Wohnen  

 

Familienfreundliches Wohnen in der Stadt

Alte Schule Karlshorst


Alte Schule Karlshorst; Foto: Klaus Dombrowsky
Foto: Klaus Dombrowsky


Alte Schule Karlshorst; Foto: Klaus Dombrowsky
Foto: Klaus Dombrowsky

Umnutzung und Sanierung eines
denkmalgeschützten Schulkomplexes

Als Gemeindeschule im Jahr 1899 errichtet, dient die "Alte Schule" in zentraler Lage im Bezirk Lichtenberg heute als Wohnhaus. Seit 1994 stand die inzwischen denkmalgeschützte Schule leer und verfiel. Sie wieder als Schule zu nutzen, stand nicht zur Debatte, deswegen musste ein neues Nutzungskonzept gefunden werden.

Für die Idee, in diesem Haus im Stadtteil Karlshorst ein integratives und generationenübergreifendes Wohnprojekt einzurichten, vor allem auch für Familien mit geringem Einkommen, wurden bald Mitstreiter und Förderer gefunden: die Stiftung trias, die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und die Mietergenossenschaft Selbstbau e.G., der alle Bewohner angehören. Geplant und begleitet wurde der Umbau von den Architekten thommes und weißheimer zusammen mit Anita Engelmann. Der sonst übliche Anteil an baulichen Eigenleistungen bei einem Selbstbauprojekt konnte durch eine Drittelförderung (ca. 1 Mio. Euro) des Landes Berlin für ein Modellprojekt aus dem Programm "Altbausanierung städtebaulich oder wohnungspolitisch besonders bedeutsamer Einzelvorhaben" kompensiert werden. Für die notwendigen Maßnahmen zur Erhaltung der Substanz, zur Umsetzung des Konzeptes und zur Gewährleistung des Denkmalschutzes wurden ca. 3,2 Mio. Euro aufgewendet.

Ende 2007 sind die ersten Bewohnerinnen und Bewohner eingezogen. Mittlerweile leben ca. 60 Menschen in der "Alten Schule", die Hälfte davon Kinder. Der Charakter der Schule ist auch nach Sanierung und Umbau erkennbar, so sind die Decken nach wie vor 3,85 m hoch, das Treppenhaus hat seine ursprünglichen Dimensionen beibehalten und die großen Fenster gibt es auch noch. Durch Trennwände entstanden nach Wunsch der Erstnutzer verschiedene Raumaufteilungen. So variieren die 21 Wohnungen von zwei bis fünf Zimmern und haben Flächen von 55 m² bis 143 m². Alle Wohnungen auf der Hofseite erhielten Balkone. Weitere Wohnungen sind durch Dachausbau entstanden.

Die Mehrzahl der Wohnungen ist behindertengerecht oder zumindest barrierefrei zugänglich, ein Drittel ist für alte, behinderte oder pflegebedürftige Mieter reserviert. Durch die Förderung des Landes Berlin ist für alle Wohnungen bis auf die beiden Dachgeschosswohnungen ein Wohnberechtigungsschein nötig. Die Bewohner zahlen ein Nutzungsentgelt mit einer Nettokaltmiete von 4,65 Euro pro m² und weitere 2,20 Euro pro m² für Betriebskosten.

Es gibt einen Raum für Fahrräder, eine Holzwerkstatt und einen großen Abstellraum mit ca. 1 m² großen Regalboxen für jeden Haushalt. Das ehemalige Toilettenhäuschen auf dem Schulhof wird derzeit zu einem Gemeinschaftsraum (40 m²) umgebaut. Der in weiten Teilen verwilderte Schulhof mit altem Baumbestand (ca. 3.000 m²) bietet den Kindern viel Raum zum Spielen und Toben.