Wohnen  

 

Familienfreundliches Wohnen in der Stadt

Einleitung


Familienfreundliches Wohnen in der Stadt; Fotos: Klaus Dombrowsky
Fotos: Klaus Dombrowsky

Beispiele für kinder- und familienfreundliches Bauen und Wohnen in der Berliner Innenstadt

In den letzten Jahren hat sich in Berlin neben dem schon vorhandenen, ein weiteres breites Spektrum interessanter innerstädtischer Wohnangebote für Familien mit Kindern entwickelt, gefördert durch den Berliner Senat. Umfangreiche Investitionen im Rahmen der Stadterneuerung durch Modernisierung von Wohnungsbeständen und neue Gestaltung des Wohnumfeldes haben dazu beigetragen. Um der zunehmenden Nachfrage nach Grundstücken in innerstädtischen Lagen für neue gemeinschaftliche Wohnformen zu entsprechen und das innerstädtische Wohnen zu stärken, unterstützt der Senat seit längerem Baugemeinschaften und generationen-übergreifende Wohngruppen durch die Beratungsstelle "Netzwerkagentur GenerationenWohnen" und das so genannte "Festpreisverfahren" bei der Ausschreibung von Grundstücken. Ziel dieses Verfahrens ist es, bevorzugt solche Gemeinschaften zum Zuge kommen zu lassen, deren Konzepte die größte Aussicht auf Umsetzung stadtentwicklungspolitischer Ziele in sozialer, ökologischer und baulicher Hinsicht gewährleisten. Zudem informiert das Baulückenmanagement der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im Internet über Bauland, u.a. für Mehrfamilienhäuser in zentralen Lagen, in innerstädtischen Gründerzeitquartieren mit Kiezcharakter oder anderen attraktiven Wohnvierteln.

Aber nicht jede Familie mit Kindern kann oder will Eigentum bilden. Eine Alternative dazu ist das genossenschaftliche Wohnen. Lebenslanges Wohnrecht, gemeinschaftliches Eigentum und die Prinzipien der Selbstverantwortung, Selbstverwaltung und Selbsthilfe werden heute von vielen, auch jüngeren Menschen als Modell für ein zeitgemäßes und zukunftssicheres Wohnen wiederentdeckt. Berlin ist traditionell eine Mieterstadt. Die sechs landeseigenen Wohnungsgesellschaften mit immerhin fast 270.000 Wohnungen bieten in vielen innerstädtischen Lagen gute Wohnqualitäten zu moderaten Preisen und sind gerade auch deshalb für junge Familien gut geeignet.

Was macht aber Berliner Innenstadtquartiere für junge Familien als Wohnort attraktiv? Welche Vorstellungen vom Wohnen und der Wohnung haben Familien? Welche Rahmenbedingungen brauchen junge Eltern und ihre Kinder, um in einem innerstädtischen Quartier eine geeignete Wohnung zu finden und um sich dort wohl zu fühlen?

Patchworkfamilien, Alleinerziehende, Ehepaare oder Lebensgemeinschaften mit Kindern, sie alle machen heute Familie aus. So unterschiedlich die Familienformen, so vielfältig sind deren Lebensstile, Einkommen und sozialen Milieus, so verschieden sind die Vorstellungen vom Wohnen und die Möglichkeiten, sie zu realisieren. Wenngleich Familienformen und Lebensstile vielfältiger werden, so sind doch die grundsätzlichen Anforderungen, die Familien mit Kindern an Wohnstandorte stellen, sehr ähnlich.

Preis, Größe und Ausstattung der Wohnungen, an denen großzügige und flexible Grundrisse, Freiraumbezüge durch Balkon, Terrasse oder kleinen Garten und ausreichend Abstellflächen geschätzt werden, sind wichtige Auswahlkriterien. Aber auch Standortmerkmale beeinflussen die Wahl. Gesucht sind nutzungsgemischte, lebendige Quartiere mit guter Infrastruktur und gleichzeitiger Ruhe beim Wohnen. Die viel zitierten kurzen Wege zu Geschäften, Dienstleistungen, (kinder)ärztlicher Versorgung und eine gute verkehrliche Anbindung gehören zu den Vorzügen innerstädtischen Wohnens. Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder sind dabei ebenso wichtig wie ein Wohnumfeld, in dem sie sich frei und ohne Gefahr bewegen und entfalten können. Auch ein tolerantes soziales Klima und gut funktionierende Nachbarschaften sind für Familien wichtig und beeinflussen die Wohnzufriedenheit. Die Dokumentation veranschaulicht dies an neun ausgewählten Beispielen für das Familienwohnen allein oder in Gemeinschaft, zur Miete, in der Genossenschaft oder im Eigentum, im mehrgeschossigen Wohnhaus oder in Stadthäusern, im sanierten Altbau, im Neubau und in einer Siedlung der 30er Jahre.