Straßenbelägen erneuert: Krausnickstraße, Gormannstraße (zwischen Mulack- und Linienstraße), Dircksenstraße (zwischen Rochstraße und An der Spandauer Brücke) sowie Gehwege in Teilabschnitten der Max-Beer-Straße und Rosenthaler Straße.
Der Spielplatz Auguststraße 3a-5 wird mit der Teilfläche auf dem Grundstück Nr. 4 im Jahr 2009 komplettiert.
Die Sanierungsziele, insbesondere der Erhalt der Wohnnutzung über den Zeitpunkt der förmlichen Aufhebung als Sanierungsgebiet hinaus, werden mit einem Bebauungsplan gesichert.
Rechtsverordnungen
- Förmliche Festlegung als Sanierungsgebiet
- Aufhebung des Sanierungsgebietes:
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Bezirk Mitte von Berlin

Hackescher Markt

Gipsstraße

Krausnickpark

Nebeneinander moderner Architektur und denkmalgeschützter Altbauten in der Auguststraße

Modernisierter Altbau Auguststraße 7-8

Hofidylle Theaterprobenhaus am Koppenplatz

Der Hackesche Markt - das Eingangstor ins Gebiet

Der Koppenplatz – eine der ruhigen Seiten des Gebiets
Fotos:
Koordinationsbüro zur Unterstützung der Stadterneuerung in Berlin
Links
Sanierungsverwaltungs- stelle des Bezirks
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