Unfallkommission Berlin
Maßnahmen
Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit kommt ein breites Spektrum von geeigneten Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur in Betracht, z.B.
- straßenverkehrsbehördliche Anordnungen für Verkehrseinrichtungen (Verkehrszeichen, Markierungen einschl. Erneuerung, etc.),
- Programmänderungen bei Lichtsignalanlagen (LSA),
- LSA-Neubau, LSA-Umbau oder andere straßenbauliche Maßnahmen,
- verstärkte Verkehrsüberwachung,
- Sanierung von Fahrbahnflächen zur Herstellung einer verbesserten Griffigkeit,
- Beleuchtung.
Die Entscheidung notwendiger Maßnahmen erfolgt unter sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile (u.a. Leistungsverlusten für die beteiligten Verkehrsteilnehmer/erhöhte Verkehrssicherheit insbesondere für schwächere Verkehrsteilnehmer). Negative Auswirkungen für das Umfeld, insbesondere das untergeordnete Straßennetz, sollen vermieden werden.
Eine Sichtfeldverbesserung zwischen Kraftfahrzeugfahrern, Radfahrern und Fußgängern an Knotenpunkten wird regelmäßig überprüft, ggf. wird sie durch veränderte bauliche Radweg- oder Fußgängerführung, Baumschnitt oder straßenverkehrsbehördliche Anordnungen weiter erhöht.
Als Einzelbeispiele sind zu nennen:
- LSA Neubau / Ersatzbau
- Umsetzung verkehrsabhängiger Steuerungen und Koordinierungen
- Signalisierung der Linksabbieger mit gesonderter Freigabe-Phase
- Unterbinden von zweispurigem Rechtsabbiegen (mit gesonderter Freigabe-Phase möglich)
- Anbringung von zusätzlichen Schutzblinkern zur Absicherung von Fußgängern / Radfahrern
- Verbreiterung von Fußgängerfurten / Mittelinseln
- Umwandlung von Fußgängerüberweg in LSA
- Veränderung beim ruhenden Verkehr / Parkraum
- Anpassung von Bepflanzungen / Grün- und Baumbeschnitt
- Anpassung der Radwegführung (Verschwenkung am Knotenpunkt an die Fahrbahn)
- Aufstellen, Entfernen oder Verändern von Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen (Vorfahrtsbeschilderung, Tempo 30, Fußgängerschutzgitter, Poller etc.)
- Ausstattung Knotenpunkt mit Radverkehrsanlagen
- Piktogramme auf der Fahrbahn (z. B. Tempo 30, Achtung Schulkinder usw.)
- Rot-Markierung von Radfurten
- Überprüfung und Anpassung von Straßenbeleuchtungen (besonders in Unterführungen)
- Rotlichtüberwachungsanlagen einrichten
- Fußgängerquerungshilfen durch Gehwegvorstreckungen
- Versetzungen von Haltestellen der BVG
- Umsetzung von Werbeanschlagsäulen (Litfaßsäule)
- Fahrspurbezogener Wegweiser statt richtungsbezogener Wegweiser
Ziel soll eine sich selbst erklärende Straßenanlage sein, die auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels weiter an Bedeutung gewinnt.
Seit Bestehen der Straßenverkehrs-Unfallkommission wurden in speziellen Fällen externe örtliche Unfalluntersuchungen veranlasst und die Ergebnisse in den Entscheidungsprozeß der UK einbezogen. Seit 2008 arbeitet die Geschäftsstelle der UK auch mit dem Verkehrswesenseminar an der Technischen Universität Berlin bzw. den dort Studierenden zusammen, um Unfallschwerpunkte näher untersuchen zu lassen.
Darüber veranlasst die Geschäftsstelle der UK stadtweite, gruppenspezifische Untersuchungen, um spezielle Sicherheitsdefizite nachzuweisen und u. a. mit Unterstützung der UK zu beseitigen (Kinderunfälle im Bereich von Schulen, Radfahrerunfälle).
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