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Der Verkehrssicherheitsbericht 2011 enthält eine differenzierte Analyse der Trends der Verkehrsunfallentwicklung in Berlin und stellt darüber hinaus den bis zu diesem Zeitpunkt erreichten Umsetzungsstand des Aktionsprogramms 2010 dar.
Der zum fünften Mal in Folge erstellte Verkehrssicherheitsbericht ist der zentrale Baustein zur Erfolgskontrolle und Nachsteuerung des Berliner Verkehrssicherheitsprogramms 2010.
Er dient dazu,
- die aktuelle Verkehrsunfallentwicklung in Berlin darzustellen, Entwicklungstrends zu identifizieren und die Daten und Fakten im Hinblick auf die Ziele, Zielgruppen, Maßnahmen und Projekte des Verkehrssicherheitsprogramms zu bewerten,
- über den Umsetzungsstand des laufenden Aktionsprogramms zu berichten,
- einen Blick auf die laufenden Basisaktivitäten und die Kooperation der verschiedenen Partner der Berliner Verkehrssicherheitsarbeit zu werfen und
- aktuell diskutierte Themen der Verkehrssicherheitsarbeit in Berlin transparent zu machen.
Positive Gesamtentwicklung
Insgesamt bestätigt der neue Verkehrssicherheitsbericht eine positive Gesamtentwicklung hin zu mehr Sicherheit im Berliner Straßenverkehr.
Die Anzahl der Getöteten im Berliner Straßenverkehr lag 2010 zum vierten Mal in Folge auf einem historischen Tiefstand: 44 Verkehrstote, das bedeutet 14 Verkehrstote pro 1 Mio. Einwohner. Das ist der niedrigste Wert im Vergleich der deutschen Bundesländer. Auch die Zahl der Schwerverletzten und Leichtverletzten war im Jahr 2010 so niedrig wie noch nie.
Besondere Risikogruppen
Nach wie vor besteht für Fußgänger, Radfahrer und motorisierte Zweiradfahrer das größte Risiko, im Berliner Straßenverkehr getötet zu werden. Von den 44 Verkehrstoten im Jahr 2010 waren 30 Menschen zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs (24 Fußgänger, 6 Fahrradfahrer sowie 9 motorisierte Zweiradfahrer).
Allerdings zeigt die detaillierte Betrachtung zum Radfahren und Fußverkehr auch Erfolge der Verkehrssicherheitsarbeit. So war das Wachstum des Radverkehrs im Betrachtungszeitraum von 2004 - 2010 deutlich höher als der Zuwachs bei den Verunglücktenzahlen. Die Zahl der verunglückten Fußgänger ging im gleichen Zeitraum um ca. 10 % zurück.
Wichtige Maßnahmen
Ein so genanntes "Sicherheitsaudit" der Baupläne hilft, Unfallgefahrenstellen bereits vor dem Bau der Infrastruktur zu erkennen und zu vermeiden.
Die Berliner Unfallkommission bearbeitet jedes Jahr ca. 20-30 Unfallhäufungssstellen. Zwei abgeschlossene Sonderauswertungen zu Kinder- und Radfahrunfällen liefern dazu weitere Grundlagen.
Grundsätzlich gilt seit 2008 vor allen Grundschulen an Hauptverkehrsstraßen Tempo 30. Zur Verbesserung des Mobilitätsverhaltens werden in den Grundschulen "Kinderstadtpläne" erstellt, mit dem Ziel, die Schul- und Freizeitwege von Kindern sicherer zu machen.
Neben der stationären Geschwindigkeitsüberwachung kommen verstärkt mobile und in Kraftfahrzeugen installierte Geräte zum Einsatz. Darüber hinaus ist Berlin die erste deutsche Stadt, die Dialog-Displays im gesamten Stadtgebiet einsetzt.
Zur Verbesserung der Kommunikation, der Öffentlichkeitsarbeit und der Vernetzung der unterschiedlichen Akteure der Berliner Verkehrssicherheitsarbeit wurde die Internetplattform www. berlin-sicher-mobil.de überarbeitet. Die neue Version ist seit Oktober 2010 online verfügbar.
Gemeinsames Vorgehen
Viele Maßnahmen und innovative Einzelansätze werden bereits seit vielen Jahren umgesetzt. Um die anspruchsvollen Minderungsziele nicht zu verfehlen, muss jedoch auch das Zusammenwirken der einzelnen Träger der Verkehrssicherheitsarbeit noch erfolgreicher und schlagkräftiger werden.
Das komplette Verkehrssicherheitsprogramm Berlin 2010 mit der Charta für Verkehrssicherheit finden Sie hier als PDF zum Download: