Quartiersmanagementgebiet – Mitte
Beusselstraße
Gebietskarte
Bezirk Mitte
Gefördert seit 1999
Fläche: 132,10 ha
Einwohner: 20.096
Ausländeranteil: 30,7 %
Bewohner mit Migrationshintergrund: 49,1 %
Weitere Informationen
Im westlichen Teil der Berliner Innenstadt liegt das Quartiersmanagementgebiet Beusselstraße. Das Gebiet wird begrenzt durch die Spree, die Levetzowstraße und die Straße Alt-Moabit im Süden, den Charlottenburger Verbindungskanal im Westen, den S-Bahn-Ring und das Güterbahnhofsareal im Norden sowie die Oldenburger / Emdener / Ottostraße und die Zinzendorfstraße im Osten.
Das Zentrum des Gebietes bildet das mit 43 ha größte innerstädtische Industriegebiet Martinickenfelde mit den angrenzenden Wohngebieten Beussel- und Waldstraßenkiez, dem kleinen Huttenkiez und einigen Blöcken südlich der Turmstraße. Stark befahrene Straßen zerstückeln und belasten das Quartier. In den Wohnbereichen dominieren Altbauten, unterbrochen durch vereinzelte Häuser der 1960er, 1970er und 1990er Jahre. Bestimmt wird das Wohnungsangebot von kleinen Wohnungen für 1-Personenhaushalte.
Auch ist der Anteil junger Bevölkerung zwischen 18 und 35 Jahren mit ca. 32 % vergleichsweise hoch, im Gegensatz zum Anteil der älteren Bevölkerung über 65 Jahre und dem Anteil von Kindern unter 12 Jahren, mit 10,1 % bzw. 10,6 %. Die Bevölkerungsstruktur im Quartier ist sehr heterogen. Im Vergleich zum Bezirksdurchschnitt leben hier überdurchschnittlich viele Menschen arabischer sowie ex-jugoslawischer Herkunft. Dennoch stellen die türkischen Personen mit 22,66 % unter allen Migrantengruppen die Mehrheit dar.
Der Anteil von Personen ohne deutschen Pass liegt bei ca. 37 %, der von Personen mit Migrationshintergrund bei ca. 50 %. Rund ein Drittel ist arbeitslos und ein weiteres Drittel lebt von Transfereinkommen.
Der Anteil an Grundschülerinnen und Grundschüler nichtdeutscher Herkunft liegt bei 66 %, wobei fast alle dieser Schülerinnen und Schüler eine Lernmittelbefreiung erhalten. Seit der Gebietsfestlegung 1999 wurden bis zum Januar 2009 knapp 7.400.000 Euro an Mitteln bewilligt.
Auswahl realisierter Projekte
Durch den Quartiersrat wurden im Jahr 2007 drei Schwerpunkte der Arbeit im Gebiet festgelegt: "Bildung (& Erziehung) tut Not", "Starke Nachbarschaft" und "Gewerbe stärkt den Kiez". In diesen Schwerpunkten sollen Projekte mit Mitteln des Programms "Soziale Stadt" umgesetzt werden. Auch der Vergabebeirat (Aktionsfondsjury) hat diese Schwerpunkte für seine Arbeit übernommen.
Bildung und Erziehung tut Not!
Das Projekt "Konfliktvermittlung an Oberschulen" verbessert durch regelmäßige Sprechstunden mit Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern sowie Eltern das Vertrauensverhältnis zwischen diesen Parteien; es werden einzelne Beratungen und themenspezifische Veranstaltungen angeboten, wobei die Schülerschaft in der Konfliktlösung geschult wird. Besonders der Kontakt zu den oft schwer erreichbaren Eltern ist ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Es werden Theaterarbeit und Schulalltag verbunden und die Entwicklung der Kinder durch den Einsatz kreativer Methoden nachhaltig gefördert.
Starke Nachbarschaft
Das Projekt "MüfüMü" (Mütter für Mütter) schlägt zwischen den bestehenden Beratungsangeboten im Quartier und den Migrantenfamilien eine Brücke. 20 Mütter werden zu Themen wie Gesundheitsförderung, Berliner Bildungssystem, Gewaltprävention, Kommunikationsprozesse und Einrichtungen in Moabit fortgebildet. Mit dem erworbenen Wissen besuchen die Frauen ihnen persönlich oder dem Quartiersmanagement Moabit West bereits bekannte Familien, um diese entsprechend ihrer aktuellen Problemlagen in bestehende Beratungsangebote zu vermitteln.
Die Lust am Lesen zu fördern war Ziel der "Langen Nacht des Buches". An über 40 Orten fanden in ganz Moabit Lesungen statt. Am Vormittag wurde für die Kinder in Schulen und Kindergärten gelesen, am Abend für die Erwachsenen in sozialen Einrichtungen, Theatern, Cafés und im Waschsalon. Seit 2009 findet das Projekt unter dem Namen "Moabit liest" wöchentlich statt und erfreut sich an stetig zunehmendem Interesse.
Gewerbe stärkt den Kiez
Beim "Moabiter Lichterglanz" wurde in der Vorweihnachtszeit ein Gestaltungswettbewerb unter den lokalen Gewerbetreibenden initiiert, um diese Akteursgruppe niedrigschwellig einzubinden und zu mehr Verantwortungsübernahme bei der Stadtteilentwicklung zu motivieren. Schulen, Kindertagesstätten und Freizeitprojekte schmückten die Schaufenster mehrerer Gewerbeeinheiten. Eine Begehung und Prämierung des schönsten Schaufensters fand ebenfalls statt.
Abstimmung der Quartiersräte
MüFüMü / Mütter für Mütter
Blumenfenster Lichterglanz
Wahl Aktionsfondsjury
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