Städtebau  

 

Soziale Stadt, Quartiersmanagement

Übersicht und Entwicklung: Quartiersmanagement in der Praxis


Wie funktioniert das Quartiersmanagement in der Praxis?

In den 34 Quartieren (ohne die bezirks- und bewohnergetragenen Verfahrensgebiete) arbeitet je ein "Quartiersmanagement-Team" vor Ort. Ein Träger wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung oder dem Bezirk mit der Durchführung der Stadtteilentwicklung beauftragt. Sie haben vielfältige Aufgaben:
  • die Aktivierung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Gewerbetreibenden zur Beteiligung und Mitwirkung am Entwicklungsprozess ihres Wohngebietes;
  • die Stadtteilkoordinierung, d.h. das Zusammenführen und Vernetzen unterschiedlicher Interessengruppen und lokaler Akteure, der Aufbau von Zusammenarbeit zwischen Institutionen, Initiativen, Unternehmen, Wohnungsbaugesellschaften u.a.m.;
  • Hilfestellung bei der Entwicklung von Projekten aus den unterschiedlichsten baulich-räumlichen, sozialen, kulturellen und ökonomischen Handlungsbereichen (Projektinitiierung);
  • Betreuung von Bewohnerbeiräten, die über die Stadtteilentwicklung mitentscheiden.
Bei der Team-Zusammensetzung wurde Wert gelegt auf besondere Kenntnisse und Fähigkeiten in Bereichen wie
  • Management, Moderation und Vernetzung sowie Ausbildungs-, Qualifizierungs- und arbeitsmarktpolitischen Programme,
  • Fundraising, neue Finanzierungsprogramme, Antragstellung soziale Kompetenzen besonders hinsichtlich Jugend, Ausländern, Initiativen und Projekten
  • kleinteilige Gewerbe- und Wirtschaftsberatung.
Nach der Beauftragung der Teams erarbeiten diese integrierte Handlungskonzepte. Basierend auf einer Analyse ihres Gebietes entwickeln die Teams in den strategischen Handlungsfeldern des Programms "Soziale Stadt" konkrete Maßnahmen. Diese werden jährlich in enger Abstimmung mit den Gremien des Quartiersmanagements und den Bewohnerinnen und Bewohnern analysiert, überarbeitet und angepasst.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der QM-Teams sind in ihrem Gebiet mit einem "Vorort-Büro" präsent, für das die Bezirksämter oder Wohnungsgesellschaften oft einen finanziellen Beitrag leisten.

Die Arbeit in den Quartieren orientiert sich seit ihrem Beginn an strategischen Handlungszielen
  • Mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt
  • Mehr Fort- und Weiterbildung
  • Bessere Qualität des Wohn- und Handlungsraums
  • Bewohneradäquate (nachfragegerechte) soziale Infrastruktur
  • Bewohneradäquate Stadtteilkultur
  • Besseres Gesundheitsniveau
  • Besseres Sicherheitsniveau und Steigerung des Sicherheitsempfindens
  • Mehr soziale und interkulturelle Integration
  • Mehr Partizipation der Bewohner und Akteure
Mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Vereinen und an der Gebietsentwicklung Interessierten führen die QM-Teams öffentliche Veranstaltungen zu den unterschiedlichsten Themen oder zur Projektentwicklung durch. Es gibt Arbeitsgruppen, Werkstatt-, Mediations- und Planungsverfahren, Ausstellungen und Medienarbeit. Ziel ist es, die Bewohnerinnen und Bewohner für ihren Kiez zu interessieren und ihre Mitarbeit zu erreichen.

Zur Durchführung von kleinen Projekten - wie z.B. der Unterstützung von Straßen- oder Hoffesten, Platzbepflanzungen u.a.m. - stehen jedem Team 10.000 € jährlich in einem Aktionsfonds für das Gebiet zur Verfügung. Diese Mittel für Aktivitäten sind für viele Anwohnerinnen und Anwohner Anstoß und Ermutigung, selbst und eigenverantwortlich in ihrem Kiez aktiv zu werden. Darüber entscheidet eine Aktionsfondsjury.

Im Jahr 2001/2002 haben Bewohnerinnen und Bewohner im Rahmen von Quartierfonds pro Stadtbereich über eine Million DM eigenverantwortlich durch eine Quartiersfondsjury über den Einsatz der Finanzmittel für Projekte entschieden (siehe Download Quartiersfonds). Die dabei gewonnenen Erfahrungen mündeten in allen Gebieten in die Bildung von Quartiersräten, die überwiegend aus Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers und aus Vertretern von im Gebiet vorhandenen Einrichtungen oder Vereinen bestehen.

Das Quartiersmanagementverfahren funktioniert dann am besten, wenn es eine effektive Vernetzung der Verantwortlichen gibt. Auf lokaler, bezirklicher und Landesebene erfolgen regelmäßige Abstimmungen zwischen den Beteiligten. Hierzu sind Steuerungsrunden eingerichtet worden. Das ist ein zeitaufwendiges Verfahren, aber für das Gelingen der Vorhaben erforderlich. Die Bezirke behandeln die Gebiete als Schwerpunktentwicklungsgebiete und ordnen - wie auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung - dem jeweiligen Team eine Gebietskoordinatorin oder einen Gebietskoordinator zu. So wird ein abgestimmtes Handeln quer über die Grenzen von Ämtern und Verwaltungen möglich.

Regelmäßig finden zudem bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Informations- und Erfahrungsaustausche mit allen Quartierteams und anderen Verfahrensbeteiligten statt.
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