wohnen  
 

Berliner Betriebskostenübersicht 2017

Erläuterungen zu den Ergebnissen der Analyse der Betriebskostenarten


Was alles unter den Begriff Betriebskosten fällt, ist aus der Betriebskostenverordnung (BetrKV) (pdf, Quelle: bundesrecht.juris.de) ersichtlich.

Ein vorgeschriebenes Schema für die Betriebskostenabrechnung gibt es aber nicht. Der Aufbau der konkreten Betriebskostenabrechnung kann von der in obiger Tabelle abgebildeten Gliederung abweichen. Zum Beispiel können die Kosten für die Schneebeseitigung auch in den Hauswartkosten enthalten sein, wenn der Hauswart und nicht eine externe Firma den Schnee beseitigt. Der Umfang der Leistungen erklärt zum Teil auch die unterschiedliche Höhe einzelner Betriebskostenpositionen.*)
Bei der Anwendung der Tabelle als Orientierung ist dies entsprechend zu berücksichtigen.

Grundsteuer

Die Grundsteuer wird von den Berliner Finanzämtern erhoben. Bei Altbauten bis 1949 liegt die Grundsteuer durchschnittlich im unteren Spannenbereich. Durchschnittlich die höchste Grundsteuer wird bei Wohngebäuden mit einer Bezugsfertigkeit 1973 bis 1990 West bezahlt.

Wasserversorgung und Entwässerung

Die Höhe der Kosten für die Wasserversorgung und Entwässerung ist neben den festgelegten Tarifen vor allem vom Verbrauchsverhalten abhängig. Auch ein gegebenenfalls vorhandener zusätzlicher Wasserverbrauch für die Gartenpflege kann eine Rolle spielen. Mittelfristig sollen die Wassertarife der Berliner Wasserbetriebe stabil bleiben.

Aufzug

Die Höhe der Kosten für den Aufzug steht in Abhängigkeit von der Anzahl der Aufzüge im Gebäude und der Anzahl der Geschosse (Wohnungen). Tendenziell gibt es einen Zusammenhang von der Geschosszahl und der durchschnittlichen Höhe der Aufzugskosten; eher niedrigere Kosten bei Wohngebäuden mit mindestens neun Geschossen und höhere Kosten bei Häusern mit weniger Geschossen.

Straßenreinigung

Die Straßenreinigungskosten wiesen eine sehr geringe Schwankungsbreite auf. Diese Position hat aufgrund ihrer Höhe einen eher geringen Einfluss auf die Gesamthöhe der Betriebskosten. Preisänderungen, die nach dem Jahr 2015 stattgefunden haben, konnten nicht berücksichtigt werden. Im Jahr 2016 fand keine Tarifänderung statt. Zum 1. Januar 2017 stiegen die Straßenreinigungsgebühren der BSR für die Tarifperiode 2017/2018 durchschnittlich um 2,6 Prozent.

Müllbeseitigung

Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Höhe der ermittelten Kosten für die Müllbeseitigung und der Bezugsfertigkeit der Wohngebäude ist nicht feststellbar. Nach dem Jahr 2015 stattgefundene Änderungen konnten nicht berücksichtigt werden. Im Jahr 2016 fand keine Tarifänderung statt. Zum 1. Januar 2017 stiegen die BSR-Tarife der Abfallwirtschaft für die Tarifperiode 2017/2018 um durchschnittlich 3,8 Prozent.

Hauswart/Hausmeister

Die Hauswartkosten wiesen eine relativ hohe Schwankungsbreite auf, die sich vor allem aus dem unterschiedlichen Umfang der Tätigkeiten des Hauswartes erklärt. Bei Wohngebäuden mit Bezugsfertigkeit 1973 bis 1990 Ost liegen die Kosten für den Hauswart/Hausmeister durchschnittlich unterhalb des ausgewiesenen Mittelwerts.

Gebäudereinigung und Ungezieferbekämpfung

Unterdurchschnittlich sind die Kosten bei Wohngebäuden mit Bezugsfertigkeit 1973 bis 1990 Ost.

Schneebeseitigung

Durchschnittlich die geringsten Kosten für die Schneebeseitigung fallen bei Wohngebäuden mit Bezugsfertigkeit 1973 bis 1990 Ost an.

Gartenpflege

Die Schwankungsbreite bei den Kosten für die Gartenpflege ist groß. Die konkrete Höhe hängt wesentlich von der zum Haus bzw. zur Wirtschaftseinheit zugehörigen Grünflächen, Spielplätze, Freiflächen ab sowie deren Gestaltung und Pflege. Unterdurchschnittlich sind die Kosten für die Gartenpflege im Altbau bis 1918 und in Wohngebäuden mit Bezugsfertigkeit 1973 bis 1990 Ost.

Beleuchtung (Allgemeinstrom)

Die Kosten der Beleuchtung weisen eine relativ hohe Schwankungsbreite auf. Kosten über dem Mittelwert sind vor allem bei neueren Wohngebäuden mit einer Bezugsfertigkeit ab 1965 zu beobachten.

Schornsteinreinigung

Im oberen Spannenbereich liegen die Kosten vor allem bei älteren Wohngebäuden mit einer Bezugsfertigkeit bis 1964 sowie in Gebäuden mit mindestens 9 Geschossen.

Sach- und Haftpflichtversicherung

Die Höhe dieser Kosten hängt vom konkreten Umfang der abgeschlossenen Versicherungen ab. Tendenziell im unteren Spannenbereich liegen die Kosten bei Gebäuden mit mindestens neun Geschossen.

Betrieb der Gemeinschafts-Antennenanlage/des Breitbandnetzanschlusses

Es ist kein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Struktur der Wohngebäude und der Höhe dieser Betriebskostenposition feststellbar.

Sonstige "kalte" Betriebskosten

Ein Zusammenhang zwischen der Höhe der abgerechneten sonstigen Betriebskosten von der Struktur der Wohngebäude ist nicht feststellbar.

Heizung

Die Höhe der Heizkosten wird grundsätzlich durch die energetischen Eigenschaften des Gebäudes und durch das individuelle Verbrauchsverhalten bestimmt. Nach der Heizkostenverordnung müssen die Heizkosten mindestens zu 50 Prozent nach Verbrauch abgerechnet werden, wenn keine Ausnahmetatbestände vorliegen. Gasetagenheizungen oder sonstige Einzelofenheizungen, bei denen der Mieterhaushalt die Energiekosten direkt und nicht über den Vermieter trägt, sind nicht erfasst.

Nach dem Jahr 2015 stattgefundene Änderungen bei der Höhe der Heizkosten sind nicht berücksichtigt. Insbesondere die Preise für Heizöl sind im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Warmwasser

Auch die Warmwasserkosten sind zumindest zu 50 Prozent nach Verbrauch abzurechnen, so wie es die Heizkostenverordnung vorschreibt. Entscheidend für die konkrete Höhe der Warmwasserkosten ist vor allem das eigene Verbrauchsverhalten.

Sonstige "warme" Betriebskosten

Hierunter fallen vor allem die Wartungskosten für die Heizungsanlage.


*)  Eine detaillierte Übersicht bietet hier die "Geislinger Konvention", die von der Wohnungswirtschaft und der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen entwickelt wurde