Umwelt  

 

Wasser und Geologie

Maßnahmen: Spree


Kein Fluss ist so intensiv mit Berlin verbunden wie die Spree. Berlin ist an der Spree entstanden und wird von ihr geprägt. Die Spree ist im Laufe der Geschichte zum Teil massiv an die Bedürfnisse der Stadt angepasst worden. Seit den 90er Jahren wenden sich die Menschen dem Fluss wieder intensiver zu. Am Ufer der Spree gelegene ehemalige Industrie- und Gewerbestandorte werden zu Wohnorten umgenutzt, Brachen werden zur Strandbar. Die Spree hat Entwicklungspotentiale – städtebauliche und auch ökologische..

Titel

Vitalisierung der Spree


Zur Herleitung der morphologischen und biologischen Entwicklungspotenziale der Landes- und Bundeswasserstraßen im Elbegebiet hat der Berliner Senat 2006 eine erste Studie („PEWA“) in Auftrag gegeben. Den Endbericht des PEWA-Projektes können Sie im Bereich Service herunterladen.

Das Ziel des „Gewässerentwicklungskonzeptes Spree“ ist es, geeignete Maßnahmen zu finden, die die Lebensraumqualität des Gewässers verbessern. Für die Berliner Spree werden im Zeitraum von 2013 bis 2018 insgesamt drei Teilkonzepte erstellt. Der erste Teilbereich ist der Abschnitt „Müggelsee/Müggelspree“, anschließend erfolgt die konzeptionelle Bearbeitung der Teilbereiche „Vorstadtspree von Köpenick bis Osthafen“ und „Rummelsburger See“.

Erster Abschnitt Müggelspree & Müggelsee

Für den ersten Abschnitt wurde 2013 eine Arbeitsgemeinschaft aus drei Planungsbüros mit der Konzeptentwicklung für das Gebiet zwischen Dämeritzsee und Spreetunnel inklusive des Kleinen und Großen Müggelsees beauftragt.

Das Gewässersystem Müggelspree mit seinen durchflossenen Seen Kleiner Müggelsee, Großer Müggelsee und Bänke ist Teil des NATURA 2000- und FFH-Gebietes Müggelspree-Müggelsee. Durch seine zentrale Lage und seinen vielseitigen Naturraum kommt dem Planungsgebiet eine hohe Bedeutung sowohl für die Umwelt als auch für die Erholungssuchenden und Anlieger zu. Daher wurden bei der Erarbeitung dieses Entwicklungskonzepts die verschiedenen Nutzergruppen mit ihren vielfältigen Ansprüchen in die Planung einbezogen. In bilateralen Sitzungen (sog. Hintergrundgesprächen) wurden die relevanten Fragestellungen mit den wichtigsten Interessengruppen erörtert. Als Meilenstein erfolgte dann die Vorstellung und Diskussion der gewonnenen Erkenntnisse aus den Hintergrundgesprächen in Form von Beteiligungswerkstätten.

Der im Herbst 2015 fertiggestellte Endbericht fasst die Arbeitsschritte, die zu diesem Maßnahmenkonzept geführt haben, zusammen. Er liefert dem Leser anhand von Karten (in den Anhängen 1 bis 3), Steckbriefen (Anhang 4) und Maßnahmenbeschreibungen (Toolbox in Kap. 5.6) eine nachvollziehbare Grundlage für die angestrebten Maßnahmen zur Umsetzung der WRRL im Bereich des Müggelsees und der Müggelspree.

Das Konzept empfiehlt, Teilbereiche des Sees für bestimmte Nutzungen einzuschränken. Die weitgehende Meidung der Zonen soll durch Informationsangebote und ggf. durch lokale Markierungen erreicht werden. Zum anderen schlägt das Konzept konkrete bauliche Maßnahmen vor. Dabei handelt es sich u.a. um das Einbringen von Totholz in die Gewässer, die Entfernung von Uferverbau und/oder den Ersatz des „harten Uferverbaus“ durch ingenieurbiologischen Verbau, die Anlage von Auengewässern und die Schaffung von Flachwasserbereichen durch Unterwasserpfahlreihen.

Durch die Einbindung einer Vielzahl von Interessengruppen konnte ein Entwicklungskonzept entstehen, welches sowohl die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie, der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie unterstützt, aber auch Nutzungsansprüche berücksichtigt. Vor der weiteren Umsetzung wird das Konzept umfassend mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes abgestimmt.


Sulfatbelastung der Spree


Tagebaurestloch Bluno
Blick auf das Tagebaurestloch Bluno
(Foto: FGG Elbe)
Die Zunahme der Sulfatbelastung im Spreesystem hat für Berlin eine herausragende Bedeutung, denn sie kann die Trinkwasserversorgung der Stadt künftig vor enorme Herausforderungen stellen. Bis zu 70% unserer Trinkwasserförderung wird aus Uferfiltrat - also aus Brunnen in unmittelbarer Nähe von Seen und Flüssen - gewonnen. Daher steht die Trinkwasserversorgung im Großraum Berlin in enger Wechselbeziehung zum Stoffhaushalt der Spree. Die Hauptursache der steigenden Sulfatbelastung der Spree ist der aktive Bergbau.

Künftig wird sich die Situation u.a. durch verstärkte Salzeinträge aus den Speichersystemen im Lausitzer Raum weiter verstärken. Eine Prognose der Entwicklung ist im Rahmen eines gemeinsam mit dem Land Brandenburg beauftragten Gutachtens erarbeitet worden. Trotz des Anstiegs der Sulfatkonzentrationen können die Trinkwassergrenzwerte in Berlin durch kurzfristig im Bundesland Sachsen geplante Maßnahmen nach wie vor eingehalten werden. Das Gutachten steht im Bereich Service zum Download zur Verfügung.

Reduzierung der Nährstoffbelastungen von Dahme, Spree und Havel in Berlin sowie der Unteren Havel in Brandenburg

  • Gemeinsames Handlungskonzept der Wasserwirtschaftsverwaltungen der Bundesländer Berlin und Brandenburg
Die Umweltverwaltungen von Brandenburg und Berlin einigten sich in 2010 auf die Erarbeitung eines gemeinsamen Konzeptes zur Reduzierung der Nährstoffeinträge. Im Mittelpunkt des gesamten Planungsprozesses steht die Verringerung der Konzentrationen von Phosphor und Stickstoff, die eine übermäßige Algenblüte in den Sommermonaten begünstigen. Algenblüten trüben nicht nur das Badevergnügen, sondern beeinträchtigen auch die Lebensbedingungen für Pflanzen und Fische zum Teil erheblich. Die Nährstoffbelastungen haben mehrere Ursachen. Neben Einträgen aus Abwasser- und Regenwassereinleitungen tragen Bodenerosion und diffuse Einträge über das Grundwasser aus landwirtschaftlich genutzten Gebieten maßgeblich zu Belastungen bei. Zur Reduzierung der Belastungen sind weitergende Maßnahmen zum Nährstoffrückhalt erforderlich.

Mit dem ersten Bericht zum Konzept legen die Länder länderübergreifende Bewirtschaftungsziele (P-Konzentrationen) für die Gewässer Dahme, Spree und Havel in Berlin sowie der Unteren Havel in Brandenburg zur Erreichung des guten ökologischen Zustandes fest.

Die Quantifizierung der verschiedenen Eintragspfade ist Gegenstand des nunmehr vorliegenden zweiten Berichts zum Handlungskonzept zur Reduzierung der Nährstoffbelastungen von Dahme, Spree und Havel in Berlin sowie der Unteren Havel in Brandenburg. Hier wurden länderspezifische Daten Berlins und Brandenburgs ausgewertet. Diese Bilanz bildet die Grundlage für den sich anschließenden Prozess der Entwicklung transparenter und effizienter Handlungsstrategien.

Maßnahmen und Strategien zur Reduzierung der Nährstoffbelastungen in Dahme, Spree und Havel

Mit dem dritten Bericht legen die Länder Maßnahmen und Maßnahmenoptionen bzw. Strategien vor, um die Umweltziele für den trophischen Zustand im Bereich der Unteren Spree sowie der Havel zwischen Hennigsdorf (Obere Havel) und Havelberg (Untere Havel) sowie zwischen Sophienwerder (Untere Spree) und Neu Zittau (Untere Spree) bzw. Neue Mühle (Dahme) mittel- bis langfristig erreichen zu können. Die Reduzierung der Phosphoreinträge ist ein wichtiger Maßnahmenkomplex zur Verwirklichung der Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

Betroffen von den Maßnahmen sind auch die Klärwerke der Berliner Wasserbetriebe. Die Reduzierung der Phosphoreinträge im Spree-Havel-Raum wirken sich nicht nur ökologisch positiv auf diese Gewässer aus, sondern entlasten anteilig darüber hinaus auch den Elbestrom sowie die Übergangsgewässer zur Nordsee. Das Konzept leistet somit auch einen Beitrag für das Erreichen der überregionalen Nährstoffminderungsziele der Flussgebietsgemeinschaft Elbe.