Geoportal  



 

Umweltatlas Berlin

01.06 Bodenkundliche Kennwerte (Ausgabe 2018)

Kartenansicht No English Text available Inhalt    zurück weiter

01.06.8 Summe austauschbarer basischer Kationen des Oberbodens (S-Wert)


Beschreibung

Die austauschbaren Kationen eines Bodens werden üblicherweise in saure und basische Kationen unterteilt. Zu ersteren gehören neben den Wasserstoff-Ionen (H-Ionen) auch solche, die beim Austritt in die Bodenlösung eine Hydrolyse hervorrufen und damit H-Ionen freisetzen, wie vor allem Aluminium (Al). Ihre Summe wird H-Wert genannt. Die basischen Kationen sind in erster Linie Calcium-Ionen (Ca2+), Kalium-Ionen (K+), Magnesium-Ionen (Mg2+) und Natrium-Ionen (Na+), in Kulturböden (nach einer Düngung) auch Ammonium-Ionen NH4+ (wobei Calcium (Ca) meist mit mehr als 80 % dominiert). Ihre Summe bildet den S-Wert. Ihre Konzentration kann in cmolc/kg, die Menge in molc/m² angegeben werden. Der %-Anteil des S-Wertes an den Austauschkationen insgesamt wird als Basensättigung bezeichnet.

Der S-Wert beschreibt somit die Menge des vom Boden zur Verfügung gestellten und für die Pflanzenernährung relevanten Kationen und ist somit ein wichtiges Maß der Bodenfruchtbarkeit.

Methode

Die Menge der basisch wirkenden austauschbaren Ionen (S-Wert) für den Oberboden (hier: 0-3 dm Tiefe) wird durch Multiplikation der effektiven Kationenaustauschkapazität (KAKeff) mit der Basensättigung (BS) unter Einbezie¬hung der Lagerungsdichte und des Grobbodenanteils berechnet.

Die Berechnung der effektiven Kationenaustauschkapazität wird in der Karte 01.06.9 dargestellt. Die Basensättigung kann vom pH-Wert (in Calciumchlorid, CaCl2 gemessen) abgeleitet werden.

Zur Ermittlung wird der für den Standort typische pH-Wert des Oberbodens (vgl. Karte 01.06.7) herangezogen und nach Tab. 1 die Basensättigung bestimmt. Zwischen den pH-Stufen dieser Tabelle wird linear interpoliert.

Tab. 1: Beziehung zwischen Basensättigung (BS) in % und pH (CaCl2) von mineralischen Bodenhorizonten Berlins
pH
(CaCl2)
BS
[%]
3,0 2
3,1 3
3,2 4
3,3 5
3,4 6
3,5 7
3,6 9
3,7 11
3,8 13
3,9 15
 
pH
(CaCl2)
BS
[%]
4,0 18
4,1 20
4,2 23
4,3 25
4,4 28
4,5 31
4,6 34
4,7 38
4,8 41
4,9 44
 
pH
(CaCl2)
BS
[%]
5,0 47
5,1 50
5,2 53
5,3 56
5,4 60
5,5 63
5,6 66
5,7 69
5,8 72
5,9 75
 
pH
(CaCl2)
BS
[%]
6,0 77
6,1 80
6,2 82
6,3 85
6,4 87
6,5 89
6,6 91
6,7 93
6,8 95
6,9 96
 
pH
(CaCl2)
BS
[%]
7,0 97
7,1 98
7,2 98
7,3 98
7,4 99
7,5 99
7,6 99
7,7 100
7,8 100
7,9 100
Tab. 1: Beziehung zwischen Basensättigung (BS) in % und pH (CaCl2) von mineralischen Bodenhorizonten Berlins (Grenzius 1987)

Die Stufung des S-Wertes erfolgt in den Stufen 1 - 10 (extrem gering - sehr hoch) nach Tab. 2.

Tab. 2: Stufung des S-Wertes
S-Wert
[molc/m²]
Stufe Bezeichnung
< 1 1 extrem gering
1 - < 2 2 sehr gering
2 - < 3,5 3 mäßig bis sehr gering
3,5 - < 5 4 mäßig gering
5 - < 10 5 gering
10 - < 25 6 mittelbasisch
25 - < 50 7 mäßig
50 - < 100 8 mäßig hoch
100 - < 200 9 hoch
> 200 10 sehr hoch
Tab. 2: Stufung des S-Wertes (Schlichting et al., 1995, Gerstenberg und Faensen-Thiebes, 2005)

Die Einteilung der geringen Werte erfolgt in sehr engen Stufen, um die für die Bewertung der Funktion "Lebensraum für naturnahe und seltene Pflanzengesellschaften" (vgl. Karte 01.12.1) notwendige feine Abstufung nähstoffarmer Böden zu erkennen.

Kartenansicht No English Text available Inhalt    zurück weiter

umweltatlas_logo_klein