Wohnen  

 

Familienfreundliches Wohnen in der Stadt

Familienwohnen am Engelbecken


Familienwohnen am Engelbecken, Bethaniendamm 61; Foto: Andreas Wettig
Foto: Andreas Wettig


Familienwohnen am Engelbecken, Bethaniendamm 61; Foto: Michael Schweizer
Foto: Michael Schweizer

Sanierung und Umbau eines Mehrfamilienhauses
der 50er Jahre

Das Wohnhaus Bethaniendamm 61 steht inmitten der Luisenstadt in Friedrichshain-Kreuzberg an der Grenze zum Bezirk Mitte. Dieser Teil der Luisenstadt wurde während des Zweiten Weltkriegs stark zerstört. In der Nachkriegszeit wurden nur wenige Häuser wieder aufgebaut oder neu errichtet, so dass die Nachbargrundstücke weitgehend unbebaut sind. Mit dem Wunsch, in der Innenstadt Berlins wohnen zu bleiben, schlossen sich Ende 2002 vier Familien zur Baugemeinschaft "Familienwohnen am Engelbecken GbR" zusammen, um das 1954 errichtete Gebäude zusammen mit dem Architektur- und Planungsbüro Schweizer umzubauen. Wegen der Lage an der Mauer war schon Jahrzehnte nicht in die Substanz des Hauses investiert worden. Der Erwerb war deshalb vergleichsweise kostengünstig. Das Gebäude stand bis auf drei Wohnungen leer.

Vor dem Umbau hatte das Haus 18 Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen, jeweils drei auf einer Etage. Seit der Fertigstellung 2005 gibt es acht Wohnungen und ein Büro. In den oberen vier Etagen sind durch die Zusammenlegung der kleinen Einzelwohnungen vier Familienwohnungen mit jeweils 140 m² Fläche und bis zu sechs Zimmern entstanden. Die Räume sind fast gleich groß und lassen den Familien Spielräume bei der Nutzung als Kinder-, Arbeits- oder Gästezimmer. Den Mittelpunkt jeder Wohnung bildet der großzügige Wohn- und Essbereich. Die Fenster an der Südseite sind bodentief und schaffen dadurch helle, freundliche Räume. Die rund 20 m² großen Balkone erstrecken sich über die gesamte Hausbreite und verbinden die südlichen Wohnräume durch einen Laubengang miteinander.

Die Grundrisse der vier Mietwohnungen im Erdgeschoss und im ersten Geschoss blieben unverändert. Heizung, Böden und Teile des Innenausbaus wurden jedoch in die Modernisierung einbezogen. Diese Wohnungen befinden sich im Gemeinschaftseigentum der GbR und werden für eine Nettokaltmiete von ca. 4,50 Euro pro m² vermietet.

Die Wohnungen werden durch Gemeinschaftsanlagen und -räume ergänzt. Dazu gehören neben dem Garten ein Spielzimmer im ausgebauten Dachboden und ein Werkraum im Keller.

Die Kosten für Erwerb, Umbau und Modernisierung betrugen insgesamt ca. 1,1 Mio. Euro, die reinen Baukosten ca. 850 Euro pro m² Wohnfläche. Die Finanzierung erfolgte u.a. mit Fördermitteln aus dem CO2-Gebäudessanierungs-Programm der KfW Bankengruppe. Durch Umbau und Modernisierung hat das Haus einen Niedrigenergiestandard wie ein Neubau erreicht. Eine Solarkollektoranlage auf dem Dach, die Fassadenbegrünung und Nistkästen für Mauersegler unterstreichen die ökologischen Aspekte des Umbaus.