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Transparente Verwaltung

Mit Geodaten die Stadt begreifen


Unter den Gästen sind viele interessierte Fachleute.
Unter den Gästen sind viele interessierte Fachleute.
 
Durch das Geoportal der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt eröffnet sich dem Internetbenutzer schnell und kostenlos eine Vielfalt von Informationen über die Stadt. Seit der Einführung des Open-Data-Angebotes im Jahr 2013 steht eine Vielzahl von Daten kostenlos zur Verfügung. Wie und was man für Geodaten abrufen kann, das erfuhren Bürgerinnen und Bürger bei der Veranstaltung am 25. Februar 2016 in der Senatsverwaltung.

Nicole Heinrich hielt ein Pixi-Buch in der Hand, als sie die Gäste in dem vollbesetzten Raum in der Senatsverwaltung begrüßte. "Ich habe eine Freundin, die ist Geodätin"; sei eine Sonderausgabe der beliebten Kinderbuchreihe, die auf einfache Art Berufsbilder erkläre und das etwas andere Giveaway ist, meinte sie.

Nicole Heinrich ist Referatsleiterin für Geodateninfrastruktur (GDI) in der Vermessungsabteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Aufgabe ihres Referates ist es, das Geoportal mit den Diensten auf dem aktuellen Stand der Technik unter Einhaltung der Standardisierung im Internet bereitzustellen. Der Aufbau der Geodateninfrastruktur ab 2007 gehe auf eine Initiative der EU zurück, meinte sie. Dahinter stecken standardisierte Internetdienste, die Nicole Heinrich anhand von einer digitalen Flugbuchung erklärte.

Metadaten wie Flugzeiten und Preis, Netzdienste, die die Recherche über das Internet erst möglich machen und Bezahldienste, mit der der Urlauber seinen Flug über das Netz bezahlen kann, sind dafür wichtige Bestandteile.

Eine Systematik nach Schlagworten

Renate Zweer ist eine der 18 Mitarbeiterinnen des Referates und Spezialistin für das Geoportal und die Geodateninfrastruktur. Sie simulierte den Gästen in der Veranstaltung, welche Daten sie mit Hilfe des Internets zuhause abrufen können. Auch die Möglichkeit Geodaten zu kombinieren und zu verknüpfen, bietet das Geoportal. "Jeder Datensatz wird durch ein Vorschaubild dargestellt. Die eigentliche Suche erfolgt nach Schlagwörtern", meinte sie. Sie öffnete eine Karte, in der der Veranstaltungsort in der Württembergischen Straße 6 im Mittelpunkt stand und zeigte die aktuellen Bodenrichtwerte für diesen Bereich. Vielfältig sind die Informationen, die im Geoportal angeboten werden, zum Beispiel Luftbilder, Bebauungspläne, historische Karten oder statistische Daten.

Geoportal Deutschland und Europa

Auch das deutsche und europäische Geoportal, in denen die Berliner Karten auffindbar sind, wurde von Renate Zweer vorgestellt. Hierfür stellt das Berliner GDI-Referat die Karten über sogenannte Schnittstellen zur Verfügung. "Was früher per Hand gesammelt werden musste, wird heute per Internet ausgetauscht", meinte sie. Dann konnten die Gäste ihre umfangreichen Fragen stellen. Wie zum Beispiel ein junger Mann, der an einem Stadtnaturerlebnis-App arbeitet und wissen wollte, wie aktuell das Baumkataster sei. Interesse bestand auch an statistischen Daten zum Radverkehr oder an technischen Dingen, wie den Darstellungsfarben der Karten.

Der Umweltatlas

Im GDI-Referat ist Jörn Welsch für das Stadtklima im Umweltatlas verantwortlich. Über 80 Karten sind in hunderten umfassenden Karten vom Stadtgebiet einschließlich Texten und Abbildungen verfügbar. Hier findet man Informationen über die Bereiche Boden, Wasser, Luft, Klima, Verkehr, Lärm, Energie, Flächennutzung und Umweltgerechtigkeit. Die Daten sind Grundlage für Planungsverfahren wie z.B. Bebauungsplanverfahren. Der Umweltatlas wird fortlaufend aktualisiert und erweitert. Seit 2005 können für die Kartenpräsentation die Funktionen des Geoportals genutzt werden; der Umweltatlas stellt damit den größten Datenanbieter im Geoportal dar.

Umweltatlas: Klimaanalysekarte
Umweltatlas: Klimaanalysekarte

Ob auch die Politik Einfluss auf die Aussagen der Karten habe, fragte spitzfindig ein Gast am Ende der Veranstaltung. "Bisher wurde auf keinen Karteninhalt politischer Druck ausgeübt", das konnte Jörn Welsch bestätigen, aber selbstverständlich würde während der Erarbeitung mit allen Beteiligten in der Verwaltung diskutiert. "In welcher Form das dargestellte Ergebnis in den Planungsprozess einfließt", sagt Jörn Welsch sei immer eine Abwägung verschiedener Faktoren. Auch nach zwei Stunden war der Wissendurst der Gäste lange nicht gestillt, sondern gerade erst geweckt.

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Die Gäste staunen über die Vielzahl an Informationen, die das Geoportal bietet.
Die Gäste staunen über die Vielzahl an Informationen, die das Geoportal bietet.