Wir über uns  

 

Transparente Verwaltung

Was machen eigentlich… die Berliner Forsten?


Landesforstamt Berlin
Landesforstamt

Mit Vogelgezwitscher vom Band wurden die Bürgerinnen und Bürger im historischen Landesforstamt in der Dahlwitzer Landstraße 4 in Friedrichshagen begrüßt und auf das Waldthema eingestimmt.

Laut einer Umfrage von 2009 haben Berlinerinnen und Berliner zu 90 Prozent eine emotionale Bindung zu ihrem Wald. Das freut Elmar Lakenberg, der als Leiter der Berliner Forsten für 28.500 ha Wald zuständig ist. Berlin ist damit der größte kommunale Waldbesitzer Deutschlands.

Das Landesforstamt, vier Forstämter und 28 Revierförstereien kümmern sich um die Pflege und den Erhalt des Waldes. Das Landesforstamt agiert auch als Genehmigungsbehörde und muss Stellung beziehen, wenn Waldflächen bebaut oder anders genutzt werden sollen. Als "strenge Waldschützer" sind sie von daher bei manchen Interessengruppen nicht besonders beliebt, meint der Amtsleiter.

Wie fällt der Baum in die richtige Richtung?


Die Berliner Forsten sind auch ein Ausbildungsbetrieb. Der Ausbildungsleiter Forstwirtschaftsmeister Christian Grahn erläutert auf dem Wirtschaftshof begeistert seine Arbeit mit den jungen Frauen und Männern, die je nach schulischer Vorbildung eine zwei- bis dreijährige Ausbildung zur Forstwirtin bzw. zum Forstwirt absolvieren.

Am Ende ihrer Ausbildung sind ihre Kenntnisse vielfältig. Sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen muss erworben werden. Als Beweis dafür fällt der Ausbildungsleiter vor den Augen der Besucherinnen und Besucher einen abgestorbenen Baum und erläutert fachmännisch, dass Bäume nicht abgesägt, sondern gekeilt werden, um sie koordiniert zu Fall zu bringen.

Elmar Lakenberg erläutert in seinem Vortrag, wie viele Funktionen der Berliner Wald erfüllen muss: ökologische, soziale aber auch pädagogische. Der Wald ist ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge. Erstaunt sind die interessierten Zuhörer darüber, dass laut einer Studie die Lebenserwartung für Menschen höher ist, die an einer Grün- oder Waldfläche leben.

Der Wald ist auch ein wichtiger Wasserspeicher. Die in Folge der Klimaveränderungen abnehmende Regenmenge kann durch gezielte Pflanzung von Laubbäumen kompensiert und die Wasserspeicherung im Waldboden erhöht werden. Eine Eiche beispielsweise verbraucht in den Wintermonaten kaum Wasser, während Kiefern regelrecht "saufen", wenn ihnen Wasser zur Verfügung steht, so erläutert der Amtsleiter die Aufgabe der Forsten einen gemischten Laubwald anzubauen.

Wann ist der Wald ein Wald?


"Ab wann ist der Wald ein Wald", fragt ein Gast spitzfindig. Einem Gerichtsurteil nach muss eine bewaldete Fläche zwischen 0,2 bis 0,3 ha vorhanden sein. In diesem Zusammenhang erläutert Elmar Lakenberg, dass die Waldfläche in Berlin wächst, anders als im Bundesgebiet. "Wald entsteht, wo man ihn lässt", meint der Amtsleiter.

Eine Frau beschwert sich über ein Waldstück in ihrer Nähe, bei dem nach der Durchforstung Äste wild verteilt im Wald liegen blieben. "Das ist Teil des ökologischen Konzeptes und wichtige Grundlage des Nährstoffkreislaufs", erläutert Marc Franusch, der im Landesforstamt für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Der Berliner Wald hat nämlich ein ökologisches Siegel, darauf sind die Förster besonders stolz, weil dies eine der Früchte ihrer Arbeit ist. Das Siegel ist jedoch auch eine Verpflichtung: auf Kahlschläge wird verzichtet, es dürfen keine chemischen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Große Maschinen dürfen sich nur auf sogenannten Rückegassen bewegen. Einzelne Bäume bleiben bis zum Absterben stehen.

Über den Baumkronen schweben


Eine wichtige Aufgabe der Berliner Forsten ist die Waldpädagogik. Die Waldschulen der betreuen jährlich über 30.000 Kinder und Jugendliche, unter ihnen ist eine wachsende Anzahl, die teils erhebliche motorische Störungen aufweisen, weil sie innerhalb der Stadt nur gepflastertes und ebenes, barrierefreies Gelände kennen.

Am Ende nutzen zwei Gäste die Gelegenheit und steigen mit einem Waldarbeiter in den Korb des Hubsteigers. Er fährt seinen langen Arm ganz aus und nach der maximalen Höhe von 26 m stehen sie direkt in der Baumkrone einer imposanten Eiche. Ein bleibendes Erlebnis nicht nur für sie, sondern auch für die anderen Gäste, die hautnah aber doch aus sicherer Entfernung Interessantes über die Forstverwaltung erfahren konnten.

Weitere Informationen:
Das Landesforstamt Berlin stellt sich vor
Ausbildungsleiter Christian Grahn freut sich über das große Interesse.

Das Landesforstamt Berlin stellt sich vor
Was es mit dem ökologischen Siegel auf sich hat, erläutert Marc Franusch, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Das Landesforstamt Berlin stellt sich vor
Elmar Lakenberg, Leiter der Berliner Forsten.

Das Landesforstamt Berlin stellt sich vor
Das Forstamt ist auch ein Ausbildungsbetrieb.

Das Landesforstamt Berlin stellt sich vor
Zum Schluss ging es hoch hinaus.

ADas Landesforstamt Berlin stellt sich vor
Bis zu 26 Meter kann der Korb in die Höhe gebracht werden.