Umwelt  

 

Wasser und Geologie

Regenwasser


Regen
Im langjährigen Durchschnitt regnet es in Berlin jährlich rd. 645 mm. Von den gesamten Niederschlägen verdunstet mehr als die Hälfte, insbesondere von den Wasserflächen und den Wald- und Grünflächen, weniger von den zum Untergrund abgedichteten so genannten versiegelten Flächen wie Dächer, Höfe, Straßen und Plätze.
 
Je höher der Anteil der versiegelten Flächen ist, umso weniger Regenwasser kann versickern, umso größer und dynamischer ist der oberirdische Abfluss (Karte: Oberflächenabfluss aus Niederschlägen). Die Regenwasserkanalisation dient der Ableitung des Regenwassers zum nächst gelegenen Gewässer. In den äußeren Bezirken Berlins überwiegt die getrennte Ableitung von Schmutzwasser (zum Klärwerk) und Regenwasser (zum Gewässer). Insgesamt werden durch diese Trennentwässerungssysteme rund 35 Millionen m³ Regenwasser pro Jahr in die Gewässer eingeleitet. Im innerstädtischen Bereich nimmt die Mischwasserkanalisation zusätzlich zum Regenwasser das häusliche und gewerbliche Abwasser auf und fördert den überwiegenden Teil zum Klärwerk. Das Regenwasser ist mit Schad- und Nährstoffen belastet. Die Verunreinigung ist von der Art der Flächen sowie von Art und Maß der jeweiligen Flächennutzung abhängig. Die Belastungen ergeben sich u.a. aus Staub, Hunde- und Vogelkot, Reifenabrieb, Rußpartikeln und Mineralölen aus dem Straßenverkehr, die mit dem Regen (insbesondere dem Starkregen) von den Flächen abgespült und in die Gewässer eingeleitet werden. Zum Schutz der Gewässer sind daher Maßnahmen zur Regenwasserbehandlung erforderlich.

Weitere Informationen zum Oberflächenabfluss, Versickerung und Gesamtabfluss aus Niederschlägen finden Sie im Digitalen Umweltatlas Berlin.

Umgang mit Regenwasser

Durch die hohe Versiegelung im Stadtgebiet wird die natürliche Grundwasserneubildung beeinträchtigt. Die Gewässer werden durch direkte Regenwassereinleitungen erheblich belastet. Ein schonender und umsichtiger Umgang mit der Ressource Wasser zur Sicherung der Trinkwasserversorgung der Stadt ist deshalb gerade im Ballungsraum Berlin wichtig. Die Abkehr von der traditionellen Regenwasserbeseitigung und direkten Ableitung zur Regenwasserbewirtschaftung ist dafür eine wichtiges Standbein der Wasserwirtschaft. Die Kernelemente der Regenwasserbewirtschaftung im Land Berlin sind:
  • Versickerung des Niederschlagswassers über belebte Bodenzone am Ort des Anfalls,
  • dezentrale oder semizentrale Speicherung und Rückhaltung des Niederschlagswassers,
  • Reinigung des Regenwassers vor Einleitung.
Auch die Nutzung des anfallenden Regenwassers, z.B. als Betriebswasser oder zur Bewässerung des Gartens, kann je nach örtlicher Randbedingung zum Gewässerschutz beitragen. Eine wasserbehördliche Genehmigung für Regenwassernutzungsanlagen ist nicht erforderlich. Eine finanzielle Förderung von Regenwassernutzungsanlagen erfolgt im Land Berlin nicht.
Durch die naturnahe Versickerung von Niederschlagswasser können Sie auch Kosten sparen. Nach der neuen Gebührenordnung (Entgeltsplitting) der Berliner Wasserbetriebe (BWB) sind teilweise oder vollständige Befreiungen von der Regenwasserableitungsgebühr möglich, wenn keine zentrale Regenentwässerung mehr erfolgt. Nähere Informationen dazu erhalten Sie bei den Berliner Wasserbetrieben (Tel.-Nr.: 030 8644-0) Nähere Informationen zu den Grundsätzen der Regenwasserbewirtschaftung in Berlin können Sie dem Abwasserbeseitigungsplan Berlin entnehmen. Die Bedingungen für die Versickerung von Regenwasser in Gebieten außerhalb der Trinkwasserschutzzonen I und II finden Sie dort auch in der Tabelle 6.5-2.

Mit dem Erlass der Niederschlagswasserfreistellungsverordnung (NWFreiV) vom 24.08.2001 besteht unter bestimmten Voraussetzungen [s. auch Neuer Umgang mit Niederschlagswasser in Berlin und Hinweisblatt für Antragsteller (II): Niederschlagswasserversickerung] die Möglichkeit zur erlaubnisfreien Versickerung von anfallendem Niederschlagswasser außerhalb von Trinkwasserschutzzonen. Die möglichen verschiedenen Versickerungsverfahren sind mit schematischen Darstellungen und Beispielen in der Broschüre "Neuer Umgang mit Niederschlagswasser in Berlin" zusammengestellt. Werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, ist bei der Wasserbehörde (VIII D 2) ein Antrag auf wasserbehördliche Erlaubnis gemäß Hinweisblatt für Antragsteller (II): Niederschlagswasserversickerung zu stellen.

Kartenwerke

Regenwasserableitungen
Regenwasser-
ableitungen

Einzugsbereiche der Regen- und Mischwasserkanalisation mit Einleitungen in die Gewässer
Einzugsbereiche der Regen- u. Misch-
wasserkanalisation mit Einleitungen in die Gewässer

interaktive Karte zur Regenwasserableitung