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Umweltatlas Berlin

02.07 Flurabstand des Grundwassers (Ausgabe 2008)

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Kartenbeschreibung

Jeweils etwa 20 % Flächenanteil nehmen die Flurabstandsklassen 2 bis 4 Meter, 4 bis 10 Meter, 10 bis 20 Meter und 20 bis 40 Meter ein. Grundwassernahe Gebiete mit Flurabständen < 2 Meter machen ca. 12 % der Fläche aus. Sehr hohe Flurabstände > 40 Meter treten nur vereinzelt an morphologischen Hochlagen in ca. 1 % der Fläche auf.

Im Urstromtal liegen die Flurabstände überwiegend im Bereich von 2 bis 4 Meter unter Gelände. Flurnahe Flächen mit weniger als 2 Meter Abstand des Grundwassers zur Geländeoberkante finden sich generell im Umfeld vieler Oberflächengewässer. Relativ große Flächen mit einem Flurabstand zwischen 1 und 2 Meter finden sich auch in den südlichen Ortsteilen des Bezirkes Köpenick (nördlich und südlich des Langen Sees) sowie im Spandauer Forst, am Heiligensee östlich der Havel und nördlich sowie südlich der Rummelsburger Bucht.

Höhere Flurabstände (> 4 Meter) innerhalb des Urstromtals haben entweder morphologische Ursachen (z. B. Dünen innerhalb des Tegeler Forstes oder in den Rehbergen) oder sie liegen im Einflussbereich der Wasserwerksbrunnen (z. B. Spandau, Tegel, Friedrichshagen, Johannisthal), und sind hier durch die aktuelle Absenkung bedingt. Kleinflächig finden sich auch Bereiche mit erhöhten Flurabständen innerhalb des Urstromtales, in denen gespannte Grundwasserverhältnisse auftreten. Hier werden die Flurabstände durch die Unterkanten der Weichselmoräne über dem Grundwasserleiter 2 gebildet.

In den Hochflächenbereichen steigen die Flurabstände generell stark an. Sie liegen hier zumeist oberhalb von 10 Meter. Sehr markant zeichnet sich insbesondere der südliche Rand der Barnim-Hochfläche ab. Innerhalb des östlichen Bereichs der Barnim-Hochfläche treten vereinzelt in lokalen Senken Flurabstände von weniger als 10 Meter auf (z. B. im Gebiet um den Malchower See oder im Quellgebiet der Wuhle). Ansonsten dominieren hier jedoch Flurabstände oberhalb von 20 Meter, lokal auch oberhalb von 30 bzw. 40 Metern. Der nördliche Bereich des Barnims - getrennt durch den Taleinschnitt der Panke mit sehr niedrigen Flurabständen des oberflächennahen Grundwasserleiter 1 - ist durch z. T. sehr hohe Flurabstände von bis zu mehr als 50 Meter geprägt. Hier erreicht die Grundmoräne sehr große Mächtigkeiten. Unterhalb der Moränenbildungen (stellenweise liegt die Weichsel- direkt auf der Saale-Grundmoräne) steht hier z. T. bereits der Grundwasserleiter 4 an. Im Nordwesten (Frohnau) liegen die Flurabstände hingegen zumeist im Bereich von maximal 20 bis 30 Meter, im westlichen Bereich (Bieselheide) oftmals auch unterhalb von 20 Meter im hier ungespannten Bereich.

Innerhalb des Grunewaldes sowie auch überwiegend westlich der Havel in Kladow und Gatow zeigen sich großflächig Flurabstände von mehr als 20 Meter. Hier bestehen überwiegend ungespannte Verhältnisse innerhalb der anstehenden Hochflächensande, die hohen Beträge werden durch morphologische Hochlagen verursacht (Teufelsberg, Schäferberg, Havelberge am Grunewaldturm), ebenso wie in den Müggelbergen.

Der westliche Bereich der Teltow-Hochfläche zwischen der Grunewaldseenkette sowie dem Teltowkanal ist durch stark wechselnde Flurabstände zwischen 5 Meter und 30 Meter geprägt. Hier bestehen auch heterogene regionale Verhältnisse in Bezug auf den Spannungszustand des Grundwassers. Südöstlich des Teltowkanals hingegen zeigen sich überwiegend Flurabstände oberhalb von 20 Meter in Gebieten mit gespanntem Grundwasser. Gegliedert wird dieser Bereich nochmals durch den Taleinschnitt des Rudower Fließes. Östlich hiervon finden sich in Bohnsdorf wieder Flurabstände von mehr als 20 Meter.

Im Vergleich mit den für Mai 2002 berechneten Flurabständen finden sich deutlich höhere Flurabstände ausschließlich in den gespannten Gebieten des Barnims und des Teltow. Das sind Bereiche, die im Mai 2002 aufgrund veränderter Grundwasserstände als "ungespannt" markiert waren und dementsprechend eine deutlich höhere Grundwasseroberfläche hatten.

Deutlich niedrigere Flurabstände finden sich hingegen überwiegend in den ungespannten Gebieten und ganz besonders deutlich an den Rändern zu den im Mai 2006 gespannten Gebieten. Dieser Effekt wird durch die aktuell getrennte Berechnung der Grundwasseroberfläche in gespannten und ungespannten Gebieten erreicht (s. o.). Hierdurch wird sichergestellt, dass es bei der Berechnung zu keiner Beeinflussung außerhalb der gespannten Gebiete kommt. Besonders deutlich ist dies z. B. südlich des Teltowkanals in Adlershof am Rand zum Teltow erkennbar, wo aktuell Flurabstände von 1 bis 2 Meter, 2002 hingegen noch Flurabstände von mehr als 4 Meter errechnet wurden. Auch der Barnimrand (z. B. östlich der Wuhle oder westlich des Panketals) zeigt diesen Effekt sehr deutlich.

Von diesen methodisch bedingten Änderungen abgesehen, zeigen sich im Vergleich zu Mai 2002 überwiegend nur geringfügige Abweichungen, die einen Meter Unterschied nicht übersteigen. Tendenziell überwiegen Gebiete mit größeren Flurabständen (bis 50 cm bzw. einem Meter), was auf die aus klimatischen Gründen im Mai 2006 im Vergleich zu Mai 2002 leicht gesunkenen Grundwasserstände zurückzuführen ist.

Es treten jedoch auch Gebiete auf, in denen der Flurabstand um bis zu 50 cm bzw. einen Meter abgenommen hat. Hierbei handelt es sich ganz überwiegend um die Innenstadtgebiete, in denen das Grundwasser neben den klimatischen Einflüssen auch anderen Einflüssen ausgesetzt ist. Diese Effekte können sich gegenseitig überlagern, so dass die Flurabstände im ungespannten Bereich des Urstromtal insgesamt gesehen im Vergleich der vier Jahre auf einem gleichbleibendem Niveau geblieben sind.

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