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Transparente Verwaltung

Was macht eigentlich… die A 100?


Informationsveranstaltung über den Bau der A 100
Informationsveranstaltung über den Bau der A 100

Am 9. Juli 2015 konnten sich Bürgerinnen und Bürger über die Aufgaben und Ziele der Tiefbauabteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt informieren. Außerdem wurde das größte Straßenbauvorhaben des Landes, die A100 vorgestellt, die vom Land Berlin als Auftragsverwaltung des Bundes gebaut wird.

Aufgaben der Tiefbauabteilung des Landes

Der Staatssekretär für Verkehr und Umwelt Christian Gaebler begrüßte, zusammen mit Lutz Adam dem Leiter der Tiefbauabteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, die Bürgerinnen und Bürger im gerade eröffneten Info-Punkt der A100 an der Sonnenallee 255 in Berlin-Neukölln. "Information und Bürgernähe sind wichtig bei den Straßenbaumaßnahmen des Landes", meinte Adam.

Die Zuständigkeiten der Tiefbauabteilung sind vielfältig. "Wenn wir unsere Aufgaben nicht erfüllen würden, merken Sie es sofort", meinte er mit Nachdruck. Seine Abteilung, mit 300 Mitarbeitern, ist für den Bau und Betrieb der Bundesfernstraßen, für den Bau wichtiger Landesstraßen und für die Straßen im Zentralen Bereich zuständig. Die Abteilung kümmert sich außerdem um die Bauwerksunterhaltung und den Neubau von Ingenieurbauwerken. Dazu zählen Brücken, Tunnel, Stützwände, Lärmschutzwände und Verkehrszeichenbrücken. Die Abteilung hält außerdem die, in der Regel schiffbaren, Gewässer erster Ordnung, die fließenden Gewässer zweiter Ordnung, die Grundwasserhebeanlagen sowie die Dränagen im öffentlichen Straßenland instand. Auch die Straßenbeleuchtung des Landes Berlins wird von der Abteilung unterhalten, modernisiert und erneuert. Letztendlich liegt bei der Tiefbauabteilung auch die Zuständigkeit für die übergeordnete Altlastbeseitigung einschließlich der ordnungsbehördlichen Aufgaben für die Suche und Beseitigung von Kampfmittelrückständen im Berliner Boden.

Schlaglöcher beseitigen und Straßen neu bauen

Die Organisation der Abteilung unterscheidet insbesondere einen sogenannten Objektbereich, welcher sich um die Unterhaltung und den Betrieb kümmert einschließlich von ca. 50 handwerklich tätigen Mitarbeitern in der Autobahnmeisterei und einen Projektbereich, der u.a. für die Planung und Umsetzung der A 100 zuständig ist. Bis zu 300 Millionen Euro setzt die Abteilung pro Jahr für alle Tiefbaumaßnahmen um. Schlaglöcher auf Bundesautobahnen müsse man innerhalb von drei Stunden beseitigen, meinte der Staatssekretär. Und er fügte hinzu, dass Berlin die am stärksten befahrenen Autobahnen in Europa habe.

Der Bau der A100

Arne Huhn ist Projektleiter für die A100 in der Tiefbauabteilung des Landes. Er erläuterte den interessierten Gästen im Detail, wie der 16. Bauabschnitt gebaut wird. "Die gesamte Strecke wird in Tieflage, im sogenannten Trog, gebaut. An der Grenzallee entsteht ein Tunnelbauwerk" sagte er. "Das sowie weitere Maßnahmen, wie Lärmschutzwände, Lärmschutzverkleidungen der Trogwände und sogenannter Flüsterasphalt schränken zukünftig die Belastung der angrenzenden Wohngebiete durch die Autobahn ein."

Da der Grundwasserstand in Berlin sehr hoch sei und durch das Urstromtal das Gelände keinen homogenen Baugrund habe, sei der Straßenbau in Berlin sehr aufwendig, meinte er. In Abschnitten werden einzelne rechteckige Baugruben ausgehoben, und immer wieder mit Wasser gefüllt, damit die seitlichen Stützwände nicht dem Erddruck weichen. "Die Herstellung der wasserdichten Sohle für die Autobahn muss unter Wasser erfolgen. Dafür schwimmen die Arbeitsgeräte auf Pontons", stellte er anhand von Grafiken dar.

"Das schlimmste, was passieren kann, ist der Grundbruch", fügte der Abteilungsleiter hinzu. Dabei strömt unkontrolliert Grundwasser durch ein Leck in der Bausohle in die Baugrube. Bereits in der Planungsphase werden Gegenmaßnahmen für diesen Havariefall festgelegt. Die Bauarbeiten der A 100 sind sowohl im Zeit-, als auch im Kostenplan. "90 Prozent unserer Bauvorhaben werden rechtzeitig fertig und liegen im veranschlagten Kostenrahmen. Aber darüber wird in den Medien leider nicht berichtet", meinte Lutz Adam mit Bedauern.

Damit die Gäste einen direkten Eindruck vom Baugeschehen bekommen konnten, bekamen sie Bauhelme und orangene Sicherheitswesten, dann ging es auf die großflächige Baustelle. Inmitten all der Baumaschinen fühlten sie sich klein, wie Ameisen.
Mehrere Wasserbecken, die wie große Kiesteiche aussehen, sind im zukünftigen Verlauf der Autobahn aneinandergereiht. Auf einer Baustraße ging die Gruppe vorbei an Kleingärten, die trotz des Baustellenbetriebs bewirtschaftet werden.

Zwischen Tatort und Betongüten

Während des Rundgangs konnten Fragen an die Fachleute und den Staatssekretär gestellt werden. Die Gäste wollten alles genau wissen, und interessierten sich für Betongüten und Bewehrungsstähle. Sie staunten über das Betonmischwerk, das eigens für den Bau dieses Bauabschnittes errichtet wurde. Die Tour endete an einer Absperrung. Hier standen Polizeiautos, und Menschen in weißen Anzügen liefen herum. Arne Huhn klärte die Situation auf. Hier werde eine Szene für den Berliner Tatort mit Meret Becker gedreht. Ein heftiger Regenschauer setzte der Veranstaltung ein nasses Ende, wodurch die Gruppe wieder in den Info-Punkt eilte. Bautechnische Fragen hätten sie noch viele gehabt.

Hierzu kann künftig, immer mittwochs zwischen 16:00 und 18:00 Uhr, der Info-Punkt auch ohne vorherige Anmeldung, genutzt werden.

Weitere Informationen:
Projektleiter Arne Huhn
Projektleiter Arne Huhn

Lutz Adam, Leiter der Abteilung Tiefbau
Lutz Adam, Leiter der Abteilung Tiefbau

Staatssekretär der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Christian Gaebler
Staatssekretär Christian Gaebler

Baustelle A 100
Baustelle A 100

Baustelle A 100
Baustelle A 100

Im Info-Punkt der A 100
Im Info-Punkt der A 100

Staatssekretär Christian Gaebler
Staatssekretär Christian Gaebler

Staatssekretär Christian Gaebler und Lutz Adam, Leiter der Abteilung Tiefbau
Staatssekretär Christian Gaebler und Lutz Adam, Leiter der Abteilung Tiefbau