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Transparente Verwaltung

Was macht eigentlich… die Berlin Strategie|Stadtentwicklungskonzept Berlin 2030?


Stadtforum; Foto: Till Budde
Stadtforum: StEK 2030; Foto: Till Budde

Am 12. Februar konnten sich Bürgerinnen und Bürger über die Berlin Strategie informieren. Sowohl das Ergebnis als auch der Entstehungsprozess des Leitbilds waren Thema der Veranstaltung.

Berlin ist eine attraktive Stadt, Berlin wächst an Einwohnern wie Erwerbstätigen. Das konnte Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup den Bürgerinnen und Bürgern in der Veranstaltung zur Berlin Strategie anhand von Zahlen und Fakten belegen. Berlin wächst seit zehn Jahren, in den vergangenen vier Jahren mit 175.000 Personen etwa um die Einwohnerzahl von Potsdam und Schönefeld. Allein im letzten Jahr sind fast 45.000 Menschen nach Berlin gezogen. Zwischen 2011 und 2014 entstanden mehr als 100.000 neue Arbeitsplätze. Die Arbeitslosigkeit von 20 Prozent reduzierte sich zwischen der Jahrtausendwende und heute auf etwa die Hälfte. "Das ist wichtig, denn die Arbeitsmarktentwicklung ist der eigentliche Motor für die Stadtentwicklung", meinte der Staatssekretär.

Auch der Landeshaushalt hat sich konsolidiert. Rund achthundertzwanzig Millionen Euro Überschuss wies er im letzten Jahr auf. "Das schafft neue Perspektiven. Wir haben auf Verschleiß gelebt und können nun wieder investieren", sagte der Staatssekretär zuversichtlich. "Dazu nutzen wir das Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt, mit einem Volumen von 438 Millionen Euro."

Aber die Berlin Strategie zielt nicht nur um Wirtschaft und Wachstum, sondern auch auf das Thema der Lebensqualität und wie trotz Veränderungsdruck die Spezifika und Lebensräume der Stadt erhalten bleiben. "Veränderung muss organisiert werden", fügte Engelbert Lütke Daldrup hinzu und erklärte, warum es notwendig ist, langfristige Entwicklungskonzepte wie die Berlin Strategie für die Stadt zu erarbeiten: "Wir brauchen ein differenziertes und fachlich fundiertes Leitbild, an dem sich die Verwaltung und alle Akteure der Stadt orientieren können."

Wie entstand die Berlin Strategie?
Wie die Stadt zu diesem Leitbild für die zukünftige Entwicklung kam, das in Zusammenarbeit der Ressorts konzipiert wurde, erklärte Elke Plate den Gästen. Sie ist Projektleiterin für das Stadtentwicklungskonzept 2030 (StEK 2030), die BerlinStrategie. Sie zeigte Bilder von unterschiedlichen Diskussionsrunden, Veranstaltungen (Stadtforen, Werkstätten) und Screenshots von der Onlinebeteiligung zum StEK 2030. Damit machte sie deutlich, wie die Grundlagen für die BerlinStrategie entwickelt wurden und vor allem, dass das Ergebnis aus einem breit angelegten Beteiligungsprozess mit den unterschiedlichen Akteuren der Stadt entstanden ist. Der stadtöffentliche Beteiligungsprozess war ein Erfolg: Über 1.000 Hinweise kamen per Berlintelegramm wie auch über Twitter und SMS. In Spitzenzeiten konnte die Verwaltung auf ihrer Projekt-Internetseite über 75.000 Zugriffe verzeichnen.

Viele Gäste überraschte die wohlüberlegte Systematik, die hinter dem gesamten Prozess steckt. Eine umfangreiche Analyse zu den Themen Verkehr, Bildung, Kultur, wachsende Wirtschaftskraft, sozialer Zusammenhalt, Klimawandel, verfügbare Flächenpotenziale und Wohnungsbau bildete die Grundlage für die Gesamtkonzeption.

Was sind Transformationsräume?
Sechs Qualitäten der Stadt wurden im Prozess herausgearbeitet, acht Strategien formuliert und diskutiert und zehn Transformationsräume definiert. Die Transformationsräume, die auf einer Berlinkarte dargestellt wurden, interessierten die Gäste besonders. Eine Besucherin fragte, warum gerade diese Orte ausgewählt wurden. "Es sind Orte, um die man sich besonders kümmern muss", erläuterte der Staatssekretär. "Manchmal muss dort die Entwicklung angeschoben werden, wie bei der Umnutzung des Flughafens Tegel, aber manchmal muss sie auch gebremst werden, um bestimmte Milieus zu schützen. Teilweise muss auch Geld investiert werden, um eine bestimmte Entwicklung zu befördern."

Was sind Ziele und Visionen der Berlin Strategie?
Bei allem theoretischen Hintergrund geht es bei der Berlin Strategie doch um etwas sehr Anschauliches, es geht um die eigene Stadt. So erläuterte Elke Plate eine konkrete Visualisierung der BerlinStrategie, in der Ziele und Visionen zusammengefasst wurden. Dort gibt es "The House of One" am Petriplatz, ein multireligiöses Lehr- und Bethaus, in dem Christen, Juden und Moslems unter einem Dach beten können. Auf den Straßen gibt es weniger Autos und baden in der Spree ist möglich. Ein Fuchs steht für die Artenvielfalt, die in der Stadt erhalten bleiben soll. Eine junge Frau fragte darauf hin, ob diese Visionen wirklich zukunftsträchtig sind. Der Staatssekretär bezog sich mit seiner Antwort auf Willy Brandt, der sich in den 1960er Jahren einen blauen Himmel über der Ruhr wünschte. "Keiner hätte zu der Zeit so etwas für möglich gehalten, aber heute kann man kaum glauben, dass es einmal anders war", meinte Engelbert Lütke Daldrup.

Zum Schluss gab es noch einen zusätzlichen positiven Ausblick: Mit der BerlinStrategie geht es weiter. Alle sind herzlich eingeladen zu den nächsten Stadtforen und sich weiter über das Internet zu informieren und zu beteiligen.

Stadtentwicklungskonzept 2030 Stek
Transparente Verwaltung: Was macht eigentlich… das Stadtentwicklungskonzept Berlin 2030?

Stadtentwicklungskonzept 2030 Stek
 

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