Soziale Stadt  

 

Soziale Stadt, Quartiersmanagementgebiet – Neukölln

High-Deck-Siedlung


Sonnenallee/High-Deck-Siedlung - Gebietskarte mit Erweiterung 2016
Gebietskarte mit Erweiterung 2016

Vorrangige Bebauungsart / Infrastruktur

Die Siedlung entstand zwischen 1975 und 1981 im Ergebnis eines Städtebaulichen Wettbewerbs und wurde 1991 durch einen Neubau an der Neuköllnischen Allee ergänzt. Die überwiegend sechsgeschossigen Häuser sind durch Fußgängerbrücken (High Decks) verbunden. Der Fußgänger und Autoverkehr sind durch zwei Ebenen voneinander getrennt. Unterhalb der Brücken befinden sich die Straßen und Stellplätze. Die stark frequentierte Sonnenallee trennt die Siedlung in einen südwestlichen und einen nordöstlichen Teil.

Entwicklungsziele, Leitbild

Die High-Deck-Siedlung ist ein familienfreundliches, generationengerechtes Stadtquartier im grünen Stadtraum mit kultureller Vielfalt und einer gut ausgebauten, stabilen nachbarschaftlichen Infrastruktur. Die Siedlung ist zentral gelegen, dennoch nicht vom Verkehrslärm beeinflusst und durchzogen von zahlreichen Grün- und Freiflächen.

Bestehender Handlungsbedarf

Die Förderung in Kita und Schule durch die Erweiterung von Kita-Kapazitäten, die Vernetzung der Schule im Quartier mit anderen Angeboten im Kiez und der Erhalt und Ausbau von Freizeit- und Bildungsangeboten für Kinder, Jugendliche und Eltern sind Schwerpunkte im Handlungsfeld Bildung, Ausbildung, Jugend. Darüber hinaus werden weiterhin Maßnahmen der Lernhilfe und Berufsorientierung für Jugendliche initiiert und unterstützt.

Im Handlungsfeld Arbeit und Wirtschaft wird zusammen mit dem Bezirk an der Verstetigung eines Modellvorhabens, das eine bessere soziale und berufliche Integration der Bewohnerschaft leisten soll, gearbeitet. Zur Verbesserung im Nahversorgungszentrum "Sonnencenter" sollen Gewerbetreibende stärker zu einer intensiveren Vernetzung untereinander und zu gemeinsamen Aktionen mit Bewohnerinnen und Bewohnern motiviert werden.

Die Stärkung des Nachbarschaftstreffs und die Initiierung von Bewohnertreffen und kleinteiliger Nachbarschaftsmediation stehen im Fokus der Arbeit im Handlungsfeld Nachbarschaft.

Wichtigste Anliegen im Handlungsfeld Öffentlicher Raum sind die Schaffung von mehr Sauberkeit im Wohnumfeld, mehr Sicherheit im Wohnquartier, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Freien für Kinder und Familien, die Begrünung des Wohnumfeldes und die Erhöhung der Verkehrssicherheit an der Sonnenallee.

Ein gut funktionierendes Netzwerk aller Beteiligten im Quartier ist die wichtigste Voraussetzung für nachhaltige Ergebnisse im Handlungsfeld Beteiligung, Vernetzung und Einbindung der Partner. Dafür sind die bestehenden Einrichtungen und Initiativen zu stärken und zu motivieren.

Schlüsselprojekte

Die Erweiterung des Jugendtreffs "The Corner" und die Neugestaltung des Umfeldes der Einrichtung sowie die Neugestaltung des Schulhofs der Kepler-Schule sind die wichtigsten baulichen Projekte im Quartier. Darüber hinaus gehören Streetwork-Projekte zur Gewaltprävention, die Verbesserung der Ausstattung des Nachbarschaftstreffs "mittendrin", die Neugestaltung des Sonnencenters und der Kindertreff "Waschküche" zu den Schlüsselprojekten im Gebiet.

Beteiligung

Im QM-Gebiet High-Deck-Siedlung sind zurzeit 39 Anwohnerinnen und Anwohner im Quartiersrat und der Aktionsfondsjury sowie im Quartiersrat 14 Einrichtungen vertreten. Sie entscheiden über den Einsatz von Projektmitteln und erarbeiten gemeinsam mit weiteren Verfahrensbeteiligten im Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzept (IHEK) die Schwerpunkte der Quartiersentwicklung.


Erweiterungsgebiet Sonnenallee/High-Deck-Siedlung


Gebietsabgrenzung

Der Planungsraum Schulenburgpark beinhaltet bereits das Quartiersmanagementgebiet Sonnenallee / High-Deck-Siedlung. Da die bestehenden Netzwerkstrukturen dieses Gebietes bereits einen Großteil der Akteure des nördlich angrenzenden Bereichs einbeziehen und daher die Bildung eines eigenständigen Quartiersmanagementgebietes wenig Sinn macht, erfolgt eine Erweiterung des bestehenden Quartiersmanagementgebietes.

Der als Erweiterungsgebiet vorgeschlagene Teilraum wird im Westen durch die Neuköllnische Allee, im Norden durch die S-Bahn, im Osten durch die Sonnenallee und im Süden durch das Quartiersmanagementgebiet Sonnenallee/High-Deck-Siedlung begrenzt.

In dem vorgeschlagenen Erweiterungsgebiet leben 1.709 Einwohnerinnen und Einwohner (31.12.2014) auf ca. 11 ha. Insgesamt leben im erweiterten Quartiersmanagementgebiet Sonnenallee/High-Deck-Siedlung 8.728 Einwohnerinnen und Einwohner auf rund 54 ha.

Ausgangslage

Das Gebiet befindet sich im Planungsraum Schulenburgpark. Dieser liegt im südöstlichen Teil der Bezirksregion Köllnische Heide an der Grenze zu Treptow und umfasst 9.508 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 31.12.2014); 2012 waren es noch 9.315. Die Sonnenallee verläuft als Schneise durch das Gebiet. Der Planungsraum Schulenburgpark weist insgesamt eine ausgeprägte soziale Problemdichte auf, die insbesondere durch eine überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit (18,7 Prozent) und einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Transferbeziehern an der Bevölkerung (43 Prozent) zu Tage tritt. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Kinder im Planungsraum sind armutsgefährdet. Der Indikator für Altersarmut liegt bei knapp 15 Prozent.

Im östlichen Teil des Planungsraums befindet sich eine Großsiedlung der 1970er Jahre, die "High-Deck-Siedlung", die den Kern des bestehenden Quartiersmanagementgebiets bildet. Die Großsiedlung erstreckt sich über beide Seiten der Sonnenallee.

Das Erweiterungsgebiet liegt westlich vom bestehenden Quartiersmanagementgebiet im südlichen Teil der Sonnenallee. Das Gebiet ist neben einzelnen Einfamilienhäusern durch mehrere Blockrand- und Zeilenbaubestände der 1930er Jahre mit rund 1.000 Mietwohnungen der STADT UND LAND Wohnbauten GmbH geprägt, die sich um zwei Kleingartenanlagen ("Volksgärten" und "Steinreich") gruppieren. Die Wohnungen sind zu rund zwei Dritteln als 1- bis 1,5-Zimmer-Wohnungen errichtet worden, die den Bestand bis heute prägen. Anfang der 1990er Jahre wurde im Rahmen von Baumaßnahmen auf die dreigeschossigen Häuser ein Dachgeschoss aufgesetzt und einige Wohnungen wurden zusammengelegt, wodurch auch einige größere Wohnungen entstanden. Der Anteil der kleinen Wohnungen ist aber noch immer sehr hoch und führt zu einer hohen Fluktuation im Gebiet. Ein Teil der Wohnungen wird von STADT UND LAND für Wohnungsnotfälle, insbesondere für von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen, und für Flüchtlinge bereitgestellt, um die Quote für die Bereitstellung von ZeKo-Wohnungen (Zentrale Koordinierungsstelle Geschütztes Marksegment) zu erfüllen.

Im Erweiterungsgebiet liegt zudem eine Integrierte Sekundarschule (Kepler-Schule), die einer stärkeren Verankerung im Quartier bedarf. Der Schulhof weist einen Neugestaltungsbedarf auf. Weitere Sanierungsbedarfe bestehen in Bezug auf einen öffentlichen Spielplatz und einen Bolzplatz.

Ziele der Gebietsentwicklung für das Erweiterungsgebiet

Um das Gebiet sozial zu stabilisieren kommt es darauf an, die Verbundenheit der Bewohnerschaft mit dem Quartier zu stärken und Interesse, Verantwortungsgefühl und Mitwirkungsbereitschaft bei der Gebietsentwicklung zu fördern. Die Ausstrahlung der vorhandenen Einrichtungen ins Gebiet soll erhöht und schon vorhandene Netzwerke und Kooperationen sollen gefestigt und weiter ausgebaut werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Kepler-Schule.

Darüber hinaus sollen die guten Erfahrungen und schon erzielten Erfolge aus der High-Deck-Siedlung auch für das Erweiterungsgebiet nutzbar gemacht werden. Dazu ist eine Vernetzung beider Teilgebiete auf unterschiedlichen Ebenen aktiv zu gestalten. Das betrifft die Bewohnerschaft und insbesondere die Multiplikatoren und Bewohnergremien ebenso wie die Infrastruktureinrichtungen. Neben der Ausstrahlung der Aktivitäten aus der High-Deck-Siedlung ins Erweiterungsgebiet sollen aber umgekehrt von hier auch Impulse für die High-Deck-Siedlung und die gesamte Gebietsentwicklung erzeugt werden.

Letztendliches Ziel ist ein gemeinsames Quartiersmanagementgebiet, das zwar aus zwei strukturell unterschiedlichen Teilbereichen besteht, in dem aber Familien, junge und ältere Bewohner/innen, Menschen mit deutschen und ausländischen Wurzeln gern zu Hause sind und in guter Nachbarschaft miteinander leben.

Akteurs- und Kooperationsstrukturen

Grundlage sind die schon vorhandenen Akteurs- und Kooperationsstrukturen der High-Deck-Siedlung, die auf das Erweiterungsgebiet ausgedehnt und teilweise um neue Akteure erweitert werden. Dies sind:
  • Erweiterte Steuerungsrunde unter Beteiligung der ansässigen Wohnungsunternehmen, darunter der STADT UND LAND Wohnbauten GmbH.
  • Quartiersrat: Bei der Neuwahl im Frühjahr 2016 sollen auch Kandidaten aus dem Erweiterungsgebiet gewonnen werden.
  • STADT UND LAND Mieterbeirat: Er wurde mit Unterstützung des Quartiersmanagements High-Deck-Siedlung und des FEIN-Projektes "Die Köllnische Heide stärken" bereits im August 2015 übergreifend für das gesamte Gebiet gewählt.
  • Vergabejury und mittendrin-Beirat: Auch hierfür sollen Mitglieder aus dem Erweiterungsgebiet gewonnen werden.
  • Das in Entwicklung befindliche Bildungsnetzwerk der High-Deck-Siedlung wird durch Einbeziehung der Kepler-Schule erweitert.
  • Kooperation der Kinder- und Jugendeinrichtungen: Die bisherige zweiseitige Zusammenarbeit zwischen Jugendtreff "The Corner" und Kindertreff "Waschküche" wird zu einem Vernetzungsgremium erweitert, dem auch das Jugend-, Kultur- und Werkzentrum Grenzallee und der Verein Junge Mütter/Väter e. V. angehören.
Durch die Ausweitung des Quartiersmanagementgebiets könnte die kleinräumige Zusammenarbeit der Kepler-Schule mit der im Quartiersmanagementgebiet liegenden Grundschule in der Köllnischen Heide noch einmal verstärkt werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Bildungseinrichtungen stärker mit Jugendeinrichtungen und weiteren Akteuren der Berufsorientierung zu verknüpfen.

Im Quartiersmanagement High-Deck-Siedlung existiert zudem eine Steuerungsrunde der Wohnungsunternehmen im Quartiersmanagementgebiet, in der das Wohnungsunternehmen STADT UND LAND Wohnbauten GmbH bereits als engagierter Partner vertreten ist. Durch die Ausweitung des Quartiersmanagementgebietes soll die Zusammenarbeit mit STADT UND LAND in dem Gremium noch einmal gestärkt werden.

Darüber hinaus wird geprüft, ob der private Eigentümer der Wohnanlage im Bereich Planeten-/Sirius-/Delphinstraße bzw. dessen Hausverwaltung punktuell für eine Zusammenarbeit gewonnen werden kann. Mit den Wohnungsunternehmen und weiteren Partnern, wie z.B. dem Verein "Junge Mütter/Väter e.V." sind gemeinsame Initiativen und Projekte zu entwickeln.

Daten

Bezirk Neukölln

Bezirk Neukölln

QM-Gebietsgröße

55,3 Hektar

Gebietsfestlegung

29.11.2005 / Erweiterung 22.12.2015
Starke Intervention (Kategorie I)
Gebiet der Sozialen Stadt gemäß §171e BauGB

Bewilligte Programmmittel seit Gebietsfestlegung

12,078 Mio. € (Stand 2017)

Bevölkerungsstruktur (Stand: 31.12.2017)

  • Einwohnerinnen und Einwohner:
    8.746 im QM-Gebiet (3.711.930 Berlin)
  • Migrantinnen und Migranten:
    69,19% im QM-Gebiet (32,52% Berlin)
  • Bezieherinnen und Bezieher von Transferleistungen:
    57,37% im QM-Gebiet (16,59% Berlin)
  • Arbeitslosenanteil - Daten anteilig bezogen auf die Gesamteinwohnerzahl des jeweiligen Planungsraums (LOR):
    10,29% im QM-Gebiet (4,30% Berlin)

Weitere Informationen



Erweiterung des Fördergebietes
ab Januar 2016
Gesamtfläche: ca. 54 ha
Einwohnerinnen und Einwohner (insgesamt): 8.728
(Stand: Dezember 2014)

Sonnenallee/High-Deck-Siedlung - Gebietskarte mit Erweiterung ab 2016
Gebietskarte mit Erweiterung ab 2016




High-Deck-Siedlung; Foto: QM-Team
High-Deck-Siedlung

Entwurfsvorstellung für den Jugendtreff The Corner; Foto: QM-Team
Entwurfsvorstellung für den Jugendtreff The Corner

Spatenstich für die Neugestaltung des Schulhofes der Kepler-Schule; Foto: QM-Team
Spatenstich für die Neugestaltung des Schulhofes der Kepler-Schule

Fotos: QM-Team

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