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Transparente Verwaltung

Was macht eigentlich… die Verkehrslenkung Berlin?


Verkehrsregelungszentrale (VKRZ)
Verkehrsregelungszentrale (VKRZ)

Die Bürgerinnen und Bürger staunten nicht schlecht, als sie den Besucherraum der Verkehrsregelungszentrale in Tempelhof betraten und die 32 schachbrettartig angeordneten Monitore sahen. Diese geben rund um die Uhr Auskunft über den Berliner Stadtverkehr mit all seinen Tücken. Daneben blinkt eine raumhohe Berlinkarte und zeigt die 2.100 Signalanlagen als leuchtende Punkte mit den wichtigsten Verkehrsstraßen. Wie der Verkehr gesteuert wird, erläutern den Gästen Staatssekretär Christian Gaebler und Amtsleiter Jörg Lange.

Die 18 Menschen, die in der Verkehrsregelungszentrale arbeiten, haben einen anstrengenden Job. Wechselnd im Schichtbetrieb müssen immer drei von ihnen vor Ort sein. Sie reagieren auf Unfälle und liegen gebliebene Fahrzeuge mit Hilfe eines computergesteuerten Programms. 350 Kameras überwachen den Verkehr in der Stadt.

"Verkehrsüberwachung ist eigentlich nicht das richtige Wort", meint Jörg Lange, denn es geht weniger um Datenerfassung, als den Verkehrsfluss zu gewährleisten.

In der Verkehrsregelungszentrale laufen die Telefone heiß

Informationsaustausch ist das Lebenselixier der Verkehrsregelungszentrale. Deshalb laufen dort die Telefone heiß. Denn Verkehrsnachrichten, die durch den engen Kontakt zur Polizei ermöglicht werden, verhindern Staus und Unfälle. Es gibt einen speziellen Arbeitsplatz alleine für die Verkehrswarnmeldungen. Denn offizielle Verkehrshinweise wie Umleitungen dürfen nur über amtliche Stellen gemeldet werden. Das wussten die Besucherinnen und Besucher bisher nicht. Unablässig ist ein regelmäßiger Informationsaustausch auch mit den Brandenburger Verkehrszentralen. Im Ergebnis werden 60.000 Verkehrswarnmeldungen im Jahr herausgegeben.

5.500 Kilometer zählt das Berliner Straßennetz

"Verkehr ist ein technisches Thema", meint Christian Gaebler, der als gelernter Verkehrsplaner weiß, wovon er spricht. Jörg Lange nennt einige Zahlen: Das Berliner Straßennetz hat eine Länge von ca. 5.500 Kilometern, allein die Hauptstraßen kommen auf 1.500 Kilometer. Der Verkehr ist nicht statisch. Deshalb müssen ca. 300 dauerhafte Änderungen an Ampeln im Jahr vorgenommen werden. Ausgangspunkt für die Verkehrsentwicklung sind die regelmäßigen Verkehrszählungen. Als übergeordnetes Planungsinstrument fungiert der Stadtentwicklungsplan Verkehr (StEP Verkehr).

Die Verkehrsregelungszentrale ist nur ein Teil der VLB. Christian Gaebler und Jörg Lange erläutern die vielfältigen Aufgaben der nachgeordneten Behörde der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Insgesamt arbeiten 108 Menschen in der VLB. Neue Stellen sind bereits eingerichtet worden, um die Arbeit zukünftig noch qualifizierter leisten zu können, auch eine Stelle speziell für den ÖPNV, die von der BVG finanziert wird. Der Staatssekretär betont auf Nachfragen der Gäste, dass Zusammenarbeit und konkrete Aufgabenteilung mit den Bezirken zukünftig verbessert und eindeutiger definiert werden sollen.

Ereignismanagement und Verkehrssicherheit als wachsende Arbeitsgebiete

Allein ein Referat der VLB ist mit dem sogenannten Ereignismanagement, das in den letzten Jahren enorm zugenommen hat, beschäftigt. Sperrungen für Filmaufnahmen, Sportveranstaltungen, Fanmeilen und weitere Großveranstaltungen müssen organisiert werden. Auch werden allein 10.000 Genehmigungen im Jahr für Schwerlasttransporte erteilt. Ein weiteres wichtiges Thema sind die Regelungen zu Verkehrszeichen, Lichtsignalanlagen sowie die Verkehrssicherheit. Die Geschäftsstelle der Unfallkommission mit Mitgliedern aus Verbänden und anderen Verwaltungen befindet sich in der VLB. Der Erfolg an den bearbeiteten Kreuzungen ist messbar: in den letzten Jahren konnten dort die Unfallzahlen halbiert werden.

Ampelphasen für Fußgänger

Verkehrssicherheit ist ein entscheidendes Stichwort auch für die Gäste. Sie fragen nach der Dauer von Ampelphasen für Fußgänger. Fast jeder der Anwesenden nennt einen Überweg, bei dem sich die Straße nicht ohne Halt auf der Mittelinsel überqueren lässt. Christian Gaebler erläutert die komplexen Zusammenhänge und Abhängigkeiten an einer Kreuzung. "Umlaufzeit" ist der Fachbegriff für den zeitlichen Wechsel der Ampelphasen. Mit häufig 60 bis 70 Sekunden hat Berlin eine relativ kurze aber effektive Umlaufzeit mit kurzen Wartezeiten. Verkehrssteuerung ist eben ein Abwägungsprozess.

"Fairness im Straßenverkehr und Abwägung bei der Planung sind die wichtigsten Parameter beim Verkehr", meint Gaebler überzeugt. "Auch gibt es in Berlin keine Priorisierung für eine bestimmte Verkehrsgruppe, entgegen weit verbreiteter Gerüchte." Mit diesem Statement kann der Staatssekretär die Gäste beruhigt verabschieden.

Weitere Informationen:
Interessierte Bürger zu Besuch bei der Verkehrslenkung Berlin
Interessierte Bürger zu Besuch bei der VLB

Blick in die Verkehrsregelungszentrale (VKRZ)
Blick in die Verkehrsregelungszentrale (VKRZ)

Interessierte Bürgerinnen und Bürger zu Besuch bei der Verkehrslenkung Berlin
 

Staatssekretär Christian Gaebler und Amtsleiter Jörg Lange informieren Bürgerinnen und Bürger über die Arbeit der Verkehrslenkung Berlin
Bürgerinnen und Bürger informieren sich über die Arbeit der Verkehrslenkung Berlin

Staatssekretär Christian Gaebler und Amtsleiter Jörg Lange
Staatssekretär Christian Gaebler und Amtsleiter Jörg Lange

Interessierte Bürgerinnen und Bürger zu Besuch bei der Verkehrslenkung Berlin
 

Interessierte Bürgerinnen und Bürger zu Besuch bei der Verkehrslenkung Berlin