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Park and Ride


Park and Ride

Park&Ride, also die sinnvolle Kombination von Autoverkehr und dem öffentlichen Verkehr, hat sich seit vielen Jahren als ein sinnvoller und konstruktiver Beitrag zur Lösung der innerstädtischen Verkehrsproblematik etabliert.

Jeden Tag pendeln ca. 186.000 Berufstätige nach Berlin ein. Das führt zu zusätzlichem Verkehr auf Berlins Straßen und verschärft die Probleme. Um die Innenstadt vom Pendlerverkehr zu entlasten, stehen daher an vielen Bahnhöfen im Land Brandenburg und am Berliner Stadtrand zahlreiche Park&Ride-Anlagen zur Verfügung.

Die Anlagen befinden sich direkt an den Regional-, S- und U-Bahnstationen. Somit können Sie schnell und bequem in die Bahn und den städtischen ÖPNV umsteigen. Für Sie bedeutet das weniger Stress und Kosten, und es hilft gleichzeitig, die Luftqualität in der Innenstadt zu verbessern.

In den vergangenen Jahren wurden in Berlin und im Land Brandenburg zahlreiche neue Park&Ride-Anlagen errichtet. Eine Übersicht über vorhandene Anlagen finden Sie hier:


Übersichtskarte zu Parkplätzen viz.berlin.de/ unter Menüpunkt "Verkehr in Berlin > Parken"

"Park and Ride" in Berlin und seinem Verflechtungsraum mit den Nachbargemeinden – die verkehrspolitische Position Berlins

Die Verflechtungen von Stadt und Umland nehmen seit Jahren zu und damit die Zahl der Berufspendler, die häufig im stadtnahen Umland wohnen und ihren Arbeitsplatz in Berlin haben. Für Berufspendler mit dem Pkw sind die Parkplätze in der Innenstadt knapp und zudem häufig bewirtschaftet, um Innenstadtbewohnern mit Pkw einen Vorteil einzuräumen und das Kurzparken für Gewerbetreibende, Kunden und Gäste zu ermöglichen. Pendler als Dauerparker in der Innenstadt belegen den dort knappen Parkraum und belasten überdies zu Hauptverkehrszeiten die in die innere Stadt führenden Hauptstraßen und die dort wohnenden Menschen.

Regelmäßig wird ein verstärkter Ausbau von Park and Ride-Anlagen gefordert, für die Möglichkeit, mit dem Pkw zu einem Haltepunkt des ÖPNV zu fahren, dort zu parken und mit dem Öffentlichen Verkehr das Ziel zu erreichen. In Berlin und Brandenburg gibt es eine ganze Reihe größerer und kleiner Park and Ride-Anlagen, einem umfangreichen Ausbau steht Berlin aber zurückhaltend gegenüber. Zur Erläuterung sollen die folgenden Fakten dienen:

1. Wie groß ist der Bestand an Park and Ride-Plätzen?
Innerhalb der Stadtgrenzen Berlins gibt es derzeit 44 Park and Ride-Anlagen mit ca. 5.140 Stellplätzen. In Brandenburg bestehen an 116 Bahnhöfen und Stationen ca. 22.000 P+R-Plätze.
2. Wie viele Personen pendeln derzeit von Brandenburg zum Arbeiten nach Berlin?
Die Anzahl der Berufspendler ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen, und zwar von rund 150.000 im Jahr 2004 auf rund 186.000 in 2012.

Im Vergleich zu Stadtregionen wie Hamburg, München oder Frankfurt ist die Pendlerzahl allerdings bezogen auf die Stadtgröße niedrig, da das Umland Berlins vergleichsweise dünn besiedelt ist. (Hamburg hat täglich rund 280.000 Berufspendler, Frankfurt gar 330.000). Nimmt man an, dass rund zwei Drittel aller Berufspendler mit dem Pkw fahren, sind das je 124.000 Hin- und Rückfahrten mit dem Pkw, insgesamt also 248.000 Wege.
3. Was bedeuten diese Pendlerzahlen für den Stadtverkehr in Berlin?
Insgesamt relativ wenig, da in Berlin täglich alleine durch die Berliner Wohnbevölkerung rund 10,5 Millionen Wege und Fahrten zurückgelegt werden. Bei einem Anteil von rund 32 % Kfz-Wegen sind das rund 3,4 Millionen Kfz-Fahrten. Die 248.000 Pendlerfahrten (siehe Antwort zu Frage 2) sind also nur ein kleiner Anteil am gesamten Kfz-Verkehr.

Das Bild ändert sich allerdings etwas, wenn der Blick auf die wichtigen Ein- bzw. Ausfallstraßen gerichtet wird, die zu den Hauptverkehrszeiten von den Berufspendlern genutzt werden. Dort tragen die Ein- bzw. Auspendler wesentlich zu den insbesondere morgendlichen Stauerscheinungen bei.
4. Welche Entlastungsmöglichkeiten kann Park and Ride entfalten und wie effizient ist die Verwendung öffentlicher Mittel zum Bau von Park and Ride-Anlagen?
Eine relativ große Park and Ride-Anlage mit 400 Parkplätzen entlastet eine typische Hauptstraße mit 30.000 Kfz je 24 Stunden nur um 800 Fahrten, was im Verkehr kaum spürbar ist. Die Herrichtungskosten für 400 Parkplätze betragen (bei rund 10.000 Euro pro Stellplatz für einen einfachen Parkplatz) rund 4 Millionen Euro. Hinzu kommen noch erhebliche Grunderwerbs-, Betriebs- und Unterhaltungskosten.

Wenn für die Hälfte aller Pendler mit Pkw Park and Ride-Stellplätze gebaut werden sollten, wäre ein Investitionsvolumen von nahezu einer Milliarde Euro erforderlich, ein sehr großer Beitrag im Verhältnis zu der erzielten geringen Entlastungswirkung.
5. Wenn Ergänzungen von Park and Ride-Anlagen gebaut werden, wo sind sie sinnvoll?
Grundsätzlich an den Wohnort-nächsten Bahnhöfen oder Haltepunkten des öffentlichen (Schienen-) Verkehrs, da dann die Entlastung der Straßen am größten und die Auslastung des ÖPNV-Angebotes am besten ist. Das heißt, dass für Pendler aus Brandenburg die Anlagen möglichst in Brandenburg errichtet werden sollten. Dort sind auch Flächen für Park and Ride in aller Regel eher verfügbar und bezahlbar als in Stadtlagen Berlins.

Bereits in Stadtrandlagen von Berlin und verschärft mit zunehmender Nähe zum S-Bahn-Ring besteht das Problem, ausreichende und geeignete Flächen in Bahnhofsnähe zu finden und für Park and Ride verfügbar zu machen. Konkurrierende höherwertige Nutzungen verhindern dort sehr häufig eine Park and Ride-Nutzung. Dies gilt auch für die Erweiterung von oft überlasteten Park and Ride-Anlagen unmittelbar hinter der Tarifgrenze C im AB-Bereich des Verbundtarifes, die von Autofahrern zur Vermeidung des C-Tarifes oft aufgesucht werden.
6. Was ist zu tun?
Als grundsätzlicher Ansatz zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse wäre der umfangreiche Ausbau von Park and Ride-Anlagen nicht geeignet, da ein solches Vorgehen verkehrlich wenig wirksam und überdies sehr teuer wäre. Berlin und Brandenburg finanzieren deshalb ein auch für den Berufsverkehr attraktives Angebot, insbesondere im Regional- und S-Bahnverkehr. Für bahnferne Wohnstandorte empfiehlt sich eine Pkw- oder aber auch Fahrradnutzung als Zugang zur nächstgelegenen Schienenstrecke (falls ein Bus als Zubringer nicht vorhanden ist) und ein möglichst schneller Umstieg auf den öffentlichen Verkehr.

Gleichwohl wird auch im Berliner Stadtgebiet die Kombination von Kfz bzw. Fahrrad und ÖPNV gefördert. In diesem Zusammenhang ist im Stadtentwicklungsplan Verkehr 2025, der verkehrspolitischen Strategie Berlins vorgesehen, zusammen mit Brandenburg die gemeinsame Park and Ride-Konzeption zu überarbeiten und die Anlagen zu ergänzen, wo dies sinnvoll und möglich ist. Generell dürfte der Nachholbedarf an Investitionen für neue (und wesentlich preisgünstigere) Bike and Ride - Anlagen deutlich höher sein als für Park and Ride - Anlagen. Dies gilt für Berlin und für Brandenburg.

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