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Transparente Verwaltung

Was macht eigentlich… die Baustelle Staatsoper Berlin?


Führung über die Baustelle der Staatsoper
 

Am 8. Januar 2015 konnten Bürgerinnen und Bürger die Baustelle der Staatsoper Unter den Linden besuchen. Sie erhielten einen Überblick über die Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben einer landeseigenen Bauabteilung.

Gleich zwei Bagger stellten sich den Bürgerinnen und Bürgern in den Weg, als sie das Besucherzentrum auf der Baustelle der Staatsoper aufsuchten. Damit wurde deutlich, was sie bereits erwartet hatten: Hier arbeiten täglich viele Menschen auf engstem Raum, damit schon bald eine der modernsten Spielstätten Europas im alten Gewand der Staatsoper wieder eröffnet werden kann.

"Vergessen Sie alles, was Sie über die Baustelle der Staatsoper gehört haben und machen Sie sich selbst ein Bild von der Situation", mit diesem Statement überraschte Projektmanager Toralf Küch die Gäste. Bevor er sie auf die Baustelle entließ gab er ihnen einen Überblick über die Aufgaben einer Landesbauabteilung. Das allgemeine Zuständigkeitsgesetz (AZG) bestimmt den Handlungsrahmen für die Verwaltung.

Welche Aufgaben hat die Hochbauabteilung?

In der Hochbauabteilung der Senatsverwaltung arbeiten 127 Personen, unter ihnen Architekten/innen, Bauingenieure, Fachingenieure sowie Verwaltungsangestellte. Sie agieren als Bauherrenvertreter und unterscheiden dabei zwischen delegierbaren und nicht delegierbaren Bauherrenaufgaben. Für delegierbare Aufgaben ist die Bauabteilung Auftraggeber und Manager für eine große Anzahl von Planungs- und Projektsteuerungsbüros.

Unterschiedliche Projektgruppen betreuen thematisch aufgegliederte Bauvorhaben, darunter sind Kultur-, Justizbauten sowie weiterbildende Schulen. Eine Projektgruppe mit acht Personen ist allein für die Staatsoper zuständig. Vieles haben sie trotz öffentlicher Kritik erreicht, davon ist Toralf Küch überzeugt. 80 % aller Aufträge sind vergeben. Die Dächer des Zuschauer- und Bühnenhauses sind dicht. Die Wiedereröffnung der Oper in Etappen ist zeitlich fixiert.

Das denkmalgeschützte Gebäude erfordert spezialisiertes Handwerk

Toralf Küch weist nicht ohne Stolz darauf hin, dass die denkmalgerechte Sanierung eins der wesentlichen Ziele bei der Modernisierung des Opernhauses ist. Deshalb arbeiteten hier auch eine große Anzahl von Spezialisten, unter ihnen Restauratoren und Stuckateure. Natürlich spielten auch technische Aspekte eine Rolle bei der Sanierung, so muss die gesamte Haus- und Bühnentechnik erneuert und energetische Erfordernisse berücksichtigt werden.

Die Gäste applaudierten bevor sie mit Bauhelmen und Sicherheitsschuhen ausgestattet wurden und bei einbrechender Dunkelheit und stürmischen Regen unter der Führung von Lutz Schütter aus dem Architekturbüro HG Merz auf die Baustelle gingen.

Baumaterialien, provisorische Leitungen und Gerüste säumten den Weg

Es ging vorbei an aufgestapelten Baumaterialien, Werkzeugen und temporär verlegten Leitungen, über provisorische Treppen und aufwendig gebauten Gerüsten. Überall wurde noch geschraubt und montiert. Dicht aufeinander gedrängt folgte die Gruppe dem Architekten über die engen Wege der Baustelle. Lutz Schütter zeigte als erstes den neuen Kantinenraum, in der Intendanz.

Viele Schadstoffe mussten entfernt werden, die Rabitzdeckenver­kleidungen wurden rudimentär erhalten auch im Zuschauersaal und in der ehemaligen Konditorei. "Sie werden ergänzt und restauriert. Das ist kostengünstiger", meint der Architekt. Der Appollosaal, die Garderobe und der Kassenbereich vermitteln auch im Bauzustand noch den einstigen historischen Flair der Staatsoper. Auch die Fußböden bleiben erhalten und sind durch Holzplatten während der Bauphase geschützt.

Komplett entkernt wurden der Bühnenbereich mit dem Bühnenturm, der zurzeit mit einem aufwendigen Gerüst ausgestattet ist. Über eine temporär eingebaute Kranbahn werden die Seilkonstruktionen für die Kulissentechnik eingebaut. Staunend standen die Gäste im unterirdischen Bauwerk 13 Meter unter der Straße.

Ein hoher Träger, der statisch ausreichend für den Straßenverkehr berechnet wurde, überspannt die Baugrube. Lutz Schütter nennt das unterirdische Bauwerk das "Herzstück", das einen modernen Spielbetrieb garantieren wird. Verschiedene Kulissen können so unabhängig von der Witterung transportiert werden. Einer der Gäste erinnert sich noch an die Kulissen auf Schienen, die früher mit einem Traktor gezogen wurden.

Alt und neu muss in Einklang gebracht werden

Besonders beeindruckte die Gäste das neue Probenzentrum. Eine sogenannte "Haus-im Haus-Konstruktion" verhindert, dass Lärm von außen die Proben stört. Die Originalkulissen können über einen überdimensionalen Aufzug geräuschlos an Ketten in den Probensaal gebracht werden.

Auf die Frage, warum alles so teuer geworden ist, antwortet der Architekt erst einmal nicht und deutet auf einen alten Stahlträger, der sich unvermittelt im Zuschauerraum befindet. Er stammt noch aus der Wiederaufbauzeit der Oper nach dem II Weltkrieg. "Solche Überraschungen haben wir oft erlebt, das kostet Geld und Zeit, weil umgeplant werden muss." Die Gäste stellen keine weiteren Fragen, sie sind von baulogistischer Höchstleistung überzeugt.

Führung über die Baustelle der Staatsoper
 
Führung über die Baustelle der Staatsoper
Führung über die Baustelle der Staatsoper Unter den Linden mit interessierten Bürgern im Januar 2015

Führung über die Baustelle der Staatsoper
Baustelle am Bebelplatz. Im Hintergrund: Die Juristische Fakultät der Humboldt Universität ("Kommode")

Führung über die Baustelle der Staatsoper
 

Führung über die Baustelle der Staatsoper
 

Führung über die Baustelle der Staatsoper
 

Führung über die Baustelle der Staatsoper
 

Führung über die Baustelle der Staatsoper
 

Führung über die Baustelle der Staatsoper
 

Führung über die Baustelle der Staatsoper
 

Führung über die Baustelle der Staatsoper