Das Quartier Wrangelkiez liegt im Herzen des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, an der Grenze zum Bezirk Treptow-Köpenick. Eingeschlossen wird das Gebiet durch die Spree im Norden, den Landwehrkanal im Osten, den Görlitzer Park im Süden und die Skalitzer Straße im Westen. Das Quartier ist ein hochverdichtetes gründerzeitliches Altbaugebiet. Die Bestandsqualität der Wohngebäude ist im Vergleich zu anderen Quartieren in Berlin infolge umfangreicher Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der
IBA in den 1980er Jahren relativ gut.
Die Skalitzer Straße und die Schlesische Straße erzeugen eine hohe Verkehrsbelastung. Das Angebot an Grün- und Erholungsflächen ist mit dem Spreeufer, dem Görlitzer Park und der Nähe zum Treptower Park gut. Der Wrangelkiez gehört mit 34 % zu den Quartieren mit dem höchsten Ausländeranteil.
Insgesamt hat ca. die Hälfte der Bewohnerschaft einen Migrationshintergrund. Die größte Gruppe stellen türkische Menschen. Bei den Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren sind sogar mehr als zwei Drittel nicht-deutscher Herkunft. Die Grundschule im Quartier hat einen Anteil Kinder nicht-deutscher Herkunft von 75 %, der in der Tendenz sinkt, während die Oberschule zu 100 % von Kindern nicht-deutscher Herkunft besucht wird. Obwohl in den letzten Jahren die Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit stark gesunken ist, bleibt die Abhängigkeit von Transfereinkommen weiterhin überdurchschnittlich hoch.
Der Ladenleerstand im Gebiet konnte deutlich reduziert werden und das Versorgungsangebot hat sich verbessert. Seit der Gebietsfestlegung im Jahr 1999 wurden rund 4.800.000 Euro Fördermittel im Gebiet investiert.
Auswahl realisierter Projekte
Der Schwerpunkt der Quartiersmanagementarbeit im Wrangelkiez liegt im Handlungsfeld Erziehung, Bildung und Partizipation. Das Zusammenleben zwischen den Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur soll gefördert werden. Um auch die Bewohnerschaft türkischer Herkunft in das Stadtteilleben einzubinden, wurde das Beteiligungs- und Aktivierungsverfahren "Imece" erfolgreich eingesetzt.
Mit der Schaffung des Bildungsnetzwerkes "Wrangelkiez macht Schule" wurde ein wichtiger Weg geebnet. Im Netzwerk koordinieren Schulen,
Kitas und andere Bildungspartner Maßnahmen zur Verbesserung der Bildungschancen im Stadtteil. Mit Projekten wie "Griffbereit" und "Rucksack" wird das Ziel der Sprachförderung mit den Eltern gemeinsam umgesetzt. Um nachhaltige Bildungserfolge zu erreichen, werden Eltern an der Fichtelgebirge-Grundschule zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet, um ehrenamtlich im Elterncafe tätig zu sein.
Andere Eltern gehen in der "Elternvolksuniversität" nach französischem Vorbild der Frage nach, welche Unterstützung Eltern in der heutigen Zeit brauchen, um ihren Erziehungsaufgaben angemessen nachkommen zu können. Im Rahmen des Zieles der Bildungswegbegleitung erleichtert ein Theaterprojekt den Kindern den Übergang von der Kita in die Grundschule.
Wesentliche Verbesserungen wurden in den letzten Jahren auch bei der Aufwertung des öffentlichen Raumes erzielt. Dieser wurde mit Hochbeeten und Baumbepflanzungen verschönert, Spielplätze und Bolzplätze ihren Nutzungsansprüchen angepasst und saniert. Wichtig bei den Baumaßnahmen war die direkte Einbindung und spezifische Beteiligung der Bewohnerschaft an den Aufwertungsmaßnahmen.
Ein weiteres Thema ist die Gewaltprävention. Für Eltern, die mit ihren jugendlichen Kindern Probleme haben, wird eine Schulung zur Gewaltprävention durchgeführt, in der das Aufwachsen zwischen zwei Kulturen, Drogenmissbrauch und Straffälligkeit thematisiert werden. Mit großem Erfolg läuft freitags von 22 - 1 Uhr ein Nachtsportangebot, bei dem Jugendliche aus dem Kiez ab 16 Jahren "Futsal", eine aus Brasilien stammende Hallenfußballvariante, spielen.