Umwelt  

 

Wasser und Geologie

Hydrogeologie

Hydrogeologischer Schnitt durch Berlin, stark vereinfacht

Die Sicherung der Grundwasservorkommen als wichtigste Quelle des Trinkwassers gehört zur Daseinsvorsorge des Menschen. Mit dieser Aufgabe befasst sich die Hydrogeologie. Zusätzlich zur Ermittlung der Grundwasservorräte und -beschaffenheit, der Grundwassererschließung und des Grundwasserschutzes sind hydrogeologische Untersuchungen vielfach Grundlage wasserrechtlicher Entscheidungen. Dies ist für Berlin besonders wichtig, da das gesamte Trinkwasser (im Jahr 2002 ca. 219 Millionen m³) und der größte Teil des Betriebswassers aus dem Grundwasser des Stadtgebietes gewonnen wird.

Wegen der komplizierten hydrogeologischen Situation verursachen die oberflächennahen Grundwasservorkommen sowohl auf den Hochflächen des Barnim und des Teltow mit ihren teilweise schwebenden Grundwässern als auch im Urstromtal immer wieder Probleme mit Vernässungsschäden. Wie in allen Industriegebieten sind in Berlin zahlreiche Boden- und Grundwasserkontaminationen bekannt, die sich nur bei genauer Kenntnis der hydrogeologischen Situation sanieren lassen.

Eine weitere zukunftsträchtige Grundwassernutzung für Berlin ist der Wärmeentzug und die Wärmespeicherung, wie sie z. B. zurzeit für den Reichstag in etwa 400 m Tiefe praktiziert wird.

Aus diesen vielfältigen Nutzungen ergeben sich Konflikte, die nur durch ein berlinweites flächendeckendes Grundwassermanagement gelöst werden können. Ziel ist die dauerhafte Sicherung der Trinkwasserversorgung sowie der Schutz der Ökosysteme vor zu niedrigen und der Bausubstanz vor zu hohen Grundwasserständen. Dazu wurde erstmalig eine hydrogeologische Gliederung der nutzbaren Grundwasservorkommen des Landes Berlin erarbeitet. Nur mit dieser Gliederung können Bilanzierungen der nutzbaren Grundwasservorräte des Landes durchgeführt sowie die Grundlagen für hydraulische Modellierungen geschaffen werden. In Berlin sind im Untergrund, wie fast überall in Norddeutschland, zwei mächtige Grundwasserstockwerke ausgebildet (s. Abb. 1): Im unteren Salzwasserstockwerk, das in einer Tiefe von ca. 300 Meter liegt, zirkuliert Salzwasser (Solwassernutzung). Darüber schützt eine ca. 80 Meter mächtige hydraulischen Barriere aus Ton das ergiebige Süßwasservorkommen, das wir als Trinkwasser nutzen können (s. Hydrogeologische Gliederung Berlins).
 


 
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