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Umweltatlas Berlin

06.07 Stadtstruktur / 06.08 Stadtstruktur - differenziert (Ausgabe 2011)

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Flächentypen der Misch-, Gewerbe- und Industrienutzungen sowie der Ver- und Entsorgung

Gruppe II Flächentypen der Misch-, Gewerbe- und Industrienutzungen sowie der Ver- und Entsorgung
TYP 29 Kerngebiet
TYP 31 Gewerbe- und Industriegebiet, großflächiger Einzelhandel, dichte Bebauung
TYP 30 Gewerbe- und Industriegebiet, großflächiger Einzelhandel, geringe Bebauung
TYP 38 Mischgebiet ohne Wohngebietscharakter, dichte Bebauung
TYP 33 Mischgebiet ohne Wohngebietscharakter, geringe Bebauung
TYP 32 Flächen der Ver- und Entsorgung
Tab. 2: Flächentypen der Misch-, Gewerbe- und Industrienutzungen sowie der Ver- und Entsorgung

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Dem Flächentyp "Kerngebiet" werden alle Blockflächen zugeordnet, die in der Realnutzungskarte als Kerngebietsnutzung dargestellt werden. Es handelt sich um Bereiche mit hoher Nutzungsintensität und -dichte, die ausschließlich in den Zentrumsbereichen der Innenstadt sowie den bezirklichen Hauptzentren zu finden sind. Die Kerngebiete besitzen eine übergeordnete Bedeutung für Handel, private und öffentliche Dienstleistungen, kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen. Teilweise werden auch übergeordnete Gemeinbedarfsstandorte (wie z.B. überwiegend dem Bund zuzuordnende Verwaltungen, Botschaften u.ä.) im Innenstadtbereich dieser Kategorie zugeordnet. Baustrukturell sind große Unterschiede zwischen den einzelnen Gebieten festzustellen. Das Spektrum reicht von gründerzeitlicher Blockbebauung bis hin zu in jüngerer Zeit entstandener Hochhausbebauung. Generell zeichnen sich die Flächen durch eine hohe städtebauliche Dichte und einen hohen Versiegelungsgrad aus.

Der Flächentyp "Gewerbe- und Industriegebiet, großflächiger Einzelhandel, dichte Bebauung" beschreibt Gebiete mit einer entsprechenden Nutzung, deren Grundstücksflächen mehr als zur Hälfte bebaut und intensiv genutzt sind. Vor allem in den Stadtrandlagen sind die für Gewerbe- und Industriegebiete typischen Bebauungsstrukturen mit großen Gebäudekubaturen anzutreffen. Dagegen passt sich die Bebauungsstruktur in den innenstadtnahen Bereichen teilweise - besonders auf kleineren Blöcken - in die kleinteiligere Bebauung der Umgebung ein.

Der Flächentyp "Gewerbe- und Industriegebiet, großflächiger Einzelhandel, geringe Bebauung" beschreibt Gebiete mit einer entsprechenden Nutzung,, deren Grundstücksflächen bis höchstens zur Hälfte bebaut sind. Die Nutzung der großen Grundstücksflächen dient hier fast ausschließlich der gewerblichen Produktion, der Lagerung und dem Güterumschlag oder als PKW- und LKW-Stellplatz. Wohnnutzung ist kaum noch vorhanden.
Die Gewerbegebiete mit geringer Bebauung befinden sich vermehrt in den Stadtrandbereichen, vorwiegend im Bereich günstiger Verkehrsverhältnisse wie Autobahnen, Bahnanschlüssen und Wasserwegen. Sie weisen eine in der Nachkriegszeit entstandene, überwiegend eingeschossige Bebauung mit großzügigen Abstandsflächen auf. In untergenutzten Bereichen kann eine Durchmischung mit Brachflächen auftreten. Insgesamt weisen diese Gebiete einen geringeren Versieglungsgrad auf als die Gewerbe- und Industriegebiete mit dichter Bebauung.

Der Flächentyp "Mischgebiet ohne Wohngebietscharakter, dichte Bebauung" beschreibt Blockflächen der Mischnutzungen, deren Grundstücksflächen mehr als zur Hälfte bebaut sind und deren Freiflächen nahezu vollständig als Stellplätze oder Lagerflächen genutzt werden. Sie sind durch eine Mischung aus Wohnnutzung und Gewerbe geprägt. Das äußere Erscheinungsbild wird dabei eher durch die gewerbliche Nutzung geprägt, die Charakteristik der Wohnnutzung tritt in den Hintergrund und der Block kann daher keinem der Flächentypen mit Wohngebietscharakter (siehe Gruppe I) zugeordnet werden.
Dieser Flächentyp kommt vor allem in den innerstädtischen, verdichteten Gebieten und den Zentren des äußeren Stadtraumes vor. Man findet hier überwiegend eine mehrgeschossige Bebauung, häufig mit Geschäften an den Straßenfronten und Lager- oder Fertigungshallen in den Höfen. Die Grundstücksflächen sind mehr als zur Hälfte überbaut.

Der Flächentyp "Mischgebiet ohne Wohngebietscharakter, geringe Bebauung" beschreibt Blockflächen der Mischnutzungen, deren Grundstücksflächen bis höchstens zur Hälfte bebaut sind. Die gewerbliche Bebauung, die erst in jüngerer Zeit hauptsächlich in den Außenbezirken der Stadt entstand, besteht aus überwiegend eingeschossigen Hallen- und Gebäudekomplexen mit großen Abstandsflächen.
Bei den gewerblich genutzten Flächen handelt es sich oft um Gewerbe mit hohen Anteilen an offenen Lager-, Umschlag- sowie PKW- und LKW-Stellplätzen (Schrottplätze, Baustoffhandel, Speditionen, Einzelhandelsbetriebe). Sie nehmen einen wesentlichen Teil der Blockfläche ein, so dass der Block keinem der Flächentypen mit Wohngebietscharakter (siehe Gruppe I) zugeordnet werden kann. Es kommen auch größere un- oder nur extensiv genutzte Bereiche vor, auf denen sich Spontanvegetation in unterschiedlichen Entwicklungsphasen befindet (Brachflächen). Insgesamt weisen diese Gebiete einen geringeren Versieglungsgrad auf als die Mischgebiete mit dichter Bebauung.

Dem Flächentyp "Flächen der Ver- und Entsorgung" werden alle Blockflächen zugeordnet, die in der Realnutzungskarte als Ver- und Entsorgungseinrichtungen dargestellt werden. Die Kategorie umfasst Flächen mit Anlagen für die Elektrizitäts-, Gas-, Wasser- und Fernwärmeversorgung sowie der Abfallentsorgung und der Abwasserbeseitigung.

Flächentypen der Gemeinbedarfs- und Sondernutzungen

Gruppe III Flächentypen der Gemeinbedarfs- und Sondernutzungen
TYP 41 Sicherheit und Ordnung
TYP 43 Verwaltung
TYP 46 Krankenhaus
TYP 49 Kirche
TYP 45 Kultur
TYP 44 Hochschule und Forschung
TYP 12 Altbau-Schule (Baujahr vor 1945)
TYP 13 Neubau-Schule (Baujahr nach 1945)
TYP 47 Kindertagesstätte
TYP 51 Sonstige Jugendeinrichtungen
TYP 58 Campingplatz
TYP 60 Sonstige und heterogene Gemeinbedarfs- und Sondergebiete
Tab. 3: Flächentypen der Gemeinbedarfs- und Sondernutzungen

Excel
[Die Tabelle liegt auch im Excel-Format vor (MS-Excel wird benötigt).]

Alle Blockflächen, die in der Realnutzungskartierung mit einer Gemeinbedarfs- und Sondernutzung kartiert wurden, werden einem der folgenden Flächentypen zugeordnet.

Zu dem Flächentyp "Sicherheit und Ordnung" zählen die Flächen der Polizei, Feuerwehr, Strafvollzugsanstalten, des Militärs etc.

Der Flächentyp "Verwaltung" wird für Standorte öffentlicher Verwaltungen vergeben. Darunter fallen z.B. die Bezirksämter, Rathäuser, Arbeitsagenturen, Gerichte, Senatsverwaltungen und Bundeseinrichtungen, wie das Auswärtige Amt und der Bundestag. Botschaften werden dagegen der Kategorie "Sonstige Gemeinbedarfs- und Sondergebiete" zugeordnet.

Der Flächentyp "Krankenhaus" umfasst sowohl die baulichen Anlagen als auch die teilweise weitläufigen Außenanlagen der jeweiligen Einrichtung. Die Entstehungszeit der Krankenhäuser fällt in die unterschiedlichsten Bauepochen. Die Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen Krankenanstalten wurden z.T. in Pavillonbauweise errichtet. Die relativ großen Außenanlagen wurden parkartig gestaltet und weisen einen hohen Anteil an Erschließungsflächen auf. In neuerer Zeit ist dieser Baustil zugunsten eines zentralen Hauptgebäudes aufgegeben worden. Große, parkartige Außenanlagen sind aber auch hier meist typisch.

Der Flächentyp "Kirche" wird vergeben wenn ein wesentlicher Teil der Fläche eines Blockes von Kirchengebäuden eingenommen wird. Sie treten oft in Verbund mit Stadtplätzen oder Friedhöfen auf und können mit einer entsprechenden Doppelnutzung kartiert worden sein.

Unter dem Flächentyp "Kultur" sind städtische Museen, Theater, Opernhäuser, Philharmonie etc. zusammengefasst. Flächige Ehrengräber und -denkmale werden hier ebenfalls erfasst.

Zu dem Flächentyp "Hochschule und Forschung" zählen neben einigen wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen vor allem die Einrichtungen der Universitäten und Hochschulen sowie die den Hochschulen zugeordneten Lehr- und Versuchsfelder mit landwirtschaftlichem oder gartenbaulichem Charakter, die in der Nutzungskartierung als Gemeinbedarfs- und Sondernutzung mit einer entsprechenden Freiflächennutzung als Doppelnutzung kartiert wurden.

Der Flächentyp "Altbau-Schule (vor 1945)" beschreibt die um die Jahrhundertwende bis zum Jahr 1945 gebauten Schulen, die innerhalb der Quartiere der gründerzeitlichen Blockbebauung auf relativ kleinen Grundstücken Platz gefunden haben. Vom Baustil her entsprechen sie den gründerzeitlichen Flächentypen. Die unbebauten Flächen werden als Pausenhof mit Spielbereichen genutzt, seltener auch als Sportanlage.

Der Flächentyp "Neubau-Schule (nach 1945)" beschreibt die seit 1945 entstandenen Schulen. Insbesondere die in den 1970er Jahren entstandenen Zentren verfügen über sehr große Grundstücke, deren Freiflächen als Pausenhof mit Spielbereich und als Sportanlagen genutzt werden.

Sowohl der Flächentyp "Neubau-Schule" als auch der Flächentyp "Altbau-Schule" umfassen ausschließlich allgemeinbildende Schulen und Oberstufenzentren. Standorte von Musikschulen, Gartenarbeitsschulen, Volkshochschulen etc. werden im Flächentyp "sonstige Gemeinbedarfs- und Sondergebiete"(s.u.) eingeordnet, weil sie nicht die für Schulen typischen Gebäude und Freiflächen aufweisen.

Unter dem Flächentyp "Kindertagesstätte" sind größere Block einnehmende Kindertagesstätten erfasst. Kleinere Anlagen werden regelmäßig im Zusammenhang mit anderen Gemeinbedarfseinrichtungen, z.B. Schulen, oder Wohngebieten kartiert. Die nach dem zweiten Weltkrieg errichteten Gebäude sind meist ein- bis zweigeschossig, selten drei- oder mehrgeschossig. Die älteren Gebäude sind dem jeweiligen Baustil der Umgebung angepasst. Die Kindertagesstätten weisen einen recht hohen Freiflächenanteil auf, die als Aufenthalts- und Spielbereiche oft intensiv gestaltet und genutzt werden.

Dem Flächentyp "Sonstige Jugendeinrichtungen" werden größere Standorte von Jugendeinrichtungen zugeordnet, die nicht anderen Kategorien zugeordnet werden können. Hierunter fallen z.B. Jugendklubs, Jugendfreizeitheime, Jugendausbildungszentren, Kinder- und Jugendheime, Kinder- und Jugendzirkusse, Schullandheime, Verkehrsschulen sowie Jugendherbergen und -gästehäuser.

Unter dem Flächentyp "Campingplatz" werden Zeltplätze und bündische Zeltlagerplätze, Campingplätze sowie Dauercampingplätze mit mobilen Unterkünften geführt, nicht jedoch überwiegend versiegelte reine Caravan-Abstellplätze mit Parkplatzcharakter. Bebaute Flächen ergeben sich durch Sanitärgebäude, einen eventuell vorhandenen Laden oder durch eine Gaststätte; der Bebauungsgrad ist insgesamt jedoch generell relativ gering.

Unter dem Flächentyp "Sonstige und heterogene Gemeinbedarfs- und Sondergebiete" sind alle Gemeinbedarfsflächen zusammengefasst, die wegen fehlender Angaben oder als Folge der Systematik keinem anderen Flächentyp mit Gemeinbedarfs- und Sondernutzungen zuzuordnen waren.

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