Wohnen  

 

Familienfreundliches Wohnen in der Stadt

LebensTraumHaus


LebensTraumHaus; Foto: Klaus Dombrowsky
Foto: Klaus Dombrowsky

LebensTraumHaus; Foto: Klaus Dombrowsky
Foto: Klaus Dombrowsky

Sanierung und Aufstockung eines Mehrfamilienhauses
für Alleinerziehende

Das siebengeschossige LebensTraumHaus befindet sich an der Ecke Perleberger/Lübecker Straße in zentraler Lage im Stadtteil Moabit im Bezirk Mitte. Der Name ist auf den Verein LebensTraum e.V. zurückzuführen, der sich mit der Idee, ein Wohnhaus für Alleinerziehende zu verwirklichen, Anfang der 90er Jahre gegründet hat. Bezahlbaren Wohnraum und Netzwerke zur gegenseitigen Unterstützung zu schaffen, waren ebenso wichtige Anliegen wie eine stärkere gemeinschaftliche Verantwortung für die Kinder. Das Bauprojekt wurde zusammen mit der Selbstbaugenossenschaft e.G. als Bauherr realisiert, die das Grundstück vom Land Berlin in Erbbaupacht übernommen hatte. Planung und Umsetzung wurden von der Architektin Anne Lampen und von PHS & Partner Architekten begleitet.

Der ursprüngliche Altbau, dessen Gebäudeflügel drei bzw. vier Geschosse hatte, wurde modernisiert und durch drei bzw. vier Geschosse aufgestockt. 2001 war das Haus bezugsfertig und hatte 23 Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern und Flächen zwischen 50 m² und 102 m². Alle Wohnungen verfügen über große Fenster, Balkone zur Hofseite und sind mit einem Aufzug erreichbar. Die Küchen sind unterschiedlich groß und bieten teilweise Platz für einen größeren Essbereich. Einzelne Wohnungen haben zusätzliche Abstellkammern. Im fünften Obergeschoss gibt es einen Kinderwagenabstellraum. Eine Vereinswohnung im Erdgeschoss, die als Gästewohnung für Alleinerziehende in Berlin gedacht war, hatte nicht genügend Nachfrage und wird deshalb auch anderweitig vermietet. Der 30 m² große Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss wird inzwischen von der Stadtrand GmbH als stadtteiloffene Selbsthilfe-, Kontakt- und Beratungsstelle genutzt.

Im Haus leben heute acht Alleinerziehende mit ihren Kindern, sieben Familien und sieben Singles. Ursprünglich war vorgesehen, dass Alleinerziehende zwei Drittel der Wohnungen nutzen. Wegen des relativ langen Planungs- und Umsetzungszeitraums sind manche Interessierte abgesprungen. Inzwischen beginnt das Haus mit seinen Bewohnern zu altern. Weil alle Wohnungen belegt sind, ziehen kaum junge Eltern nach. Trotz des Wandels wird die Vereinsidee eines gemeinschaftlichen Miteinanders weiter gelebt. Die Hausgemeinschaft hat einen Hausbeirat gegründet, der sich um die gemeinschaftlichen Belange kümmert.

Die Baukosten betrugen insgesamt 2.073 Euro pro m². Unterstützt wurde der Bau durch finanzielle Mittel aus des Programms "Stadtweite Maßnahmen" (Altbau) und aus Mitteln des sozialen Wohnungsbaus (Neubau), aber vor allem durch die Eigenleistungen der Bewohner. Als Genossenschaftsmitglieder zahlen die Bewohner Nutzungsentgelte zwischen 3,63 und 5,73 Euro pro m².