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Umweltatlas Berlin

02.07 Flurabstand des Grundwassers (Ausgabe 2010)

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Datengrundlage

Die Flurabstände sind rechnerisch aus der Differenz zwischen der Geländehöhe und der Höhe der Grundwasseroberfläche bzw. der -deckfläche (bei gespannten Verhältnissen) ermittelt.

Die vorliegende Ausgabe der Karte unterscheidet sich von der Ausgabe 2008 darin, dass für die Berechnung der Flurabstände ein wesentlich verbessertes Höhenmodell zur Verfügung stand. Den Angaben über die Geländehöhe liegt nun flächendeckend für das Land Berlin ein hoch aufgelöstes und verlässliches Modell der Geländeoberfläche zu Grunde.

Für das Gebiet des Landes Berlin wurden die Daten des Digitalen Geländemodells DGM5 mit einer Gitterweite von 5 m und einer Genauigkeit von +/- 0,5 m verwendet. Sie sind Ergebnis der Auswertungen von Daten aus Laserscanbefliegungen.

Für das Gebiet des Landes Brandenburg wurden die Daten des Digitalen Geländemodells DGM25 mit einer Gitterweite von 25 m und einer Genauigkeit von +/- 2 m verwendet. Da das Modell nur im System ETRS89 vorlag, wurden die Gitterpunkte in das System Soldner-Neu transformiert (max. Fehler 20 cm) und anschließend mittels der Software Surfer ein neues 5 m - Gitter berechnet.

Abbildung 5
Abb. 5: Datengrundlagen für das verwendete Höhenmodell

Die Ermittlung der Grundwasseroberfläche basiert auf Daten von 1.496 Grundwassermessstellen des Landesgrundwasserdienstes von Berlin und von den Berliner Wasserbetrieben vom Mai 2009. Zusätzlich wurden Messwerte des Landesumweltamtes Brandenburg sowie von Versorgungsunternehmen aus dem Umland in die Arbeiten integriert.

Gebiete mit gespannter Grundwasseroberfläche in Berlin wurden unter Verwendung der digital vorliegenden Informationen zu den hydrogeologischen Schnitten des Geologischen Atlas (SenStadt 2002) von Berlin sowie ausgewählter Bohrungen des Bohrarchivs ermittelt (s. Abb. 6). In diesen Gebieten wurden nicht die Wasserstände der Messstellen, sondern die Unterflächen der Grundwasserhemmer digital ermittelt. Im brandenburgischen Umland innerhalb des "Sonderblattschnittes Berlin" wurden hierfür ebenfalls Bohrungen und zusätzlich teufenbezogene Informationen aus dem hydrogeologischen Kartenwerk verwendet (ZGI 1983).

Des Weiteren wurden zahlreiche Hilfspunkte zu den Gewässerhöhen entlang der Oberflächenwasser in die Ermittlung der regionalen Verteilung der Grundwasseroberfläche einbezogen. Diese Hilfspunkte wurden ausschließlich in Gebieten ohne wasserwirtschaftlich induzierte Störung des Wasserhaushaltes verwendet, die sich in Berlin lediglich in den Außenbereichen (z. B. Dahme, Obere Havel) befinden. Hintergrund der Einbeziehung dieser Stützpunkte ist die angestrebte Vermeidung von errechneten Grundwasserständen über Flur entlang der Gewässer. Auch kleinere Fließgewässer, wie die Große Kuhlake im Spandauer Forst oder das Tegeler sowie das Neuenhagener Mühlenfließ (Erpe) wurden hierbei berücksichtigt.

Die beschriebene Herleitung der flächenhaften Informationen zur Grundwasserspannung basiert einerseits auf den zeitlich "invariant" vorliegenden Daten zur räumlichen Verteilung der Grundwasserleiter und -hemmer im Untergrund und andererseits auf den zeitlich varianten Daten zur freien Grundwasseroberfläche in Gebieten ohne hemmende Deckschichten des oberflächennahen Grundwassers. Da die Höhe der freien Grundwasseroberfläche in den zuletzt genannten Gebieten in Abhängigkeit von den Zeiträumen, zwischen denen verglichen wird, in Berlin um mehrere Dezimeter variieren kann, ist es auch möglich, dass ein als "ungespannt" für den Zeitraum Mai 2006 markiertes Gebiet im Mai 2009 "gespannt" vorliegt und umgekehrt.

Aus diesem Grund musste die o. g. Analyse der räumlichen Verteilung der Grundwasserspannung mit Hilfe der Informationen zum Grundwasserstand im Mai 2009 überprüft bzw. wiederholt werden. Das Ergebnis zeigt Abb. 6.

Abbildung 6
Abb. 6: Messpunktinformationen zur Ermittlung der Grundwasseroberfläche im Mai 2009

Die Unterschiede im Ergebnis der Analyse für die beiden Zeiträume im Mai 2006 und Mai 2009 sind aufgrund der zumeist nur um wenige Zentimeter schwankenden Grundwasserstände nur geringfügig. Im südlichen Randbereich der Barnim-Hochfläche und dem nördlichen Randbereich der Teltow-Hochfläche im Süden sind einige Gebiete erkennbar, die 2006 als gespannt und 2009 als ungespannt ausgewiesen wurden. Im Bereich des Panketals sowie der "gespannten Gebiete mit nur isoliert vorkommendem quartärem Hauptgrundwasserleiter" wurden in den vergangenen Jahren seitens der Landesgeologie umfangreiche räumliche Modifizierungen durchgeführt, so dass hier kein direkter Vergleich mit dem Zeitraum Mai 2006 mehr möglich ist.

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